-
1 Leserbrief
- → Sport
Stoppt den Irren!
Nun ist sie vorbei, die vermeintlich größte und tollste WM aller Zeiten. Darunter macht es der FIFA-Boss Gianni Infantino nicht. Wir Fans dagegen hatten zwei Wochen Zeit, alles sacken zu lassen: Fußballspiele, die wegen fester Trinkpausen nun in Viertel eingeteilt sind. Schiedsrichterentscheidungen nach willkürlich wirkenden Maßgaben, die uns ratlos zurücklassen. Rote Karten, die keine Sperre nach sich ziehen, weil Politiker zum Telefonhörer greifen. Von einer monströsen Halbzeitshow beim Finale mit fast 30 Minuten Pause oder der Legalisierung des Ticketschwarzmarkts ganz zu schweigen. Alles, aber auch wirklich alles, was wir als Fußballfans vor der WM befürchtet haben, ist sogar noch übertroffen worden.
Und es könnte noch schlimmer kommen. Denn nun soll die bereits völlig aufgeblähte WM noch mal erweitert oder Anteile an der WM an Investoren verkauft werden. Was nur ist aus unserem Fußball geworden? Ein Mann wie Infantino und seine Leute können den Fußball nicht lieben. Sonst würden sie all das nicht machen. Diesem Gebaren muss endlich Einhalt geboten werden.
Und wo ist eigentlich der Aufschrei aus der Zentrale des DFB? Warum macht sich der größte Sportfachverband der Welt nicht zur Speerspitze des Kampfes gegen Infantino? Lassen wir ihn und Leute wie ihn weiter gewähren, ruinieren sie unser Spiel endgültig.
Aus meiner Sicht kann es nur eine Konsequenz geben. Der europäische Fußball boykottiert ab sofort geschlossen alles, was die FIFA plant. Keine Teilnahme an der Klub-WM oder anderen Weltmeisterschaften. Dann kann es kein »Weiter so« mehr geben. Dafür ist die europäische Beteiligung für die Verwertung zu wichtig.
Als Fan will man dem DFB und der UEFA zurufen: »Traut euch endlich und stoppt diesen Irren.« Unsere Unterstützung als Fans ist euch gewiss. Denn es ist unser Fußball.
»Sport frei!« vom Fananwalt.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 2,0
-
Wolfgang Schlenzig aus Berlin-Mariendorf 31. Juli 2026 um 18:24 UhrIch finde die Reaktion der Europäer zu Infantinos Plänen fadenscheinig und scheinheilig. Schon jetzt sind die Fußballklubs Europas, in Deutschland formal bis jetzt nur zu 51 Prozent in den Händen von Investoren und werden an der Börse gehandelt. Die Spieler werden wie Sklaven auf dem Markt gehandelt, mit dem Ziel der Profitmaximierung. Viele Fußballstadien und auch einige Bundesligen wie Eishockey, Basketball und Handball haben schon die Namen ihrer geldgebenden Sponsoren. Ich sehe im Handeln Infantinos Folgerichtigkeit. Eben alles maximal vermarkten. Und seine Argumente sind sicher auch scheinheilig, weils vor allem um eine gigantische Geldmaschine geht, aber auch nicht von der Hand zu weisen, was die Unterstützung all der Länder angeht, die nicht Industrieländer sind, von denen ausgebeutet werden und nur wenig vom großen kapitalistischen Kuchen abkriegen. Dass sich da Trump und seine Family mit reinhängen, war ja nach dieser WM zu erwarten. Trump hat ja schon gesagt, dass künftige Fußball-WMs nur noch in den USA stattfinden sollten, wenn andere irgendwelche moralischen »Bauchschmerzen« haben sollten. Das ist alles nichts anderes als gewöhnlicher Kapitalismus. Da kann man nur mitmachen oder das System ändern.
Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
