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Brücke in den Abgrund
BSW und AfD in Magdeburg
Ist die Brandmauer erst ruiniert, lebt es sich gänzlich ungeniert – nach diesem Motto scheint das BSW in Sachsen-Anhalt zu verfahren, nachdem es bereits einem AfD-Landtagspräsidenten ins Amt verholfen hat. So konnte Jürgen Elsässer, Chefredakteur des Compact-Magazins, ein »historisches Zusammentreffen« vermelden. Zur Eröffnung seines Fernsehstudios in Magdeburg hatte das völkisch-geschichtsrevisionistische Magazin am Donnerstag die Fraktionen von BSW und AfD eingeladen. Neben 20 Abgeordneten der Rechtsaußenpartei folgten alle fünf BSW-Parlamentarier der Einladung. Die Veranstaltung diente »dem persönlichen Kennenlernen, aber in kleinen Gruppen wurde auch so manche strategische Frage diskutiert«, vermeldete Compact zu Bildern, die Politiker beider Parteien beim fröhlichen Zuprosten zeigen. Es dürfe »nicht der Eindruck der Kumpanei oder einer privilegierten Partnerschaft entstehen«, sah sich BSW-Parteichef Fabio De Masi daraufhin zur Klarstellung gezwungen: »Die AfD ist mein politischer Gegner.« Ein »Kuschelkurs« mit der AfD stärke allein die transatlantische Rechte und gefährde die politische Existenz des BSW, warnte dessen Außenpolitikerin Sevim Dagdelen.
Nun haben AfD und BSW einen Antrag »Friedensgespräche statt Ausweitung des Krieges in der Ukraine« in den Landtag eingebracht. Das BSW hätte sich wohl eine Positionierung auch zu Nahost gewünscht. Doch eine Verurteilung US-amerikanischer und israelischer Kriege ist mit den Trump- und Netanjahu-Fans der AfD nicht zu haben. Diese befürworten die Ansiedlung des israelischen Rüstungskonzerns Elbit in Sachsen-Anhalt erklärtermaßen schon zur Umsetzung ihrer »Ausländer raus«-Agenda.
Das BSW ist im Landtag zwar Zünglein an der Waage. Doch treibt es nicht – wie vollmundig behauptet – die AfD vor sich her. Es gibt der wirtschaftsliberalen und in Teilen faschistischen Partei vielmehr soziale Flankendeckung und ermöglicht ihr, sich mit einem primär symbolischen Antrag – über Russland-Sanktionen und Ukraine-Hilfe wird im Bund entschieden – als »Friedenspartei« zu inszenieren.
Als Alternative zur »Alternative« gegründet, erweist sich das BSW zunehmend als Brücke zu dieser. Und während sich manche BSWler noch geschmeichelt über die Umarmung durch die AfD und ihr mediales Vorfeld fühlen, merken sie gar nicht, dass ihnen dabei die Luft abgedrückt wird. Denn die AfD setzt lieber darauf, im reaktionären Bürgerblock mit CDU-Überläufern durchzuregieren.
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Frank Tofern aus Hamburg 11. Okt. 2026 um 20:53 UhrMoin, in der Tat kann über das BSW kräftig gestritten werden. So muss es auch sein. Warum jedoch auch die Linke, genau wie der Rest des Landes, der ewigen Erzählung von der faschistischen AfD erliegt, ist mir ein Rätsel. Über den Weg, die AfD kleiner werden zu lassen, dürfte mit dem permanenten Hinweis auf das Einhalten der Brandmauer, wenig Staat zu machen sein. Die AfD wächst und wächst. Also sollte man es mal anders versuchen. Und genau das probiert das BSW. Im Kreuzfeuer der Linken. Die mit ihrer Argumentation, keinem »Faschisten« auch nur die Hand schütteln, Seite an Seite mit Merz, Söder, Kiesewetter … stehen und merken es nicht mal;-) Wir erleben gerade die schlimmste rechte Regierung aller Zeiten: im Rüstungswahn und dessen Finanzierung durch Sozialabbau. Dazu Grenzen dichtmachen. Zu diesen Themen hat das BSW vernünftige Positionen. Doch wen interessiert das, wenn man immer über den vermuteten Hauptfeind der Demokratie, der AfD, reden will. Die jetzt Regierenden baggern tiefe Abgründe und ich hoffe, wir werden noch rechtzeitig Brücken bauen können. BSW‑Bashing ist da wenig zielführend oder man schwimmt eben gern auch mal in der Mainstream-Meinung mit.
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Karl-Heinz Schmidt aus Braunschweig 11. Okt. 2026 um 20:37 UhrDie Polit-Amateure des BSW lassen sich in Sachsen-Anhalt von der AfD am Nasenring durch die Arena ziehen. Dabei lassen sie kein Fettnäpfchen aus. Sehr zum Leidwesen der Politprofis im BSW‑Bundespräsidium. Leider tragen Sahra Wagenknecht, Amira Mohamed Ali, Oliver Ruhnert u.a. eine grosse Mitschuld. Haben sie in der jüngsten Vergangenheit doch keine Gelegenheit ausgelassen, das BSW zum Steigbügelhalter der AfD zu machen. Nun ist der politische Schaden für das BSW nicht mehr zu korrigieren.
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Auch ich sehe dieses Zusammentreffen bei »C« sehr kritisch. Aber was ich auch kritisch sehe, ist, dass »meine Junge Welt« in das Getöse einstimmt, was sich da im Mainstream-Blätterwald breitmacht. Ich hätte mir gewünscht, dass ihr aus der Redaktion als Erstes mit Claudia Wittig und den anderen in Magdeburg das Gespräch sucht, um Erklärungen für das »Warum« zu finden. Es wurde nie in Abrede gestellt, dass die AfD unser politischer Gegner ist, wir zu keiner Koalition mit ihr bereit sind – aber in Sachfragen wird zusammengearbeitet – mit allen Parteien, die dazu willens sind. Und den Friedensantrag, der am kommenden Mittwoch im Magdeburger Landtag besprochen, oder besser verhandelt werden soll, so abzuqualifizieren, ist falsch. Es wird am Mittwoch das erste Mal in einem deutschen Landtag passieren, dass ein Antrag, so eng er auch gefasst ist, zum Thema Frieden zur Abstimmung steht. Frieden ist das, was die allermeisten Ostdeutschen wollen. Weil sie begriffen haben, dass der Kriegskurs von Merz und Co. nicht nur dieses Land, sondern auch sie persönlich in den Abgrund führt. Und dieser Antrag ist eindeutig BSW-Handschrift, da braucht es keine AfD – außer für die Mehrheit. Damit soll erreicht werden, dass es im Bundesrat eine Initiative aus Sachsen-Anhalt gibt, die die Waffen- und Geldgeschenke an Kiew beendet, die sich dafür einsetzt, dass wir endlich wieder bezahlbare Energie von dort beziehen, wo es ökonomisch am sinnvollsten ist. Dass die PDL schäumt, dass wir einen AfD‑Landtagspräsidenten mitgewählt haben – geschenkt. Was dieser Partei abgeht, ist die selbstkritische Betrachtung ihres Kurses bei der Zustimmung zu den Kriegskrediten im Februar 2025 durch ihre Regierungsbeteiligungen in MV und Bremen im Bundesrat und bei der beschleunigten Wahl des Kriegskanzlers Merz im Mai darauf. Bitte, liebe Junge Welt – springt von diesem Zug wieder ab. Kritik ist gut und wichtig, aber hört bitte auch die Kritisierten. Andreas Eichner, Kreisvorsitzender des BSW Landkreis Dahme-Spreewald
Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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