Schmaus, Warneke, Koch
In der Woche vor ihrem 22. Geburtstag fand sich Cornelia Schmaus auf dem Titelblatt einer Illustrierten wieder. Die DDR-Programmzeitschrift FF kündigte den Zweiteiler »Frühlingswogen« (1968) nach Iwan Turgenjew an, in dem die Nachwuchsdarstellerin neben Otto Mellies und Larissa Lushina ihr Können bewies. Die am 15. September vor 80 Jahren geborene Tochter einer Dramaturgin und des Dichters Stephan Hermlin ging nach dem Schauspielstudium noch 1968 ans Schauspielhaus Karl-Marx-Stadt, wo sie die Ära von Intendant Gerhard Meyer mehr als ein Jahrzehnt lang mitprägte. Entsprechend selten stand sie vor der Kamera, so 1975, als der DFF Piet Dreschers Inszenierung von Seán O’Caseys »Rote Rosen für mich« übernahm. Später wirkte Schmaus für mehrere Spielzeiten an der Berliner Volksbühne. Gelegentlich spielte sie große Rollen in Filmen von Iris Gusner, Bernhard Wicki und Andreas Kleinert, und erst, als sie im neuen Jahrtausend die Theaterarbeit einschränkte, hatte sie Zeit, häufig in Krimis (oft im »Polizeiruf 110« oder »Tatort«), Melodramen (»Liebe Schwester«, 2003) oder Dokumentarspielen (»Mogadischu«, 2008) aufzutreten. Nach einer Folge von »Ein starkes Team« hat sie 2019 eine Drehpause eingelegt, und das Publikum hofft, dass die bald vorüber ist.
Er habe seine Seele in die künstlerische Aufgabe gelegt, hieß es über Lothar Warneke, der am Dienstag 90 geworden wäre. Die Anspielung auf die Seele des Regisseurs, der oft in Gegenwartsfilmen im dokumentarischen Stil die in Teilen widersprüchliche Entwicklung der DDR zum Thema machte, verweist auf seine Anfänge: ein Theologiestudium, ehe er in Babelsberg zum Film kam. Nachdem Warneke Brigitte Reimanns »Franziska Linkerhand« unter dem Titel »Unser kurzes Leben« 1980 auf die Leinwand brachte, wurde »Die Beunruhigung« von Helga Schubert mit Christine Schorn in der Hauptrolle über die Auseinandersetzung mit einer Krebserkrankung zum Überraschungserfolg. Sein großer Wurf gelang mit »Einer trage des anderen Last«, in dem zwei junge Männer in einem Sanatorium der Nachkriegszeit aufeinanderstoßen – einer ein evangelischer Vikar, der andere ein überzeugter Marxist bei der Volkspolizei. Die Hauptdarsteller Manfred Möck und Jörg Pose erhielten 1988 gemeinsam einen Silbernen Bären der Berlinale. Trotzdem war es für Warneke schwer, nach 1990 Geld für neue Produktionen aufzutreiben. Mit weniger Aufwand konnte er noch Dokumentarfilme realisieren, ehe er mit 68 Jahren nach schwerer Krankheit starb. Sein Freund Lothar Bisky forderte in seiner Abschiedsrede: »Filme hält man lebendig, indem man sie aufführt. Spielt Warnekes Filme!«
Gleiches gilt für den auf den Tag genau gleichaltrigen sorbischen Schriftsteller Jurij Koch aus der Lausitz, der glücklicherweise unter uns weilt. Vier seiner Erzählungen sind bei der Defa zwischen 1980 und 1991 verfilmt worden, aber Koch hat auch Kinderbücher und Gedichte veröffentlicht, in denen er von den Menschen in der Lausitz und auch viel von seinem Leben in einer besonderen Landschaft erzählt. Lest Jurij Kochs Bücher!
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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