Blues im Hunsrück
Für ihren Roman »Die Lücken« wird Shida Bazyar mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet. Der vom Deutschlandfunk und der Stadt Braunschweig gestiftete Preis ist mit 30.000 Euro dotiert. Die 1988 in Rheinland-Pfalz geborene Autorin habe »einen der brisantesten Romane unserer Zeit geschaffen«, heißt es am Dienstag in einer Mitteilung der Jury zur Begründung.
»Die Lücken« handelt von einem fiktiven Ort im Hunsrück. Bazyar spürt 90 Jahren deutscher Geschichte nach. Es geht um Menschen, die das Dorf im Laufe der Zeit geprägt haben – jüdische Familien, Profiteure der Nazidiktatur, iranische Flüchtlingsfamilien. Der Ort werde »zum exemplarischen Schauplatz individueller Verstrickungen in die Verbrechen des Holocausts und einer schleichenden Normalisierung von Antisemitismus, Entrechtung und Ausgrenzung, die sich bis in die Gegenwart fortschreibt«, so die Jury. (dpa/jW)
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