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Krieg in Sudan

Abu Dhabi weiß von nichts

Berichte der Financial Times zu imperialen Ambitionen auf dem afrikanischen Kontinent erzürnen Emirate – Angaben von Söldnern in Sudan untermauern dies

Foto: ZUMA Press Wire/IMAGO
»VAE boykottieren«: Protest zum 7. Jahrestag des revolutionären Aufstands in Sudan (London, 20.12.2025)

Den Vereinigten Arabischen Emiraten ist sehr an einem positiven Image gelegen. In einem seltenen Schritt fühlte sich die Führung in Abu Dhabi genötigt, eine Replik an die Financial Times (FT) zu richten, die von der Zeitung am Montag auch veröffentlicht wurde. Darin bedankt sich der Direktor für Strategische Kommunikation, Afra Al-Hameli, zunächst für deren Reihe »Big Reads« über die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), um anschließend der Enttäuschung darüber Ausdruck zu verleihen, dass die FT der Golfmonarchie »imperiale Ambitionen« auf dem afrikanischen Kontinent unterstelle.

Konkret nimmt Al-Hameli Bezug auf die am 4. August veröffentlichte Recherche »Der imperiale Vorstoß der VAE nach Afrika« und betont, dass Abu Dhabis Engagement mit afrikanischen Regierungen »auf für beide Seiten vorteilhaften Projekten und langfristigen Investitionen – nicht auf politischen Auflagen« basiere. Aufgezählt werden einige Vorzeigeprojekte, bei denen es sich mitnichten um Investitionen im Rahmen eines »großangelegten strategischen Konzepts« handele, sondern lediglich um Handelsvereinbarungen, die sich am Bedarf der Partnerregierungen orientierten. Zitiert wird der Freund des neoliberalen Westens, Kenias Präsident William Ruto, den die FT 2024 mit den Worten wiedergegeben habe: Die VAE seien »sehr gute Partner«.

Wie die Unterstützung der sogenannten Rapid Support Forces (RSF) in Sudan in diese Konzeption passt, ließ Al-Hameli freilich offen. Die besagte Recherche der FT kam zusammenfassend zu dem Schluss, dass die VAE »ein komplexes Geflecht aus wirtschaftlichen, industriellen und militärischen Verflechtungen aufbauen, das die Souveränität fragiler Staaten – insbesondere im vom Krieg zerrütteten Sudan – mal stärkt, mal aber auch untergräbt«. Im Falle der nordafrikanischen Republik, die seit April 2023 im rücksichtslos geführten Machtkampf zwischen den ehemaligen Verbündeten Abd Al-Fattah Al-Burhan und Mohammed Daglo in Blut und Hunger versinkt, trifft letzteres zu. Zahlreiche Recherchen – darunter sogenannte quelloffene Analysen, die sich etwa auf Flugbewegungen und Satellitenbilder stützen – untermauern den auch von De-facto-Präsident Al-Burhan erhobenen Vorwurf, dass die Paramilitärs ihre Vormachtstellung im goldreichen Westen des Landes vor allem dem finanziellen und militärischen Support aus Abu Dhabi verdanken.

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Dass dabei auch eine in den Emiraten sitzende private Sicherheitsfirma ihren gehörigen Anteil hat, belegt eine – ebenfalls von der Financial Times – am Sonnabend veröffentlichte Recherche zu kolumbianischen Söldnern, die auf seiten der RSF kämpfen. Die Nachricht als solche ist nicht neu, erste Berichte dazu erschienen vor knapp einem Jahr, die FT untermauert die Vorwürfe jedoch mit ausführlichen Augenzeugenberichten – etwa von Luis, einem von rund 2.000 angeheuerten Söldnern. Er erklärte gegenüber der Zeitung, dass die Leute, die ihn nach Sudan gebracht hätten, für die Global Security Services Group (GSSG) arbeiteten. Der von südafrikanischen Managern geführten Sicherheitsfirma aus Abu Dhabi werden Verbindungen in den emiratischen Regierungsapparat nachgesagt. Die Anfrage nach einer Stellungnahme blieb unbeantwortet.

Der im ostlibyschen Kufra ausgebildete ehemalige Söldner Manuel sprach davon, dass er nie zuvor in seinem Leben »solch eine Armut und ein solches Elend« wie in Sudan gesehen habe. Zwölfjährige Kinder mit Waffen, die sie kaum tragen konnten; vertriebene Familien, die vor der Wahl stünden, »entweder zu verhungern oder Auto zu fahren, ein Gewehr bei sich zu tragen und etwas zu essen zu haben«. Manuel, der angibt, 2024 gemeinsam mit südafrikanischen und ukrainischen Söldnern in der westsudanesischen Region Darfur gekämpft zu haben, ist sich ebenfalls sicher: »Es sind die Emirate, die am meisten Geld und Ressourcen in den Konflikt gesteckt haben und die RSF mit Waffen versorgen.«

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Erschienen in der Ausgabe vom 19.08.2026, Seite 6, Ausland

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