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Haubold, Bódy

Foto: Baksa-Soos Veronika/CC BY-SA 3.0
Gábor Bódy (1946–1985)

Aufmerksamen Filmfreunden wird nicht entgangen sein, dass der Kameramann oft als Mitautor der Drehbücher genannt wird. Wieso, das erklärte Günter Haubold mal im Filmspiegel: »Das hat für mich als Kameramann den Vorteil, dass ich das, was ich später fotografieren soll, mit festlegen kann. Ein fertiges Drehbuch in der bildhaften Umsetzung zu verändern, ist schwerer.«

Haubold wollte nach dem Krieg Bildberichterstatter werden, hatte Glück, bei der Defa als Kameraassistent einsteigen zu können, und lernte bei erfahrenen Kollegen. Der Film »Der neue Fimmel« um fußballbegeisterte Junge Pioniere wurde 1960 seine erste eigenständige Arbeit. Stilistisch war Haubold nicht eingeengt, arbeitete in den 60er Jahren mit expressiven Schwarzweißmotiven, drehte mit Heiner Carow einen farbigen programmfüllenden Reisefilm in der Mongolei, mit Gottfried Kolditz das auch optisch reizvolle Filmmusical »Geliebte Weiße Maus« in Dresden, und meisterte die Hohe Schule der Kamerakunst im 70-Millimeter-Format bei »KLK an PTX – Die Rote Kapelle«, den Kamerakollege Horst E. Brandt inszenierte. In den 80er Jahren zeigte Haubold in »Junge Leute in der Stadt« nach einer Vorlage des noch in der Weimarer Republik jung verstorbenen Kommunisten Rudolf Braune, dass er experimentellen optischen Lösungen junger Regisseure (hier Karl-Heinz Lotz) aufgeschlossen gegenüberstand. Als 1991 die Thomas-Mann-Adaption »Der kleine Herr Friedemann« mit Ulrich Mühe herauskam, hatte Haubold den »blauen Brief« der Entlassung schon erhalten, zog sich zurück, gärtnerte und malte. 1999 ist er gestorben und wäre am Sonntag 100 Jahre alt geworden.

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Von einer außerordentlichen Kameraarbeit waren die Filme des Budapesters Gábor Bódy geprägt, der ebenfalls am Sonntag hätte Geburtstag feiern können, den 80., wenn er sich nicht 1985 erschossen hätte – so zumindest die offizielle Version. Bódy war so etwas wie der Shootingstar des ungarischen Films. Er hatte auch nach vielen Studienjahren seinen jugendlichen Widerspruchsgeist behalten und im Béla-Bálász-Studio 1973 eine Experimentalfilmgruppe mitbegründet. Obwohl ab 1977 die noch junge Videokunst sein Hauptexperimentierfeld wurde, hat er doch Spielfilme gedreht, die ein breites Publikum begeisterten. So war der 1981 in Locarno ausgezeichnete Film »Narziss und Psyche« (wohl sein Hauptwerk) eine vierstündige, opulente, avantgardistische Literaturadaption voller Allegorien, in der Udo Kier und György Cserhalmi zur umfangreichen Besetzung zählten. Etwa zur gleichen Zeit gründete Bódy das Videomagazin »Infermental«, das später von seiner Witwe Veruschka fortgeführt wurde. In seinem Experimentalfilm »Nachtlied des Hundes« (1983), in dem er einen Priester verkörperte, verwendete er auch Elemente des Acht-Millimeter- und Videofilms. Zwischen 1982 und 1984 war Bódy Dozent an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Westberlin, trat in diesen Jahren aber auch oft zu Filmdiskussionen in Ostberlin auf. Er sah sich als Vermittler zwischen Ost und West, stieß aber zunehmend auf Unverständnis bei der damaligen ungarischen Kulturbürokratie.

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Erschienen in der Ausgabe vom 26.08.2026, Seite 10, Feuilleton

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