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Die Welt brennt, Multis kassieren
Ihre Preise machen arm, ihre Emissionen zerstören das Klima – aber ihre Gewinne haben die sechs größten Ölkonzerne verdoppelt
Der Ölpreis steigt in ungeahnte Höhen – die sechs größten Ölkonzerne der Welt sahnen ab. Seit die USA gegen den Iran Krieg führen, wurden die Preise für Öl drastisch angehoben, worunter vor allem normale Endverbraucher leiden. Im zweiten Quartal 2026 verdoppelten die Konzerne ihre Gewinne im Vergleich zum ersten Vierteljahr. So wird für Normalsterbliche nicht nur die Fahrt zur Zapfsäule zum Horrortrip. Durch die steigenden Energiekosten wird der gesamte Lebensunterhalt teurer. Auf diese Fakten verweist eine Pressemitteilung der britischen Organisation Oxfam, die sich auf das Bulletin »Big Oil profits expected to double as the world burns« beruft. Beide wurden am Dienstag veröffentlicht.
»Big Oil«, also die Konzerne BP, Chevron, Total, Exxon Mobil, Shell und Eni, machten »Milliardenprofite, während Menschen weltweit den Preis dafür zahlen«, erklärte Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam. »Berechnungen zeigen zudem, dass ihre historischen Emissionen die Häufigkeit und Schwere von Hitzewellen in diesem Jahrhundert erheblich angefacht haben.« Von den Tausenden Toten ganz zu schweigen, die den letzten Hitzewellen zum Opfer fielen.
Exxon Mobil steckt sich unterdessen 1.800 US-Dollar in die Tasche – pro Sekunde! Der US-Konzern Chevron folgte darauf mit 1.200 US-Dollar, Shell mit 1.000 Dollar pro Sekunde. »Die prognostizierten Gesamtgewinne der sechs Öl- und Gasunternehmen im Jahr 2026 summieren sich auf 147 Milliarden US-Dollar«, so Oxfam, »was mehr als den Gewinnen der vorangegangenen 21 Monate entspricht (von April 2024 bis Dezember 2025)«. Allein der französische Konzern Total Energies teilte am Dienstag mit, seinen bereinigten Nettogewinn im zweiten Quartal um 67 Prozent auf sechs Milliarden US-Dollar gesteigert zu haben.
Den Gewinnen stehen nicht nur die seit Jahren explodierenden Preise gegenüber, die Menschen weltweit zahlen müssen. Auch haben die großen Ölkonzerne nach von Oxfam ausgewerteten Daten Umweltschäden in Höhe von schätzungsweise 60 Milliarden US-Dollar verursacht. Bei der Summe dürfte es nicht bleiben, weil die Unternehmen ihre Produktion bis 2030 im Vergleich zu 2024 um 14 Prozent steigern wollen, was einer zusätzlichen Fördermenge von 2,5 Millionen Barrel Öl pro Tag entspräche. Soll heißen: Die Konzerne machen weiter Kasse, während Menschen und Natur darunter leiden.
Doch das muss nicht sein, würden Regierungen die Energiekonzerne zur Kasse bitten, erklärte Oxfam-Referent Schmitt. Es brauche eine radikale Politikwende: »die notwendige Transformation hin zu einer gemeinwohlorientierten Wirtschaft«, finanziert durch eine Besteuerung der riesigen Konzerngewinne. Vor allem ärmere Länder und Bevölkerungsschichten seien bei der Bewältigung der Klimakrise angemessen zu unterstützen. Helfen würde eine Steuer auf die Übergewinne von Konzernen aus allen Wirtschaftsbereichen: 50 Prozent auf Gewinne, die über einer Rendite von zehn Prozent liegen, hält Oxfam für angemessen. Im fossilen Sektor solle diese Steuer schon bei einem Gewinn von mehr als drei Prozent greifen.
Mit den 400 Milliarden Dollar, die eine Steuer auf die Übergewinne fossiler Konzerne gleich im ersten Jahr weltweit einbrächte, wären die jährlichen Kosten für die Klimaanpassung in den Staaten im globalen Süden bezahlt. Mit den Einnahmen aus einer solchen Steuer könne die deutsche Bundesregierung außerdem ihre Zusage halten, jährlich sechs Milliarden Euro für die Unterstützung ärmerer Länder bereitzustellen. Wegen der aktuellen Kürzungen im Bundeshaushalt sieht es laut Oxfam-Analyse so aus, als könne Deutschland das Versprechen nicht einhalten.
Die EU-Kommission will bislang jedenfalls keine Eingriffe in die Steuerpolitik ihrer Mitgliedstaaten vornehmen.
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