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Spaßbremse des Tages: Wiesnflation

Foto: IMAGO/Bihlmayerfotografie
Ein Prosit der Gemütlichkeit

Es ist wieder soweit: Am Samstag wurde in München das Oktoberfest eröffnet, das schönste oder zumindest größte Massenbesäufnis auf Gottes grüner Erde. Neu dabei ist OB Dominik Krause von den Grünen, der den Bieranstich routiniert mit zwei Schlägen meisterte und anschließend noch etwas mit CSU-Ministerpräsident Markus Söder kungelte. Sehr schön. Nicht so schön: die 50 KI-gestützten Überwachungskameras, die für »Sicherheit« sorgen sollen. Ein eigener »Crowd­spotter« hält nach gefährlichen Zusammenrottungen Ausschau, damit den 600 Polizeibeamten nicht langweilig wird, wenn der Russe keine Drohnen schicken will.

Auch nicht lustig: die Entwicklung der Bierpreise. Die sind seit 1985 nämlich um das Fünffache gestiegen und damit deutlich mehr als die allgemeine Teuerungsrate. Darauf machte kürzlich in seinem Newsletter Andreas Rees aufmerksam, der Chefökonom der Unicredit in Deutschland. Heuer kostet die Maß Bier auf der Theresienwiese im Schnitt 15,61 Euro, das sind 2,4 Prozent mehr als zuletzt. Immerhin, möchte man meinen, die allgemeine Inflation wird derzeit auf ca. drei Prozent geschätzt. Nur: 1985 kostete die Maß umgerechnet durchschnittlich bloß 3,20 Euro, was einer Inflationsrate von 400 Prozent entspricht. Die Verbraucherpreise sind dagegen im selben Zeitraum nur um 120 Prozent gestiegen. Man nennt das wohl »Wiesnflation«. Geht es am End’ gar nicht ums Biertrinken? Wir haben einen schrecklichen Verdacht.

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Die New Yorker können da nur lachen. Deren liebstes Brot ist derzeit nicht flüssig, sondern von einem Grazer Bäckermeister aus Roggenmehl gebacken, mit viel Liebe, versteht sich. Da darf der 1,5 Kilo schwere Laib auch 60 US-Dollar kosten, aktuell ca. 52,24 Euro. Worüber man in Berliner Redaktionsstuben nicht zu laut kichern sollte: Ums Eck bei »Zeit für Brot« langen sie auch kräftig zu. Was war ein Hipster? Jemand, der für ein Kilo Schwarzbrot 8,53 Euro blecht. Dann doch lieber zwei Kindl für 1,98. Frohes Fest!

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Erschienen in der Ausgabe vom 21.09.2026, Seite 3, Ansichten

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