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Dominostein des Tages: Geburtenrate

Foto: IMAGO/CHROMORANGE
Nichts los auf dem Spielplatz

Eigentlich weiß jeder, was ein Dominoeffekt ist. Zur Wiederholung: Es geht um eine Kettenreaktion von Ereignissen, bei der eine einzelne Tatsache eine Reihe von weiteren Ereignissen auslöst. Und jedes einzelne Glied dieser Kette entspringt der genannten Tatsache und ist gleichzeitig Ursache von nachfolgenden Ereignissen. Ein Beispiel: Ab 1990 wurde Ostdeutschland ökonomisch, sozial und kulturell vollständig zerstört. Es folgten Deindustrialisierung, Massenarbeitslosigkeit, Abwanderung in den Westen und ein dramatischer Einbruch der Geburtenrate. Wurden 1988 in der DDR 1,67 Kinder pro Frau geboren, waren es 1994 nur noch 0,77 Kinder. »Die Deutsche Einheit war, ist und bleibt ein Glücksfall unserer Geschichte.« Helmut Kohl, nur einer von vielen, der die Folgen seiner verbrecherischen Politik nicht einmal zur Kenntnis nehmen wollte. Genau wie heute. Ob »Zeitenwende«-Scholz oder Auf-in-den-Krieg-Merz, alle verschließen ihre Augen.

Anders Katharina Spieß, Direktorin des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, die meint: »Kriege, wirtschaftliche Unsicherheiten, Inflation und andere Belastungen führen dazu, dass viele Menschen verunsichert sind und sich Sorgen um ihre Zukunft machen. Das kann dazu führen, dass sie ihre Kinderwünsche aufschieben oder gar nicht umsetzen.« Laut Statistischem Bundesamt ist mittlerweile jede zweite Person in Deutschland älter als 45 Jahre, in Sachsen-Anhalt, wo demnächst gewählt wird, liegt der Wert bei 48,3 Jahren. Logisch, denn wird die Bevölkerung immer älter, gibt es weniger Menschen im geeigneten Alter für eine Familiengründung. Verrückt, wie da eins ins andere greift, also wie die Dominosteine fallen und fallen und fallen. Und bevor ich es vergesse: Die Elternzeit soll verkürzt werden und die Wochenendarbeit kommt zurück.

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Erschienen in der Ausgabe vom 13.07.2026, Seite 3, Ansichten

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