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Außenseiter, Spitzenreiter
Kamerun gewinnt den Afrikacup der Frauen in Marokko
Beim Afrikacup der Frauen haben die Außenseiter den Favoriten die Show gestohlen. Im Endspiel in der marokkanischen Hauptstadt Rabat am Sonntag setzten sich die Fußballerinnen aus Kamerun mit 3:0 gegen die Elf aus Malawi durch, von der wohl niemand erwartet hatte, dass sie so weit kommen würde. Doch gegen die angriffsstarken Kamerunerinnen, die schon ihren Angstgegner Nigeria aus dem Turnier geworfen hatten, blieb den Frauen aus dem südlichen Afrika am Ende keine Chance. Am Sonnabend hatte bereits Algerien im Elfmeterschießen Marokko bezwungen und Bronze erobert. Das war für die Gastgeberinnen um so bitterer, als sie schon im Halbfinale im Elfmeterschießen gegen Kamerun ein Elfmeterschießen verloren hatten. Die kamerunische Torhüterin Michaely Bihina wurde zum Star dieses Spiels, indem sie drei Elfer hintereinander hielt.
Bemerkenswert war der Wettbewerb nicht nur wegen des überraschenden Ausgangs. Auch wurde noch nie soviel Aufwand bei einem Afrikacup der Frauen betrieben. Im November hatte der afrikanische Fußballverband CAF die Zahl der teilnehmenden Mannschaften erweitert. Im Frühjahr wurde der Wettbewerb dann kurz vor dem ursprünglich geplanten Anpfiff aus »organisatorischen Gründen« auf den Sommer verschoben. Nicht zuletzt sah Marokko ihn als Testlauf für die WM der Herren 2030, die es gemeinsam mit Spanien und Portugal veranstaltet. Das war auch schon beim Afrikacup der Männer im Winter der Fall, der zu einem Debakel für Marokko wurde. Zwar gewann die heimische Elf offiziell den Titel, jedoch nur, weil ihr der CAF im nachhinein am grünen Tisch gegen Senegal den Sieg zusprach. Ein endgültiges Urteil des Internationalen Sportgerichts in Lausanne steht noch aus.
Während des Turniers stand Marokko auch wegen der Geschehnisse um die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in den Schlagzeilen. Beim Versuch, Ceuta schwimmend zu erreichen, ertrank auch die marokkanische Fußballspielerin Faten Ben Omar El Azizi von Maghreb Atlético Tetuán. Das war ein Schock, doch eine Trauerminute gab es nicht. Der angeschlagene FIFA-Chef Gianni Infantino machte dem Turnier zwar seine Aufwartung, aber das Rezept der Funktionäre, immer größere und teurere Wettbewerbe zu veranstalten, scheint an der sozialen Realität zu scheitern. So hielt sich auch die Begeisterung der Marokkaner in Grenzen, wie die leeren Ränge in den Stadien bezeugten.
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