junge Welt - 2 Wochen gratis testen!
Gegründet 1947 Sa. / So., 18. / 19. April 2026, Nr. 90
Die junge Welt wird von 3063 GenossInnen herausgegeben
junge Welt - 2 Wochen gratis testen! junge Welt - 2 Wochen gratis testen!
junge Welt - 2 Wochen gratis testen!
Aus: Ausgabe vom 18.04.2026, Seite 1 (Beilage) / Wochenendbeilage
Unblock Cuba

»Ich bin bereit, mein Land zu verteidigen«

Über Folgen der Blockade gegen Kuba, Fragen des gesellschaftlichen Bewusstsein und die »Diktatur des Volkes«. Ein Gespräch mit Aleida Guevara
Interview: Carmela Negrete
1_A.png
Aleida Guevara (März 2026)

Aleida Guevara, Sie sind Kinderärztin, inzwischen im Ruhestand, und erleben die Folgen der Blockade für die kubanische Bevölkerung aus erster Hand. Wie betrifft sie insbesondere die Kinder?

Ärzte hören nie auf, Ärzte zu sein, auch wenn wir nicht mehr aktiv tätig sind. Und das, was mit den Kindern in Kuba geschieht, ist besonders hart. Ich habe sehr schwierige Situationen erlebt, zum Beispiel auf Stationen mit Kindern, die an Leukämie litten und Dutzende Male am Tag erbrachen, weil wir keinen Zugang zu den geeigneten Medikamenten hatten. Es ist nicht so, dass es sie nicht gegeben hätte, sondern sie gelangten zu extrem hohen Preisen nach Kuba oder über Zwischenhändler, weil Unternehmen, die direkt an das Land verkaufen, sanktioniert werden können. Das zwingt dazu, mehrere Vermittlungsstufen zu nutzen, um Repressalien zu vermeiden, was den Zugang zu lebenswichtigen Behandlungen enorm verteuert und erschwert.

Wenn eine Firma Medikamente direkt an Kuba verkauft, kann sie vom US-Markt ausgeschlossen werden oder sogar erleben, dass ihren Führungskräften und deren Familien die Einreise in die Vereinigten Staaten eingeschränkt wird. Für kleine Unternehmen ist das unmöglich aufrechtzuerhalten. Und am Ende sind es die Patienten, insbesondere die Kinder, die darunter leiden.

Ursprünglich sollte die auf US-Gesetzen beruhende Blockade weder Lebensmittel noch Medikamente betreffen, aber die Vereinigten Staaten haben sie im Laufe der Zeit ausgeweitet und weitere Einschränkungen hinzugefügt, so dass vor allem die Ernährung und die Medikamente betroffen waren. Ich habe Kinder gesehen, die vielleicht hätten gerettet werden können, wenn es möglich gewesen wäre, Medikamente rechtzeitig zu kaufen.

Erinnern Sie sich an einen Fall, der Sie besonders geprägt hat?

Ja, einen sehr schmerzhaften. Ein Kind mit herpetischer Meningoenzephalitis benötigte ein Medikament, das nur in den Vereinigten Staaten hergestellt wurde. Internationale Solidarität ermöglichte den Kauf, aber man erlaubte nicht, es aus dem Land zu bringen. Schließlich transportierte der damalige argentinische Konsul es in seiner Jackentasche. Er leitete seinen Flug um, um es nach Kuba zu bringen. Als das Medikament ankam, war es jedoch bereits zu spät, und das Kind war gestorben. Situationen wie diese treffen einen tief, denn es gibt keinen Grund, ein solches Leid zu verursachen, und schon gar nicht, es Kindern zuzufügen.

Nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Lagers durchlief Kuba die sogenannte Sonderperiode. Wie haben Sie diese erlebt?

Es war ein enormer Schlag. Kuba war in hohem Maße vom Austausch mit dem sozialistischen Lager abhängig, besonders im Energiebereich. Wir bekamen russisches bzw. sowjetisches Erdöl. Wir hatten so viel Öl, dass wir sogar Nicaragua etwas davon geben konnten. In diesem Austausch lieferten wir Zitrusfrüchte, Tabak und Zucker, aber sie gaben uns alles andere. Deshalb produzierten wir vieles nicht im eigenen Land.

Als das sozialistische Lager zusammenbrach, war die Lücke enorm. In der Sonderperiode sagten wir, dass wir den Tiefpunkt erreicht hatten. Als diese Unterstützung wegfiel, musste das Land seine Wirtschaft praktisch von Grund auf neu aufbauen. Es war, als würdest du gerade die Decke streichen und jemand zieht dir die Leiter weg: Zuerst fällst du, und dann musst du sie Sprosse für Sprosse wieder aufbauen – mit sehr wenigen Ressourcen.

Welche Rolle haben europäische Unternehmen, etwa aus Spanien, damals gespielt?

Unterschiedliche. Ich erinnere mich an den Fall einer spanischen Hotelkette, die von den Vereinigten Staaten bedroht wurde: Man wollte ihre Geschäfte in Miami schließen, wenn sie weiterhin in Kuba tätig sei – Meliá. Das Unternehmen antwortete, man solle das tun, müsse dann aber für die Investitionen entschädigen und die arbeitsrechtlichen Konsequenzen tragen, denn 20.000 Menschen würden arbeitslos werden. Solche Positionen waren wichtig, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit aufrechtzuerhalten. Sie sind keine Sozialisten, aber sie handeln würdevoll als Unternehmen und lassen sich nicht manipulieren.

Und wie ist das heute?

Die aktuelle Ölblockade betrifft sie ebenfalls, denn es ist offensichtlich: Wenn es keine Touristen gibt, stehen die Hotels leer. Das ist natürlich ein ernstes Problem. Europa spricht innerhalb der Europäischen Union mit einer Stimme. Deshalb kann Spanien sehr selten davon abweichen und muss eine ganze Reihe von Regeln innerhalb der europäischen Gemeinschaft einhalten. Trotzdem haben wir spanische Unternehmen, die weiterhin mit Kuba handeln und versuchen, ihre Geschäfte dort aufrechtzuerhalten. Das ist nicht einfach. Nicht nur wegen der aktuellen Situation, sondern auch, weil sich die Bezahlung von Investoren oft verzögert, da wir das Geld möglicherweise für andere Dinge benötigen. Und sie sind Kapitalisten. Kapitalisten gehen an einen Ort, um zu gewinnen, niemals um zu verlieren.

Dennoch waren sie lange Zeit sehr solidarisch mit Kuba. Das muss man auf jeden Fall anerkennen. Es gibt viel Druck, das stimmt. Und in der gegenwärtigen Situation laufen viele dieser Hotels auf Minimalbetrieb. Viele Ressourcen sind für sie verschwunden, und sie mussten Bereiche schließen, weil ihnen keine andere Wahl blieb. Ich mache ihnen dafür keinen Vorwurf, das sage ich ganz ehrlich. Ich glaube vielmehr, dass die europäischen Regierungen mehr Bewusstsein haben sollten. Hier in Deutschland hatte ein Abgeordneter der Linken, den ich im Parlament besuchte, eine Weltkarte in seinem Büro. Er sagte: Dieser Teil der Welt – und zeigte auf Europa – überlebt nicht ohne den Rest. Das ist eine große Wahrheit, und die europäischen Länder haben diese Situation noch nicht wirklich erkannt. Wenn man fragt, welche die beste Schokolade der Welt ist, sagen die Leute: belgische französische, italienische … Aber in diesen Ländern wurde nie Kakao angebaut. Niemals. Wir bauen ihn an – wir, die Menschen im Kongo, die Südamerikaner –, aber sie nicht. Und beim Erdöl ist es ähnlich: Nur wenige europäische Länder verfügen über Erdöl, sie müssen es kaufen.

In Kuba fällt das kulturelle Niveau der einfachen Bevölkerung auf.

Das ist kein Zufall. Seit dem Sieg der Revolution wurde auf Bildung als Grundlage der Freiheit gesetzt. José Martí sagte, dass ein gebildetes Volk ein freies Volk ist, und diese Idee hat die Entwicklung des Landes tief geprägt. Selbst in ländlichen Regionen ist das kulturelle Niveau der Bevölkerung bemerkenswert, weil Bildung immer Priorität hatte. Es ging nicht nur darum, Schulstufen zu absolvieren, nein, es ging um universelle Bildung.

Eine Freundin von mir aus der Solidaritätsbewegung – damals, als es in Kuba noch keinen Tourismus gab – hatte eine Autopanne mitten im Nirgendwo auf dem Land. Ein Bauer zog das Fahrzeug mit seinem Traktor heraus und nahm sie in dieser Nacht bei sich zu Hause auf. Sehr solidarisch. Sie unterhielt sich gern mit dem Kind der Familie, und als sie sagte, sie komme aus der Schweiz, antwortete es: »Ach, du bist aus der Schweiz! Aus dem Land von Wilhelm Tell!« Sie dachte sich: »Nicht einmal wir Schweizer wissen das!«

Es stimmt, es gibt ein kulturelles Niveau, das weiter ausgebaut werden muss, denn das Volk hat jeden Tag das Bedürfnis zu lernen. Die wirtschaftlichen Situationen sind es, die uns treffen. Allerdings haben wir irgendwann auch die politische Bildung vernachlässigt, und das ist etwas anderes. Das kulturelle Niveau muss umfassend sein, einschließlich der politischen Bildung.

Ein einfaches Beispiel: Als ich Medizin studierte, hatten wir Politische Ökonomie im Studium, und wir hatten sogar mehr Unterrichtsstunden in Politischer Ökonomie als in Medizin. Damals protestierten wir und sagten: Wir sind Ärzte, keine Ökonomen, wir können nicht mehr Unterrichtsstunden in Ökonomie als in Medizin haben. Was geschah danach? Man strich die Politische Ökonomie aus dem Studium, und jahrelang haben wir Gesundheitsfachkräfte ohne dieses Wissen ausgebildet. Und das ist eine Todsünde, denn ein Arzt in einer sozialistischen Gesellschaft muss berücksichtigen, wieviel Dinge den Staat und das Volk kosten. Wieviel es kostet, ein angemessenes öffentliches Gesundheitssystem aufrechtzuerhalten.

Diese Ausbildung braucht man auch, wenn man später mit kapitalistischen Situationen konfrontiert wird, an den Orten, an denen wir oft arbeiten, um sich bewusst zu sein, was man tut. In diesen Bereichen haben wir Fehler gemacht, wir haben die ideologische Bildung der Jugendlichen vernachlässigt. Daran wird natürlich gearbeitet, denn im Studium wurde die Politische Ökonomie wieder eingeführt. Das ist eine Erleichterung, denn man kann keinen revolutionären Fachmann ohne eine wirtschaftliche Grundlage ausbilden – ohne dass er versteht, was um ihn herum geschieht.

1.png
Ernesto "Che" Guevara und seine Frau Aleida March mit ihren Kindern Aleida (links neben ihrer Mutter), Camilo, Celia und Ernesto (1965)

Hier in Deutschland werden Krankenhäuser in ländlichen Regionen geschlossen und Gesundheitsleistungen gekürzt, während die Regierung viel Geld für Waffen ausgibt. Wie sehen Sie das als Ärztin?

Das ist sehr schlecht. Deutschland war ein Land mit einer stark entwickelten öffentlichen Gesundheitsversorgung. Ich war zum Beispiel sehr gut mit einem Arzt befreundet, der im Süden des Landes lebte. Er war sehr solidarisch mit Kuba und gehörte der SPD, an. Er hatte eine Privatpraxis, die später sein Sohn übernahm. Aber schon damals sagte er, dass in einem Land, das über ein öffentliches Gesundheitssystem verfügte, Krankenhäuser geschlossen werden. Das geht gegen das Volk.

Was geschah, als das europäische sozialistische Lager verschwand? Das alte Europa musste nichts mehr beweisen. Solange es Konkurrenz gab, musste man sagen: Moment mal, der Kapitalismus ist gar nicht so schlecht, er hat auch ein öffentliches Gesundheitssystem, er hat auch öffentliche Bildung … Aber jetzt kümmert es niemanden mehr, weil das nicht mehr existiert. Also: harter, unverblümter Kapitalismus. Wer Geld hat, gewinnt – wer keins hat, bleibt auf der Strecke.

Diese Fragen werden nicht gründlich analysiert. Denn damit ein Volk produzieren kann, muss es gesund sein. Ich spreche hier nicht als Sozialistin, sondern als Gesundheitsfachfrau. Wenn Ihre Bevölkerung nicht gesund ist, produziert sie nicht. Dann können Sie sie auch nicht ausbeuten – also seien Sie wenigstens ein bisschen intelligent. Garantieren Sie Ihrer Bevölkerung zumindest eine grundlegende Gesundheitsversorgung. Aber das passiert nicht.

Hier berichten die Mainstreammedien, dass es in Kuba eine Diktatur gibt und deshalb die Menschen dort schlecht leben …

Nun, wir haben als eine Art »Diktatur des Volkes« begonnen. Das ist der Sozialismus in seinen ersten Momenten: Diktatur des Volkes. Das Wort sagt alles. Die Gesetze werden vom Volk bestimmt. In Kuba wird derzeit kein Gesetz verabschiedet, ohne dass es zuvor massenhaft mit dem Volk diskutiert wurde. Und danach wird es auf Ebene der Nationalversammlung verabschiedet. Zum Beispiel das Projekt zu Frauen und Kindern. Das war ein ganzes Kapitel voller Diskussionen und weiterer Diskussionen. Das Familiengesetzbuch wurde von Studierenden, Fachleuten, Bauern und Hausfrauen diskutiert und analysiert. Alle haben mitgemacht. Und was an die Nationalversammlung weitergegeben wurde, war: »Das gefällt mir nicht« und »das ist so und so« und »dies und jenes«.

Wenn es viele Übereinstimmungen gab, musste die Nationalversammlung diese berücksichtigen und den Gesetzentwurf ändern. Und so wurde er immer wieder geändert – weißt du wie oft? Mehr als zehnmal wurde der Entwurf durch den Druck des Volkes verändert.

Bis schließlich ein gewisser Konsens erreicht wurde und die Nationalversammlung ihn dann verabschiedete. Und heute gibt es das neue Familiengesetzbuch, in dem zum Beispiel gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt sind und all diese Dinge, die für ein Land wie unseres sehr neu sind, das eine spanische und afrikanische Kultur hat, von denen beide sehr machistisch geprägt sind. Es hat viel Arbeit gekostet, diese Denkweise bei den Menschen zu verändern.

Und ich sage nicht, dass wir es zu 100 Prozent geschafft haben – ganz und gar nicht. Außerdem hat auch die katholische Religion Einfluss, die das ebenfalls nicht akzeptiert. Und unser Glück war, dass beim letzten Votum die katholische Kirche die Gläubigen beeinflusst hat, nicht zur Abstimmung zu gehen. Da sie nicht hingegangen sind, gewann das »Ja« problemlos, und wir haben gewonnen. Aber so war es: eine Diskussion nach der anderen, es geht darum, kein Gesetz ohne die Zustimmung des Volkes zu verabschieden.

Hier in Deutschland denken sogar einige Kommunisten, dass in der DDR einer der Fehler darin bestand, keine private Initiative zuzulassen und den Wettbewerb nur wenig gefördert zu haben …

Nein, eines der ernsthaftesten Probleme ist das gesellschaftliche Bewusstsein. Wie formt man eigentlich soziales Bewusstsein in einem Volk? Wie? Denn wenn du private Initiative zulässt, dann sind das kapitalistische, keine sozialistischen Werkzeuge. Daher gilt: Eine Person in Kuba heute, die zum Beispiel Eigentümer eines kleinen Unternehmens ist, wird, wenn sie etwas produziert, das der Staat nicht produzieren kann, in die Wirtschaft integriert und verbessert die Wirtschaft des Landes. Dagegen ist nichts einzuwenden.

Aber trotzdem muss man vorsichtig sein mit dem Eigentümer, denn … wie formst du das gesellschaftliche Bewusstsein dieser Person? Wenn er sich nur noch um den Profit kümmert, den er erhält, um das Geld, das in seine Taschen fließt – wo bleibt dann das soziale Denken, wo bleibt das sozialistische Denken? Das ist schwierig.

Aber in jedem Fall arbeitet er weiterhin für das Volk. Es gibt jedoch andere private Unternehmen, die nichts produzieren, sondern importieren und versuchen, dem Volk Lebensmittel und neue Dinge zu bringen, aber zu Preisen, die niemand bezahlen kann, weil sie in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen Löhnen stehen, die wir erhalten.

Dann entsteht ein Loch in der Wirtschaft und allgemeine Unzufriedenheit, weil man sich mit seiner Arbeit nicht das leisten kann, was man braucht. Der Staat, da er blockiert ist, kann diese Waren nicht selbst beschaffen. Die Vereinigten Staaten erlauben diesen Unternehmen zu operieren, weil es deren Geschäft ist, zu versuchen, das Land von innen heraus zu ruinieren. Daher ist das Privateigentum in diesem Sinne ein Krebsgeschwür innerhalb der sozialistischen Gesellschaft.

Wie denken Sie, könnte man beginnen, das Geflecht des US-amerikanischen Imperialismus zu zerschlagen?

Es muss von innen heraus geschehen. Historisch gesehen sind die wichtigsten Veränderungen eingetreten, wenn die Völker ein Bewusstsein entwickelt haben. Das geschah im Vietnamkrieg, als der Druck in der US-amerikanischen Gesellschaft das Ende des Konflikts erzwang. Die Vietnamesen haben sich richtig reingehängt. Mutige Leute, wirklich mutig. Bis zum allerletzten Moment. Aber den Krieg hat letztlich die »Aufgabe« des amerikanischen Volkes entschieden. Der Krieg stoppte, als die US-Amerikaner sagten: »Bis hierhin und nicht weiter.« »Genug ist genug, weil mir das nur noch Tote bringt, Tote, Tote. Und warum? Wofür?« Und als sie sich bewusst wurden, was sie da taten, wurde der Krieg gestoppt.

Ebenso wird das Ende der Blockade gegen Kuba und der aggressiven Politik in hohem Maße von der Mobilisierung und dem Bewusstsein der Völker abhängen, insbesondere des US-amerikanischen Volkes selbst.

Das amerikanische Volk ist das einzige, das dies durchbrechen und dieses Imperium von innen heraus stoppen kann. Und das zeigen sie jetzt auch. Ganze Städte mobilisieren gegen die Politik von Trump. Sie haben erkannt, dass er nicht einfach ein Präsident ist: Er will ein Kaiser sein. Und so haben sie auf gewisse Weise ein Bewusstsein entwickelt.

Auch wenn der Widerstand gegen ihn im eigenen Land wächst: Trump droht offen damit, sich Kuba »zu nehmen«. Haben Sie Angst, dass die USA nun Kuba überfallen könnten?

Natürlich beunruhigen uns die Drohungen des US-Präsidenten. Doch Angst ist nicht das richtige Wort, weil wir darauf vorbereitet sind. Schon seit Beginn der Revolution wissen wir, dass diese Gefahr besteht. Ich habe auch einmal gelernt, wie man mit eine Waffe umgeht. Und ich bin persönlich so wie viele andere Kubaner bereit, unser Land zu verteidigen. Zuletzt hat der Sänger Sivio Rodríguez auf seine Bitte hin in einem symbolischen Akt ein Gewehr überreicht bekommen. Ich bin deswegen schon etwas neidisch und fordere auch ein Gewehr für mich.

Aleida Guevara (geb. 1960 in Havanna) ist das älteste von vier Kindern von Ernesto »Che« ­Guevara und Aleida March. Sie arbeitete auf Kuba und bei kubanischen medizinischen Missionen in Angola, Ecuador und Nicaragua als Kinderärztin. Guevara ist Mitglied der Kommunistischen Partei Kubas. Am 11. April wurde Guevara in Berlin von der Tageszeitung junge Welt und dem Kulturmagazin Melodie & Rhythmus mit dem Rosa-Luxemburg-Preis für ihr praktisches Wirken als Internationalistin und stellvertretend für das widerständige kubanische Volk ausgezeichnet.

Probeabo

Sie lügen wie gedruckt. wir drucken, wie Sie lügen.
Jetzt 2 Wochen gratis lesen – das Probeabo endet automatisch!
 

links & bündig gegen rechte Bünde

Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.

Ähnliche:

Mehr aus: Wochenendbeilage