Albert Einstein des Tages: Friedrich Merz
Albert Einstein werden gerne schlaue Sprüche zugeschrieben, wenn die Quelle unklar ist. Sehr beliebt: »Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.« Und um es gleich zu sagen, wir sprechen hier von Politikern, die einen Scherbenhaufen verwalten, wie Merz in Deutschland. Aber natürlich ist die Niedergangskrise des Kapitalismus eine globale, und die nationalen Katastrophen sind eher Metastasen des Ganzen. Trotzdem macht es sich der Grünen-Chef Felix Banaszak zu leicht, wenn er auf einem Landesparteitag in Troisdorf (NRW) dem Kanzler vorwirft: »Jeder, der einen Mathegrundkurs hatte, hätte wissen können, dass man nicht gleichzeitig keine neuen Schulden, Steuersenkungen und Mehrausgaben für die Verteidigung und für viele andere Dinge versprechen kann.« Hallo? Mathegrundkurs? Merz hat Abitur, und er studierte Staatswissenschaft. Es liegt also nicht an Unbildung, es liegt am alten Wein in neuen Schläuchen! Wenn der Kanzler einen Scherbenhaufen mit den Panzerketten von Rheinmetall regiert, wo der größte einzelne Anteilseigner Blackrock heißt und Merz in diesem US-Finanzkonzern vier Jahre leitender Angestellter war, dann erscheint alles stimmig. Systembedingt, meine ich.
Und wenn Grünen-Chef Banaszak nachschiebt: »Aber Friedrich Merz hat sich dazu entschieden, den Leuten einen Scheiß zu erzählen«, dann stimmt das einfach nicht. Wenn etwas stimmt in Deutschland, geht das so: Ein Bürger aus Oberfranken bezeichnete 2023 die ehemalige Bundesaußenministerin Annalena Baerbock als »dümmste Außenministerin der Welt«. Am Ende musste er eine Geldstrafe von 9.600 Euro zahlen. Und jetzt nehmen wir noch den Fakt, dass Merz inzwischen der unbeliebteste Kanzler der deutschen Nachkriegsgeschichte ist. Hat dann der gute Mann nicht jedes Recht, »einen Scheiß zu erzählen«? Wer, wenn nicht er?
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