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»Hochverrat unter Kriegsrecht«

Ukrainischer Sozialist verurteilt

Kriegsgegner bekommt 15 Jahre wegen »Hochverrats«

Foto: Screenshot: wsws.org
Unter seinem Pseudonym Stepan Geller rief Sirotjuk am 1. Mai 2023 zur Einheit der Arbeiterklasse auf

Für die Kampagne »Free Bogdan« ist es ein herber Rückschlag: Am Montag wurde Bogdan Sirotjuk von der »Jungen Garde der Bolschewiki-Leninisten« von einem Bezirksgericht in der ukrainischen Region Mikolajiw zu 15 Jahren Haft wegen »Hochverrats unter Kriegsrecht« verurteilt. Sein »Verbrechen«: sechs für die World Socialist Web Site (WSWS) verfasste Artikel – etwa darüber, »wie die Waffen-SS-Division ›Galizien‹ im ukrainischen Fernsehen verherrlicht wird«, oder über die »Verbrechen der Bandera-Anhänger gegen das ukrainische Volk«. 2023 hatte der Trotzkist in einem Beitrag zum Arbeiterkampftag zudem »für die Einheit der russischen und ukrainischen Arbeiterklasse« geworben und erklärt, dass es sich beim russisch-ukrainischen Konflikt um einen imperialistischen Krieg handle, der »nicht im Interesse des russischen, ukrainischen oder US-amerikanischen Proletariats geführt« werde, »sondern im Interesse des Kapitals dieser jeweiligen Länder«. Am 25. April 2024 wurde der damals 25jährige festgenommen.

Laut dem ukrainischen Geheimdienst SBU habe sich Sirotjuk »an der Vorbereitung von Veröffentlichungen im Auftrag von Vertretern der russischen Propaganda- und Informationsagentur World Socialist Web Site beteiligt«, schrieb seine Organisation am ersten Jahrestag der Verhaftung auf WSWS. Dabei habe er »sowohl das Selenskij-Regime als auch das Putin-Regime konsequent bekämpft, die er beide als reaktionäres Ergebnis der Wiederherstellung des Kapitalismus in der Sowjetunion durch die stalinistische Bürokratie bezeichnet«. WSWS betonte am Dienstag, dass die Akten des Verfahrens keinen einzigen Hinweis auf Verrat enthielten – »weder auf Spionage noch Sabotage noch Zusammenarbeit mit irgendeiner militärischen Macht«.

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Vorgeworfen wird ihm jedoch, dass seine Artikel »die Nichtanerkennung der rechtmäßig gewählten politischen Führung und der demokratischen Prozesse der Ukraine«, »Vergleiche mit Faschisten und Nazis«, »negative Bewertungen der ukrainischen Streitkräfte« sowie »eine Neuinterpretation nationaler Helden und historischer Persönlichkeiten« enthielten. Alles legitime Aussagen: Die Amtszeit von Wolodimir Selenskij ist seit Mai 2024 offiziell abgelaufen, er regiert seither unter Kriegsrecht; die faschistische »Asow«-Brigade ist in die Streitkräfte integriert worden und hat ihre Stellung innerhalb der Armee ausgebaut; schließlich hat der Kiewer Geschichtsrevisionismus mittlerweile sogar zu schweren Verwerfungen mit Polen geführt, wo während der deutschen Besatzung Zehntausende Menschen von den Nazikollaborateuren um Stepan Bandera abgeschlachtet wurden.

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.08.2026, Seite 7, Ausland

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