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Kalter Krieger des Tages: Mathias Döpfner

Foto: Metodi Popow/IMAGO
Mathias Döpfner

Bild ist allbekannt als Synonym für IQ-befreite Hirnblähungen. Und es gibt nicht viele Arbeitsplätze, wo man mit langen Geiferspeichelfäden (aus beiden Mundwinkeln) Geld verdienen kann. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE (Hetzpresse für das Blitzbirnenklientel) hat mal wieder ausgeteilt, unter anderem gegen die Partei Die Linke. Sein langer Artikel aus der Wochenendausgabe, ein Kommentar zum Berliner Linksbündnis, trägt den Titel: »Rotlackierte Faschisten!« Näher werden wir das nicht ausführen, da wir eine gewisse Verantwortung für die geistige Hygiene unserer Leser tragen. Aus den über tausend Wörtern wollen wir lediglich sechs abbilden. Beim Lotto reicht das völlig: »Vergesellschaftung«, »Rote Hilfe«, »Hamas« »RAF«, »SED« und »antisemitisch«. Damit hat er eine ganze Seite vollgeschrieben. Aber wer weiß, vielleicht war es wieder eine KI-Kreation, wie im Juni dieses Jahres in der Welt. Dann wäre auch geklärt, warum der Text so obsessiv lang ist. Oder entspricht das nur dem Inhalt? Obsessiv heißt übrigens: zwanghaft, triebgesteuert.

Die Frage an die KI war dann wohl: »Mach mal die Linkspartei fertig! Stilistisch in Baumarktmanier: Yippiejaja-yippie-yippie-yeah!« Ja, so geht Großbuchstabenzeitung. Und für die, die den Springer-Häuptling sonst nicht kennen, hier ein feines Zitat: »Die Ossis sind entweder Kommunisten oder Faschisten (…) man sollte die ehemalige DDR in eine Agrar- und Produktionszone mit Einheitslohn verwandeln.« Dieses Zitat verdanken wir einer Zeit-Recherche von 2023, in der hausinterne Chats Döpfners ausgewertet wurden. Dafür gab es dann 1.000 Anzeigen wegen Volksverhetzung (Paragraph 130 StGB)! Gut, nicht? Nein, nicht gut, es gab nämlich keine einzige Anzeige, null. Und wir wissen alle warum. Und der Mann mit den tausend Wörtern weiß es auch.

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.10.2026, Seite 3, Ansichten

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