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Giannis letzte Schlacht? Die UEFA bläst zum Sturz des FIFA-Chefs
War es der eine Schritt zu weit für Gianni Infantino? Der im Weltfußball gerade noch allmächtig wirkende FIFA-Präsident ist mit seinem nächsten Investorenmodell furios gescheitert. Nun bläst die Europäische Fußballunion UEFA zu seinem Sturz.
Die Situation ist günstig, seine Position geschwächt. Erstaunlich, wie schnell sich etwa der asiatische Kontinentalverband AFC mit der harschen Kritik der UEFA solidarisierte. Diesem, wie auch dem mittel- und nordamerikanischen Verband CONCACAF, ging vor allem Infantinos Selbstherrlichkeit zu weit. Offenbar in dem Wissen um die Brisanz seines Vorhabens, die kommerziellen Nutzungsrechte der FIFA-Turniere teilweise zu veräußern, aber mit dem festen Willen, die eigene Macht abzusichern, überschätzte Infantino diese. Er meinte, bei seinen Gewährsmännern vorab nicht ausreichend antichambrieren zu müssen – ein entscheidender Fehler, wie sich herausstellte. Selbst Infantinos Chefberater und Mittler ins Weiße Haus, der US-amerikanische Investmentbanker Carlos Cordeiro, sah sich übertölpelt und trat aus Protest zurück. US-Präsident Trump wollte mit seinem Schweizer Kumpel nicht über das Projekt gesprochen haben. Selbst in der Verbandszentrale in Zürich bröckelt offenbar der Rückhalt.
In der Nacht zum Sonnabend kassierte Infantino die Pläne wieder, das Projekt habe »zu Spaltungen geführt«, hieß es in einer Mitteilung. Nach der Drohung der Europäischen Fußballunion UEFA, alle FIFA-Turniere zu boykottieren, blieb ihm keine andere Wahl. Zu wichtig sind die europäischen Teams für die Vermarktung. Doch UEFA-Chef Alexander Čeferin hat die Chance erkannt, Infantino zu stürzen. »Die derzeitige FIFA-Führung hat nicht nur das Vertrauen der UEFA verloren, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fußballfamilie«, erklärte der europäische Dachverband nach Infantinos Rückzieher. Nun müsse streng geprüft werden, wie es zu dem »schäbigen, hinter verschlossenen Türen ausgehandelten und undurchsichtigen Deal« habe kommen können. »Diese Überprüfung muss gründlich und umfassend sein. Keine Option darf von vornherein ausgeschlossen werden.« Javier Tebas, Chef der spanischen Liga und Verbündeter Čeferins, forderte Infantino am Wochenende unverblümt zum Rücktritt auf.
Dem scheidenden UEFA-Präsidenten werden eigene Ambitionen auf die FIFA-Präsidentschaft nachgesagt. Schon Infantino hatte sich einst als UEFA-Generalsekretär als Saubermann nach den Korruptionsskandalen der Ära Sepp Blatter inszeniert. Um dann dessen Modell zu perfektionieren: Mit immer weiter gehender Kommerzialisierung der Nationalmannschaftsturniere und Sportswashing steigende Einnahmen und damit die Unterstützung der nichteuropäischen Verbände zu sichern. Das ging zu Lasten der Europäer, die selbst bereits genug verdienen. Doch selbst, wenn Čeferin der Coup gelingt: Auch er wird Gefolgschaft nicht geschenkt bekommen.
Noch hat Infantino Unterstützer. Der afrikanische CAF hält ihm die Treue und der wichtige lateinamerikanische CONMEBOL distanziert sich zumindest nicht. Auch einzelne Nationalverbände aus Asien wie die Libanons und Katars halten weiter zum amtierenden Präsidenten. Im März 2027 will sich Infantino in Rabat auf dem 77. FIFA-Kongress eine letzte Amtszeit sichern.
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