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Abschiebelogiker des Tages: Milo Yiannopoulos

Foto: Kevin Lamarque/Reuters
Milo Yiannopoulos (16.11.2021)

Vorweg eins: Wir dürfen nicht erschrecken, wenn wir wissen, dass unter Präsident Trump in den vergangenen 17 Monaten 948.000 Menschen abgeschoben wurden. Diese Politik gehört zu seinen zentralen Wahlversprechen, im Gegensatz zu Barack Obama, der nie Massenabschiebungen versprach und trotzdem in seinen Amtszeiten drei Millionen abschieben ließ. Das führt uns zu dem Schluss, dass die Abschiebepraxis der USA eine systemische ist.

Und nun folgendes: Reuters berichtete am Sonntag, die US-Behörden hätten den Blogger Milo Yiannopoulos abgeschoben. Und da fragen wir doch mal nach, warum das eine Meldung wert ist. Zuerst: Der Mann ist als extremer Rechter bekannt, was ihn eher dazu qualifiziert, als Briefbeschwerer auf dem Schreibtisch des Präsidenten zu hocken. Erst recht, wenn wir beachten, was er so schreibt: »Wir müssen Millionen und Abermillionen von Menschen abschieben. Ohne das ist alles andere bedeutungslos.« Was wird der Mann bloß auf seinem Rückflug in sein Heimatland Großbritannien gedacht haben? Hat er sich vielleicht an seine Forderung erinnert: »Kalifornien braucht ICE-Kontrollpunkte an den Eingängen von Supermärkten, Tankstellen, Einkaufszentren, Kreuzungen und Regierungsgebäuden.« Und wer sich nicht als US-Bürger ausweisen könne, solle »sofort abgeschoben« werden. Ja, genau, wird er fluchen, aber ich habe ausdrücklich nichts vom Flughafen New Orleans gesagt! Denn da wurde er in Gewahrsam genommen, weil sein Aufenthaltstitel abgelaufen war und er überdies einer Anhörung zu diesem Thema fernblieb. Was bitte schön hätte der Einwanderungsrichter da anderes entscheiden sollen? Tja, und nun? Abwarten und um 17 Uhr den Afternoon Tea umrühren. Denn zur selben Zeit (zwölf Uhr in Washington) wird sicher Mad Trump dazu gebrieft. Sie verstehen?

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Erschienen in der Ausgabe vom 31.08.2026, Seite 3, Ansichten

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