Storchenbeauftragter des Tages: Ifo-Institut München
Von Hagen Bonn
Das Ifo-Institut stellte erst kürzlich massive Fehlentwicklungen beim Sondervermögen des Bundes fest, denn ein Großteil dieser Mittel sei schlicht »zweckentfremdet« worden. Das würde ja bedeuten, dass jenes Geld, das gar nicht existiert – es sei denn, wir bezeichnen herbeiphantasierte Schulden als Vermögen –, dass dieses nicht vorhandene Geld für andere Dinge ausgegeben wurde. Bleibt die Frage: Existieren die »anderen Dinge« überhaupt? Aber wer will das schon wissen?
Das Ifo-Institut, eine Brücke zwischen akademischer Forschung und praktischer Politikberatung, weiß noch ganz andere hübsche Sachen. Die jüngste Studie vermeldet, bei Paaren im Homeoffice liegt die Geburtenrate durchschnittlich 14 Prozent höher als in Haushalten ohne steuerermäßigte Schreibtischklappe. Wie bitte? Was? Mir klingeln noch die Ohren von Studien, in denen das »Scheidungsrisiko« und »stärkere Belastungen von Ehen« im Zusammenhang mit Homeoffice genannt werden. Gleiches gilt für die Zunahme von »häuslicher Gewalt«. Also, wie muss man sich ein geburtenstarkes Homeoffice vorstellen, damit die Studien Sinn ergeben? Zuerst eine Prügelei, dann Versöhnungssex und schließlich, neun Monate später, zieht ein Elternteil wegen Platzmangels aus? Könnte passen: »Wichtig wären Maßnahmen, die den Wohnungsbau fördern …«, so ein Herr Clemens Fuest vergangenen Februar, seines Namens Ifo-Präsident.
Bleibt zu resümieren, dass man mittels Statistik alles messen, aber nichts aussagen kann. Was sollen Obdachlose mit folgender Aufmunterung anfangen: Fast 40 Prozent aller Unfälle passieren zu Hause? Das Grundübel dieser Studien ist nicht das Ergebnis, sondern es sind die Fragen, die erfunden werden, um politische Knöpfe zu drücken. Eins bleibt aber sicher: Menschen, die öfter Geburtstag feiern, leben länger.
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