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Hauptsache Testosteron

Abgänge beim US-Militär

Foto: Aris Martinez/REUTERS

Was alles andere anbelangt: US-Kriegsminister Pete Hegseth räumt im Pentagon auf. Sein jüngstes Opfer: Heeresminister Dan Driscoll. Der tritt, wie zu Wochenbeginn bekannt wurde, zurück – frustriert, ja schockiert darüber, wie der Mann mit den Kreuzrittertattoos mit der militärischen Führung der US-Streitkräfte umgeht. Hegseth hat inzwischen mehr als zwei Dutzend hochrangige Offiziere gefeuert, darunter vor allem Frauen und Nichtweiße; zuletzt hat es Generalstabschef Randy George, Marineminister John Phelan sowie den Kommandeur der US-Landstreitkräfte in Europa und Afrika, Chris Donahue, erwischt. In einer seltenen hellen Sekunde soll sogar Chefoligarch Donald Trump über die hohe Entlassungsquote an der Spitze des Militärs erstaunt gewesen sein.

Über die Gründe wird heiß spekuliert. Liegt es am Testosteronspiegel des Kriegsministers? Vielleicht. Doch sogar Konservative machen sich inzwischen ernste Sorgen. Das Wall Street Journal hatte kürzlich spürbar erschrocken berichtet, der neue Generalstabschef Christopher LaNeve gehe daran, ein Vorzeigeprojekt seines geschassten Amtsvorgängers George zu canceln. Der hatte ein in Europa stationiertes Bataillon für den Drohnenkrieg präpariert, was heute allgemein eher als Standard gilt. Nur bei Hegseth nicht, der die Einheit nun – back to basics – in eine herkömmliche Luftlandetruppe zurücktransformieren lässt. Ein Einzelfall? Marineminister Phelan war gefeuert worden, weil er Hemmungen hatte, den Bau der sogenannten Golden Fleet in höchstem Tempo voranzutreiben: überdimensionierte Kriegsschiffe der geplanten »Trump-Class«, die irre Summen verschlingen, aber ein leichtes Ziel für Drohnenschwärme oder Raketen wären.

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Was auch immer den Hormonbomber im Pentagon zu seinen Taten drängt: dass die US-Streitkräfte, als sie am 28. Februar Iran überfielen, laut Berichten von Insidern miserabel bis gar nicht auf dessen absehbare Drohnen- und Raketenangriffe vorbereitet waren; dass sie binnen nur weniger Wochen ihre Raketenbestände so umfassend verfeuert hatten, so dass Mitte August mehrere noch im Amt befindliche Spitzenmilitärs forderten, jetzt müsse Schluss sein mit dem Krieg, damit man nicht bald blank dastehe: Das hätte unter anderen Umständen Folgen eher für die Spitze des Kriegsministeriums gehabt als für ausführende Militärs. Nicht so unter Trump; da gilt offenbar auch ein Schuss ins eigene Knie als Treffer. Man darf gespannt sein, was als nächstes folgt.

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.09.2026, Seite 1, Ansichten

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