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Landgang des Tages: »USS Abraham Lincoln«

Foto: Chalinee Thirasupa/REUTERS
Wehe, wenn sie losgelassen - ob im Krieg oder Fronturlaub: Die »USS Abraham Lincoln« im Hafen von Laem Chabang (2.9.2026)

Es hätte so schön bleiben können im beschaulichen Pattaya, einst ein ruhiges Fischerdorf im Königreich Thailand – in einer halbmondförmigen Bucht gelegen, sanfte Berge im Rücken. Nur wurde der Ort 1959 leider auch von ein paar US-Soldaten entdeckt, die sich von der schweren Arbeit in ihrer nahegelegenen Militärbasis ein Wochenende Erholung gönnen wollten. Wovon? Vietnam mit Napalm überziehen, Frauen und Kinder massakrieren, von deren Dörfern und Häusern nur Asche übrig lassen. Der Rest ist Geschichte, sagt man. Und Pattaya wurde zu »Thailands Sündenmeile« (Bild), also dem Zentrum von Zwangsprostitution, Armut und Perspektivlosigkeit – von Frauen, selbstverständlich.

Im »Wikisexguide« ist etwa die Rede von den Hunderten »Gogo-Bars«, in denen man »nackte Tänzerinnen« und »Bikinimädchen« gegen »eine Gebühr von 600 bis 1.000 Baht mitnehmen« könne – also für 25 bis 30 US-Dollar. Der Service der Seite geht noch weiter, es wird zum Beispiel erläutert, dass diese »Mädchen« weniger sexuelle Erfahrung hätten, »als die alleinerziehenden Mütter in den Mitte Zwanzigern bis Ende dreißig«. Also, ohne etwas über ihre Gastgeber zu wissen, müssen die 5.000 US-Matrosen und -Soldaten (entsprechend der allgemeinen Ratio dürfte die Zahl der Uniformträgerinnen überschaubar sein) der »USS Abraham Lincoln« in Pattaya nicht am Dienstag an Land gegangen sein.

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Aber hinter ihnen liegt natürlich auch eine ordentliche Tortur: 280 Tage auf See für einen vom Zaun gebrochenen Krieg ihres senilen Feldherren, um dessen Kumpel zufriedenzustellen und seiner Jahrhunderterzählung von der iranischen Atombombe zu Glaubwürdigkeit zu verhelfen. Und während Bürgermeister Poramase Ngampiches – ein Mann – auf den großen finanziellen Jackpot setzt, kann die Welt nur hoffen, dass auch dieser Besuch in einer Katastrophe für das US-Imperium endet.

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.09.2026, Seite 3, Ansichten

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