Zimmermann, Hildebrand
Der historische Schriftzug »Filmtheater« des Berliner Kinos Colosseum gehört zu den ambitionierten Fotoarbeiten von Alltagssituationen und -gegenständen, die der Berliner Schauspieler Peter Zimmermann geschaffen hat. Im Colosseum erlebte er die eine oder andere Defa-Premiere, beispielsweise 1985 die des etwas verspäteten »Indianerfilms« »Atkins«, in dem er auf Indianergebiet nach Bodenschätzen sucht und vor Mord nicht zurückschreckt.
Zimmermann wurde Elektriker für Schienenfahrzeuge, ehe er an der Schauspielschule Berlin-Schöneweide studierte und in Karl-Marx-Stadt sein erstes Engagement bekam. Daneben spielte er große Defa-Rollen bei Regisseuren wie Heiner Carow, Roland Gräf und Rainer Simon. Dass dessen Film »Die Frau und der Fremde« 1985 auf der Berlinale den Goldenen Bären gewann, war auch auf Zimmermanns Leistung zurückzuführen. Ab 1992 blieb er für einige Jahre Schauspielprofessor an der Babelsberger Filmhochschule (heute Filmuniversität). Um 1995 in »Kanzlei Bürger« erstmals eine Serienrolle zu übernehmen, musste ihn Heiner Carow, in dessen Film »Bis dass der Tod euch scheidet« er 1979 mitgespielt hatte, erst überreden. Doch der Regisseur bürgte für Qualität – was man nicht von allen folgenden Serienrollen des Schauspielers sagen kann. In Reihen hatte Zimmermann schon in den achtziger Jahren gespielt, im »Polizeiruf 110« und in der DFF-»Staatsanwalt«-Reihe. Hier spielte er 1987 in dem Film »Wo mich keiner kennt« mit Heike Jonca ein stadtflüchtendes Ehepaar. Ganz privat hatten die beiden da schon eine fünfjährige Nele, die in den 2000er Jahren in Serien wie »Abschnitt 40« und »Soko Wismar« zu sehen war und ihrem Vater sicherlich am Donnerstag zum 75. Geburtstag gratulieren wird!
Zehn Jahre älter als er ist am Montag die Dresdner Schauspielerin Monika Hildebrand geworden. Sie tritt vor allem mit literarischen Lesungen auf und gilt als Grande Dame der sächsischen Schauspielkunst. Ihr Debütfilm »Der Mann mit dem Objektiv« hatte 1961 übrigens auch im Colosseum Premiere. Damals studierte sie an der Babelsberger Filmhochschule und hatte die Gelegenheit für kleine Filmauftritte. Doch schon in ihrem Abgangsjahr 1965 folgte die Rolle der Krankenschwester Li in Jürgen Böttchers neorealistischem Alltagsfilm »Jahrgang 65«, der bis heute ihren Ruf prägt – das allerdings erst seit 1990, denn seinerzeit passte der unkonventionelle Film voller skeptischer junger Leute nicht in die politische Landschaft der DDR. Hildebrand ging für die weitere Laufbahn nach Dresden ans Theater der Jungen Generation. Hier, wie auch am Staatstheater, später dem Boulevardtheater, spielte sie in Stoffen von Pirandello bis Herbert Jobst, die gelegentlich auch vom DFF übernommen wurden. In DFF-Mehrteilern wie »Das Licht der schwarzen Kerze« mit Giso Weißbach und »Stülpner-Legende« mit Manfred Krug (beide 1973) war sie dabei, im Defa-Historienfilm »Jörg Ratgeb, Maler« (1978) gab sie die Frau des Helden. In guter Erinnerung bleibt sie besonders denen, die das Glück hatten, sie heiter bis besinnlich mit Chansons zu erleben.
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