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Spanische Exklaven

Marokko beteuert Unschuld

Hintergrund der Grenzübertritte in spanische Exklave Ceuta weiter unklar

Foto: Violeta Santos Moura /REUTERS
Der Hitze ausgeliefert: Diejenigen, die den Grenzübertritt überlebt haben, harren an Ceutas Stränden aus (3.8.2026)

Mehrere Tage hat es gedauert, bis der marokkanische Innenminister ­Abdelouafi Laftit sich am Sonntag dazu bequemte, im Abendfernsehen zu den Geschehnissen in den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla Stellung zu beziehen. Seine Darstellung deckt sich weitgehend mit der aus Madrid. Allerdings sollen ihm zufolge vergangene Woche 40.000 Menschen versucht haben, nach Ceuta zu gelangen, nach Melilla 1.135. Spanien hat dagegen insgesamt 60.000 Personen gezählt. Laftit zufolge gab es elf bestätigte Tote – Madrid spricht von mindestens 72.

Laftit sagte, dass die Grenzübertritte »kein spontanes Phänomen« gewesen seien, sondern auf »Verbreitung von Falschinformationen in sozialen Netzwerken«, »Aktivitäten von Schleuserbanden« sowie »fehlerhaften Auslegungen spanischer Rechtsvorschriften« beruhten. Bei den überwiegend jugendlichen Menschen sei bewusst die »Vorstellung genährt« worden, »dass es möglich sei, ohne rechtliche Konsequenzen nach Europa einzureisen«. Sinnwidrig wiedergegeben worden sei vor allem ein spanischer Gerichtsbeschluss, nach dem Schutzsuchende, die »über das Meer« nach Spanien gelangen, nicht einfach abgeschoben werden dürfen. Doch dies gilt nicht für Personen, die von einem marokkanischen Strand aus hundert Meter am Grenzzaun vorbei nach Ceuta schwimmen.

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Damit bleibt weiter ungeklärt, wer in der vergangenen Woche unter anderem auf Tik Tok Behauptungen verbreitet hat, dass die Grenzen zu den Exklaven offen seien. Die spanische Tageszeitung El País berichtete am Sonntag, dass die Absenderkonten bereits verschwunden oder gelöscht seien. Die zunächst reine Spekulation, dass die USA oder Israel etwas mit den Geschehnissen zu tun haben könnten, erhielt unterdessen Auftrieb durch den US-Abgeordneten Thomas Massie. Er wies am Sonnabend auf der Onlineplattform X darauf hin, dass der US-Kongress Mitte Juli einen Antrag verabschiedet habe, der eine Anerkennung der marokkanischen Souveränität über Ceuta und Melilla beinhalte. »Alle Republikaner außer mir haben dafür gestimmt – doch nun zeigen sie sich schockiert.« Möglicher Hintergrund: Die USA wollen sich über ihren Verbündeten in Rabat der Kontrolle der Meerenge von Gibraltar versichern, nachdem Iran zumindest teilweise die Straße von Hormus blockiert hat. Schließlich liegt Washington mit der aktuellen spanischen Linksregierung vor allem in der Nahostpolitik über Kreuz.

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Erschienen in der Ausgabe vom 04.08.2026, Seite 7, Ausland

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