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Details zu Invasionsplänen
Kuba: Eine Contra-Gruppe wollte laut Medienrecherchen die USA zur Militärintervention gegen die sozialistische Inselrepublik veranlassen
Unter dem Vorwand, Kuba sei ein »Staat, der den Terrorismus unterstützt«, will die US-Regierung offenbar neue Beschränkungen gegen Havannas Vertreter bei der UNO verhängen. Wie AP am Freitag meldete, erwägt das Außenministerium »strenge Kontrollen« für kubanische Amtsträger, die am 27. und 28. Oktober zur jährlichen UN-Abstimmung über die seit mehr als 60 Jahren dauernde US-Blockade gegen die Insel anreisen wollen. Die Berichte erscheinen zu einem Zeitpunkt, an dem mehrere Medien Recherchen über ein Terrornetzwerk exilkubanischer Contras veröffentlichten, die von den USA aus Anschläge organisierten, um eine militärische Intervention zu provozieren.
Laut den am Dienstag vom Nachrichtensender Telesur publizierten Enthüllungen zielten die Pläne einer Terrorgruppe, die am 25. Februar auf einem mit Kriegswaffen vollgepackten Boot von Florida aus in kubanische Gewässer eingedrungen war, unter anderem darauf ab, eine Polizeiwache zu stürmen, einen Volksaufstand anzuzetteln und den Vorwand für eine US-Militärintervention zu liefern, um die kubanische Regierung zu stürzen. Der Bericht stützt sich auf Recherchen des Portals Belly of the Beast, der US-Website Drop Site News und der US-Zeitung Miami New Times. Die Medien hatten Aussagen von vier der fünf Überlebenden der vereitelten Aktion ausgewertet, die sich unter der Anklage »terroristischer Straftaten« in kubanischer Untersuchungshaft befinden. Danach waren sie 2025 über digitale Plattformen von exilkubanischen Contras in Florida kontaktiert worden.
José Manuel Rodríguez Castelló, ein 33jähriger der als Handwerker arbeitete, kam über Tik Tok in Kontakt mit Raúl Quevedo, dem Administrator des Accounts »La Nueva Cuba«, der vor allem Inhalte über einen möglichen Sturz der kubanischen Regierung verbreitet. Rodríguez gab dem Bericht zufolge an, dass Quevedo ihn nach Florida eingeladen habe, um mit anderen Exilierten nach Personen zu suchen, die bereit wären, sich an einem bewaffneten Aufstand zu beteiligen. Ein weiterer Überlebender, Christian Ernesto Acosta Guevara, erklärte, dass er durch Pavel Alling Peña rekrutiert worden war, der später bei dem Zusammenstoß mit der kubanischen Küstenwache ums Leben kam. »Der Aktionsplan war einfach: das kubanische Volk dazu zu bringen, zu den Waffen zu greifen, eine Provinz 72 Stunden lang zu kontrollieren und eine militärische Intervention der US-Regierung zu fordern«, sagte demnach Rodríguez.
Ihren Aussagen zufolge begannen mehrere der Teilnehmer auf einem Landgut in Florida mit dem Waffentraining und bereiteten einen geplanten Einfall in Kuba vor. Das Anwesen stand in Verbindung mit Maritza Lugo Fernández, einer in Südflorida lebenden Contra-Aktivistin. Lugo räumte ein, einigen der Teilnehmer Zugang zu ihrem Gelände gewährt zu haben, bestritt jedoch, Drahtzieherin, Organisatorin und direkte Geldgeberin des gescheiterten Überfalls zu sein. Obwohl die Recherchen keine eindeutigen Belege dafür lieferten, wer das Unternehmen finanziert und organisiert hatte, deuten die Aussagen der Beteiligten auf exilkubanische Personen und Organisationen in Florida hin, darunter die von Lugo angeführte Partei »30. November« sowie »Auto Defensa del Pueblo« (ADP), die »Republican Party of Cuba« und die »Bewegung Cardumen«.
Die USA bestritten jede Verbindung zu den Terroristen. Außenminister Marco Rubio hatte schon im Februar verkündet, es habe sich nicht um eine US-Operation gehandelt, und es sei kein US-Regierungspersonal beteiligt gewesen. Er wolle aber »nicht darüber spekulieren, was sie taten, warum sie dort waren und was tatsächlich passiert ist«. Washington werde den »ungewöhnlichen Vorfall« aber untersuchen und »entsprechend reagieren«. Seitdem herrscht Funkstille. Am 31. März reiste eine Delegation des FBI nach Kuba, erhielt dort Informationen über die Operation, inspizierte die beteiligten Boote und befragte die Festgenommenen. Obwohl die kubanischen Behörden dem FBI nach eigenen Angaben ausführliche Belege über Organisation und Finanzierung der Aktion übergeben hätten, ist laut Oncubanews bislang keine substantielle Reaktion aus Washington erfolgt.
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