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Unblock Cuba!

Was bringen Sie mit Ihrem Konvoi nach Kuba?

Mit der dritten Lieferung sollen Medikamente und Kinderspielzeug den Osten der Insel erreichen, erklärt Lucilla Chiesa

Foto: Norlys Perez/REUTERS
Ein Konvoi erreicht Kuba (Havanna, 24.3.2026)

Parallel zu den aktuellen Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Fidel Castro kommt ein dritter Konvoi von »Nuestra América« in Kuba an. Wie läuft das ab?

Wir haben in diesem Jahr, seit der Zuspitzung der Lage vor Ort durch die totale Blockade, bereits zwei Konvois nach Kuba organisiert. Zum Teil mit Schiffen, zum anderen Teil mit Flügen haben wir Medikamente und anderes notwendiges Material auf die Insel gebracht. Der dritte Konvoi findet vom 7. bis zum 19. August statt. Wir haben die politische Entscheidung getroffen, die Lieferungen nicht nur in die Hauptstadt zu bringen, sondern in entferntere Gemeinden im Osten des Landes, die schwieriger zu erreichen sind. Der Konvoi wird mit 47 Teilnehmern per Flugzeug in der Stadt Holguín landen, jeder mit zwei zusätzlichen Koffern an Hilfslieferungen. Die Teilnehmer kommen überwiegend aus Italien, aber auch aus anderen europäischen Ländern und aus Mexiko. Die Materialien werden wir bis diesen Mittwoch in der Provinz Santiago de Cuba verteilen. Am Donnerstag, dem 100. Geburtstag des Comandante en Jefe Fidel ­Castro, werden wir an einer Karawane zu seinem Geburtsort Birán teilnehmen. Danach werden wir noch weitere Provinzen im Osten des Landes besuchen und die Hilfsgüter verteilen.

Welche Materialien bringen Sie mit und wie läuft die Verteilung?

Zu einem großen Teil Medikamente, aber auch Dinge wie Kinderspielzeug. Die Verteilung läuft in allen Gemeinden in Absprache mit dem Gesundheitsministerium und den örtlichen Grundschulen.

Warum haben Sie den Osten Kubas ausgewählt?

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Wir sind mit den Menschen in der Region schon länger vernetzt. Im Rahmen der AICEC aus Italien, der Agenzia per l’Interscambio Culturale ed Economico con Cuba, arbeiten wir mit Bauern zusammen, die Kaffee anbauen, der sowohl in Kuba als auch in Europa verkauft wird.

Wie setzen Sie sich in Italien für Kuba ein?

Wir haben gerade eine zweimonatige Kampagne im Juni und Juli in verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt. Der Fokus ist weiterhin, das EU-Parlament zu einer Resolution gegen die Blockade aufzufordern. Wir wollen zeigen: Die Blockade trifft nicht nur Kuba, sondern auch das Recht auf freien Handel in Europa. Die EU-Abgeordneten, die mit uns am ersten Konvoi teilnahmen, unter ihnen Marc Botenga von der belgischen Partei der Arbeit sowie Abgeordnete aus Italien, tragen das Anliegen nach Brüssel.

In manchen Medien wird kolportiert, Kuba sei ein gescheiterter Staat. Sie leben aktuell auf der Insel. Wie sehen Sie das?

Das Leben in Kuba hat sich seit Januar drastisch verschlechtert. Insbesondere in entlegenen Gemeinden ist die Situation dramatisch. Das hervorragende kubanische Gesundheitssystem, mit einem Familienarzt auch in den entferntesten Bergregionen, stößt an seine Grenzen, wenn es keine Ressourcen, keine Medikamente und keinen Strom mehr gibt. Wir haben mit Ärztinnen und Ärzten gesprochen, die Operationen unter dem Licht der Handylampe durchgeführt haben. Aber von Kuba, das dank seiner Revolution Ärzte und Lehrer flächendeckend auch in die entlegensten Gebiete entsandt hat, als einem »gescheiterten Staat« zu sprechen, ist absurd und böswillig. Wir müssen auch daran erinnern, dass Kuba nicht erst seit Januar von einem deutlich mächtigeren Staat blockiert wird, sondern seit 65 ­Jahren.

Das kubanische Parlament hat umfangreiche Wirtschaftsreformen beschlossen, in denen manche eine Rückkehr zum Kapitalismus sehen. Ist das auch Thema in der Solidaritätsbewegung in Italien?

Wir beobachten selbstverständlich diesen Transformationsprozess, der in einer Zeit des Ausnahmezustandes und der schweren Krise in Kuba stattfindet. Wir können aktuell noch nicht sagen, was das Ergebnis dieser Maßnahmen, die auch durch äußeren Druck zustande gekommen sind, sein wird. Aber Kuba hat immer bewiesen, dass es flexibel ist und auf Veränderungen reagieren kann. Die Lage ist heute nicht die gleiche wie 1959.

Lucilla Chiesa ist in der Kampagne »Let Cuba Breathe« und im Konvoi »Nuestra América« aktiv.

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.08.2026, Seite 3, Ausland

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