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Angriff auf CSD in Berlin

Das bekannte Muster

Nach Angriff auf CSD in Berlin: Verdächtiger von Polizei getötet. Rechte Politiker fordern Gesetzesverschärfungen und Ausgrenzung

Foto: Christian Mang/REUTERS
Abdul B. wurde in einer Gartenlaube in Berlin-Spandau erschossen (26.7.2026)

Der mutmaßliche Angreifer, der am späten Sonnabend Teilnehmer des Christopher-Street-Day-Events im Berliner Tiergarten angefahren, dabei eine Frau getötet und fast 30 Personen verletzt haben soll, ist am Sonntag von Polizisten erschossen worden. Ein Spezialeinsatzkommando hatte ihn in einer Kleingartenkolonie in Spandau aufgespürt. Laut Polizei sei der Zugriff zwar erst gegen 18 Uhr erfolgt, doch wie mehrere Anwohner gegenüber dpa sagten, seien dort schon am Nachmittag »auffällig viele Polizisten unterwegs gewesen«. Bemerkenswert ist auch, dass der Tatverdächtige Abdul B. den Angaben der Polizei zufolge mit einer Stichwaffe auf die Beamten zugelaufen sein soll, woraufhin er niedergeschossen worden sei – Anwohner berichteten von bis zu neun Schüssen.

Auch wenn die wahren Hintergründe der Tat nach wie vor im Dunkeln liegen, was durch die Erschießung des Verdächtigen wohl auch so bleiben wird, überbieten sich Reaktionäre seit dem Wochenende mit Forderungen nach neuen Strafverschärfungen und mehr Überwachungsbefugnissen. Es ist das bekannte Muster.

Anstoß nehmen sie besonders daran, dass Abdul B., ein deutsch-libanesischer Kleinkrimineller mit Vorstrafen wegen Körperverletzung und Raubes, erst am 12. Mai unter anderem für die »Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat« zu einer 22monatigen Jugendstrafe verurteilt worden war, sich aber auf freiem Fuß befand. Das Amtsgericht Tiergarten hatte es als erwiesen angesehen, dass sich der Verdächtige in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 dem »Islamischen Staat« in Syrien anschließen wollte. Von November 2025 bis zum Urteil im Mai saß Abdul B. in Untersuchungshaft, wurde dann allerdings entlassen, weil das Gericht laut eigenen Angaben eine Entscheidung über eine mögliche Aussetzung der Jugendstrafe zur Bewährung für die Dauer von sechs Monaten zurückgestellt hatte. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte eine höhere Strafe gefordert und gegen dieses Urteil Berufung eingelegt.

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Anfang dieses Monats schließlich habe die Polizei die Wohnung von Abdul B. durchsucht, so die Staatsanwaltschaft. Es habe ein Anfangsverdacht auf Verstoß gegen das Waffengesetz bestanden, bei der Durchsuchung sei aber nur eine Spielzeugwaffe gefunden worden.

Von Details oder Ungereimtheiten wollten sich rechte Politiker aber am Montag bei ihrer Scharfmacherei nicht aufhalten lassen. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm, rief dazu auf, die Unschuldsvermutung, immerhin ein Grundpfeiler des bürgerlichen Rechts, zu schleifen. Bei Anhängern des politischen Islam müsse gelten: »im Zweifel für die Sicherheit der Bevölkerung«. Noch grundsätzlicher wurde Sachsen-Anhalts CDU-Ministerpräsident Sven Schulze, dem bekanntlich die AfD im Nacken sitzt. »Wir dürfen nicht zulassen, dass hier Menschen leben, die unsere Kultur nicht akzeptieren«, sagte er im Deutschlandfunk. Menschen, die »uns als Land, als Staat, als Gemeinschaft« ablehnen, wolle er »hier nicht in Deutschland leben haben«.

Stefan Evers, seit kurzem neuer CDU-Spitzenkandidat für die Wahlen in Berlin am 20. September, nutzte die Gelegenheit, um gegen die Linkspartei zu schießen. Er warf der Partei »Realitätsverweigerung im Umgang mit politischem Islam« vor, weil in einer ersten Stellungnahme der Neuköllner Linken zu der Tat der Hinweis auf einen möglichen religiös-fundamentalistischen Hintergrund fehlte. Sogleich ging der CDU-Politiker aber dazu über, der Linken zusätzlich »Judenhass« und »Polizistenhass« zu unterstellen. Er kündigte an, »alles« zu tun, um einen Wahlsieg dieser Partei zu verhindern.

Auf die Wirkung solcher Anschläge weist ausgerechnet der Verfassungsschutz Baden-Württemberg hin. »Am Ende verankert sich in Teilen der Zivilgesellschaft das Bild des Migranten als Feind und Bedrohung für deutsche Staatsbürger«, heißt es in einer Analyse auf der Website der Behörde. In der Folge könnten Angstgefühle kurzfristig »sicher geglaubte Wahlausgänge kippen«. Und eine Studie der Universität Frankfurt am Main, die im vergangenen Jahr den Zusammenhang von Anschlägen und Wahlergebnissen in den Jahren 2010 bis 2016 untersuchte, kam zu dem Schluss: »Dort, wo die Anschläge erfolgreich waren, steigt der AfD-Stimmenanteil bei Landtagswahlen um rund sechs Prozentpunkte.«

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.07.2026, Seite 4, Inland

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→ Leserbriefe
  • Reinhold Schramm aus Berlin 1. Aug. 2026 um 16:04 Uhr
    Nachtrag: Wladimir I. Lenin, Sozialismus und Religion, Dezember 1905. W.I. Lenin, Über die Religion: ein Auszug: »Die Religion ist eine von verschiedenen Arten geistigen Joches, das überall und allenthalben auf den durch ewige Arbeit für andere, durch Not und Vereinsamung niedergedrückten Volksmassen lastet. Die Ohnmacht der ausgebeuteten Klassen im Kampf gegen die Ausbeuter erzeugt ebenso unvermeidlich den Glauben an ein besseres Leben im Jenseits, wie die Ohnmacht des Wilden im Kampf mit der Natur den Glauben an Götter, Teufel, Wunder usw. erzeugt. Denjenigen, der sein Leben lang arbeitet und Not leidet, lehrt die Religion Demut und Langmut hienieden und vertröstet ihn mit der Hoffnung auf himmlischen Lohn. Diejenigen aber, die von fremder Arbeit leben, lehrt die Religion Wohltätigkeit hienieden, womit sie ihnen eine recht billige Rechtfertigung ihres ganzen Ausbeuterdaseins anbietet und Eintrittskarten für die himmlische Seligkeit zu erschwinglichen Preisen verkauft. Die Religion ist das Opium des Volks. Die Religion ist eine Art geistigen Fusels, in dem die Sklaven des Kapitals ihr Menschenantlitz und ihre Ansprüche auf ein halbwegs menschenwürdiges Leben ersäufen.« 01.08.2026, R.S.
  • Onlineabonnent*in Franz S. aus R. 29. Juli 2026 um 15:41 Uhr
    Der Leser Schramm nutzt den Anschlag in Berlin um rassistische Parolen unter die Leute zu bringen. Ziemlich dreist und trickreich auch der Versuch, die rechte Hetze hinter linken Phrasen zu verstecken. Bin ich der Einzige, dem dies aufgefallen ist? Eine Definition: »Rassismus ist eine Form von Diskriminierung, bei der Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, Sprache oder Kultur abgewertet, schlechter behandelt und ausgegrenzt werden. Dies beruht auf der falschen Annahme, dass es verschiedene, unterschiedlich wertvolle ›Rassen‹ von Menschen gibt.«
    • Reinhold Schramm aus Berlin 29. Juli 2026 um 17:00 Uhr
      Sie bedienen sich der Diffamierung und Verdrehung der Wirklichkeit. Auch hier hilft und schützt die Aufklärung über die Wirklichkeit vor antikommunistischem Hass und Hetze! Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass unter den Gläubigen des Islam in Deutschland 37 Prozent antisemitische Vorstellungen teilen (Antisemitismus: antijüdischer Rassismus). Berücksichtigen wir bei einer Hochrechnung den Bevölkerungsanteil der Gläubigen des Islam in Deutschland, so wären das rund 2,7 Millionen Menschen die Vorstellungen vom rassistischen Judenhass teilen. Erinnern wir uns auch an die geschichtlichen Tatsachen: So kämpften etwa 200 000 Gläubige des Islam zusammen mit der Wehrmacht und SS gegen den von den deutschen Faschisten propagierten »jüdischen Bolschewismus«: gegen Juden und gegen die Existenz der Sowjetunion. Zudem wurden in den zurückliegenden Jahrzehnten alle sozialrevolutionären Bewegungen in der islamischen Welt beseitigt: hunderttausende progressive Humanisten wurden in Indonesien massakriert, die einst sozialrevolutionäre Regierung Afghanistans wie die progressive Bewegung des Iran liquidiert und der soziale Fortschritt in Libyen beseitigt. Analoges gilt so auch für die Türkei, so aber auch für Albanien. Beteiligt waren hierbei nicht nur die westlichen imperialistischen Staaten: unter anderem die USA, Großbritannien und Frankreich, sondern auch die muslimischen Stämme und feudal-islamischen Familienclans. Auch in der vormaligen UdSSR setzten sich islamische Stammesführungen bei der Konterrevolution und Rückeroberung der Staatsmacht in den asiatisch-islamischen Republiken an die Spitze der entstandenen neu entstandenen Staaten und Republiken durch. 29.07.2026, R.S.
      • Onlineabonnent*in Ulf G. aus H. 31. Juli 2026 um 12:09 Uhr
        Wenn ich google nach den vorgeblich 37 Prozent Antisemiten unter deutschen Muslimen frage, dann wird auf eine Bertelsmann-Studie verwiesen, die nach dem 7. Oktober 2023 (Beginn des Gaza-Krieges) durchgeführt wurde. Die These »Juden haben zu viel Einfluss in Deutschland« fand demnach bei 37 Prozent der deutschen Muslime Zustimmung. Dass als Motiv für die Zustimmung einzig Antisemitismus in Frage kommen soll, darf man wohl bezweifeln. Die Maßlosigkeit der israelischen Antwort auf die nur zwei Tage währende Hamas-Invasion und der weitgehende deutsche Verzicht auf Kritik an dieser Maßlosigkeit dürfte ebenso als Motiv in Frage kommen. Dabei inkriminiert Artikel 26 der Grundgesetzes nicht nur einen Angriffskrieg, sondern – so die Ausleger – auch einen Verteidigungsexzess. Der McMahon-Brief sagte 1915 dem arabischen Nationalismus offenbar auch Palästina zu. Mit der Balfour-Deklaration von 1917 war die Zusage gebrochen, und die Araber Palästinas konnten damit nicht nur zuwandernde Juden, sondern auch die Briten als politische Gegner sehen. Das Prinzip »meines Feindes Feind ist mein Freund« könnte da nicht unmaßgeblich zu einer muslimisch-nationalsozialistischen Kooperation (wie auch zum Aufgreifen europäischen Antisemitismus') beigetragen haben. Ein genuin muslimischer Antisemitismus hingegen kommt kaum in Frage, wo Muslime und Juden in Palästina vor dem neuzeitlichen Zionismus etwa drei Jahrhunderte lang ohne gravierende Gewalt mit- oder nebeneinander gelebt hatten. Insbesondere die Nakba, die zionistische Landnahme unter Vertreibung und Enteignung der autochthonen Bevölkerung, hat maßgeblich die arabische Israelfeindlichkeit verursacht. Diese Feindlichkeit hingegen auf Antisemitismus zurückzuführen, ist eine interessegeleitete Fehlinterpretation, die zur Abwälzung eigener Schuld auf andere nur allzu gern auch in Deutschland goutiert wird.
      • Onlineabonnent*in Franz S. aus R. 30. Juli 2026 um 11:30 Uhr
        Es kostet mich Überwindung, einem Leser aus der rechten Ecke, der sich mit linken Phrasen tarnt, überhaupt zu antworten. Sie bewegen sich auf dem Niveau einer Schallplatte, die in einer Endlosschleife hängen bleibt: »So kämpften etwa 200 000 Gläubige des Islam zusammen mit der Wehrmacht«. Aufgrund der Tatsache, dass beim Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion und beim Holocaust viele gläubige Christen beteiligt waren, käme kein normaler Mensch auf die Idee, alle Christen auf der ganzen Welt als faschistisch zu bezeichnen. Genau das unterstellen Sie mit Ihrer wirren These dem Islam. Der Tatbestand des Rassismus ist damit eindeutig erfüllt. Im übrigen ergibt eine Anfrage bei Google: »Die weltweite Mehrheit der Muslime kämpfte im Zweiten Weltkrieg gegen Nazideutschland. Fakten zum Einsatz muslimischer Soldaten: ●Britische Kolonialarmee: Über 2,5 Millionen Soldaten der britisch-indischen Armee kämpften für die Alliierten. Davon waren schätzungsweise bis zu 40 Prozent Muslime. ●Französische Streitkräfte: Hunderttausende Soldaten aus den nordafrikanischen Kolonien (wie Algerien, Marokko und Tunesien) und Westafrika befreiten Europa vom Faschismus. ●Sowjetische Rote Armee: Millionen von Soldaten aus den zentralasiatischen Sowjetrepubliken (wie Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan) kämpften an der Ostfront gegen Nazideutschland. ●Geringe Beteiligung an Kollaboration: Die Versuche des NS-Regimes, Muslime flächendeckend durch Propaganda zu instrumentalisieren, erreichten im Vergleich dazu nur eine sehr kleine Minderheit.«
  • Joachim Seider aus Lychen 28. Juli 2026 um 13:35 Uhr
    Der Anschlag auf den CSD war kaum vorüber, da brachte Innenminister Dobrindt den Vorschlag nach der Einführung einer Präventivhaft ein. Zugegebenermaßen ist das keine so ganz neue Idee. Vor fast hundert Jahren nannte man so etwas Schutzhaft, und die sollte dazu dienen, ausgemachte »Gefährder« ohne großes Federlesen an Orten zu konzentrieren, wo man sie wunderbar »überwachen« konnte. Die weitere Entwicklung kann man in jedem beliebigen Buch über deutsche Geschichte nachlesen. Da sage noch einer, die heutigen Regierenden wären geschichtsvergessen. Angesichts dessen sollte es uns kalt den Buckel herunterlaufen, welche »bewährten« Ideen heute von Regierenden eingebracht werden dürfen. Übrigens auch an allem vorbei, was im Grundgesetz an Normen des Umgangs des Staates mit seinen Bürgern festgeschrieben steht. Unwillkürlich muss ich an Julius Fuciks mahnende Worte denken: »Menschen ich hatte euch lieb. Seid wachsam!« Es braucht nicht erst Wahlsiege der AfD, damit jene unseligen Zustände zurückkehren können, die es auf deutschem Boden schon einmal gab.
  • Onlineabonnent*in Ulf G. aus H. 28. Juli 2026 um 13:29 Uhr
    Die Unschuldsvermutung und andere rechtsstaatliche Grundsätze sind vom Wertewesten außenpolitisch längst an den Nagel gehängt worden. Statt dessen gilt – vollkommen unabhängig von eigenen Verantwortlichkeiten – stets der Grundsatz: Schuld sind immer die anderen, und mit dem Finger zeigt man dann auf jemanden, der einem grad im Weg steht und dessen vorgebliche Schuldigkeit propagandistisch vermittelbar ist, wobei man die Fakten nicht genau zur Kenntnis nehmen bzw. zu publik werden lassen darf. Nach dem Anschlag auf das WTC 2001 wurde mit dem Finger auf Afghanistan gezeigt, das definitiv den Anschlag nicht verübt hatte. Losgebombt hatte man dennoch. Schuld oder Unschuld ist eben keine Frage der Faktenlage, sondern der US-amerikanischen Willkür. Und wer irgendwie anders ist, der ist ohnehin schon mal verdächtig. Der Herr Osama bin Laden hingegen, dem man die Planung des Anschlags vorwarf und der in Afghanistan in irgendeiner abgeschiedenen Höhle leben sollte, hatte den Anschlag realiter nicht geplant. Die Architekten des Anschlags lebten vielmehr in Pakistan und hießen Ramzi Binalshibh und Khalid Sheikh Mohammed. Aber wie gesagt, Fakten stören nur dabei, wenn man seinen Frust mit Bomberei abreagieren will. Ob's Schuldige oder Unschuldige trifft, ist wumpe, Hauptsache, es knallt richtig. Diese katastrophale Einstellung des Wertewestens findet sich womöglich auch im Verhalten des CSD-Attentäters wieder. Grund zum Frust hatte er jedenfalls genug: ein Verfahren am Hals, westliche Aggression gegen die muslimische Welt, westliche Islamfeindlichkeit, Kritik aus seiner Familie wegen Übertritts zum sunnitischen Islam, er kann es uns nicht mehr erzählen. Mit dem im Westen etablierten »Grundsatz«, dass Schuld immer die anderen sind, die anders sind, liegt ein Attentat auf den CSD zumindest emotional nahe. Man muss diese weit verbreitete Kopflosigkeit und Hintanstellung rechtsstaatlicher Grundsätze allerwärts schärfstens verurteilen! Übrigens auch bzgl. des Ukraine-Kriegs!
  • Reinhold Schramm aus Berlin 28. Juli 2026 um 12:35 Uhr
    Der Islam ist eine feudal-faschistische und rechtsradikale Religion und Weltanschauung in der bürgerlichen Gesellschaftsordnung im 21. Jahrhundert. Er dient in den feudalistisch und kapitalistisch strukturierten sozioökonomischen Schwellen- und Entwicklungsländern, deren Oligarchen und politischen Eliten, für den gewaltsamen Kampf und Krieg, so auch gegen die bürgerliche Aufklärung. Insbesondere aber der Beseitigung und Ausrottung der sozialrevolutionären und marxistischen Befreiungsbewegungen. Hierzu geradezu exemplarisch in allen muslimischen Ländern und Regionen, so im Nahen Osten, in der Türkei und Asien, wie in ganz Nord- und Zentralafrika, der blutigen Ausrottung sozialrevolutionärer und sozialistischer Bestrebungen und gesellschaftlicher Umgestaltungen.
    • Onlineabonnent*in Ulf G. aus H. 28. Juli 2026 um 14:56 Uhr
      »Den« Islam gibt es nicht. Zeitweise war in Indonesien der Kommunismus durchaus eine starke Kraft. Im Islam geht vieles. Libyen hatte eine rätedemokratische Verfassung. Unter Gaddhafi hatten Islamisten keine wirkliche Chance. Das hatte der Wertewesten bekanntlich ab 2011 mit einem ein UN-Mandat grotesk überziehenden Angriffskrieg gegen Libyen deutlich geändert. In früheren Jahrhunderten war der Islam auch weniger prüde. »In the 1830’s, Algeria, then a French colony, became a popular cruising ground for affluent European homosexuals. In the 1920’s, Morocco, then a French-Spanish colony, became the favored homosexual hot spot« (https://glreview.org/article/article-678/). Im Koran (60,8) heißt es: »Was die betrifft, welche euch der Religion wegen weder bekämpft noch vertrieben haben, so verbietet euch Allah nicht, gegen diese freundlich und gerecht zu sein; denn Allah liebt die Gerechten.« Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass ein Attentat auf Unschuldige nichts mit Gerechtigkeit zu tun hat. Und man darf wohl sagen, dass die allermeisten Muslime in unserem Land keinerlei Probleme mit unserer Werteordnung haben. Die pauschalierende Ausländerfeindlichkeit aus der rechten Ecke ist da absurd. Es gibt sie zwar, diese aus religiösem Überschwang geborene Verachtung aller Andersdenkenden, es gibt sie, ja, und zwar bei Muslimen wie bei Christen, etwa in den USA. Man muss sich da immer den Einzelfall ansehen, und da wird es immer Unwägbarkeiten geben. Mit so einem Rest von Unsicherheit müssen wir leben. Einen Toten hat es jetzt gegeben. Traurig. Und Millionen Tote hat es durch die absurden westlichen Antiterrorkriege gegeben. Unsere Gesellschaft muss auch jetzt wieder aufpassen, nicht zu überzogen zu reagieren.
      • Reinhold Schramm aus Berlin 28. Juli 2026 um 17:28 Uhr
        »Zeitweise war in Indonesien der Kommunismus durchaus eine starke Kraft.« Unfug: »Zeitweise« und »starke Kraft«. Sozialrevolutionäre und sozialistische Bewegungen wurden in allen muslimischen Ländern bekämpft und beseitigt. Die muslimischen Staaten befinden sich in Übereinstimmung mit den kapitalistisch-imperialistischen Staaten bei der Beseitigung sozial-revolutionärer Bewegungen. Der feudal-religiöse Wahn und Aberglauben – aller Religionen – dient der jeweiligen Macht und Herrschaftserhaltung. Die gesellschaftspolitische Wirklichkeit des Islam in Deutschland (und Europa): Der Islam ist eine feudal-faschistische Religion und rechtsradikale Weltanschauung in der bürgerlichen Gesellschaftsordnung. PS: Auch heute haben in allen nahöstlichen und nordafrikanischen Ländern die deutsch-österreichischen Faschisten (von vor und nach 1945) ein hohes Ansehen, quer durch alle sozialen Gesellschaftsschichten. Erinnerung: Hunderttausende Islamisten (Rassisten) kämpften an der Seite der Wehrmacht und SS gegen den »jüdischen Bolschewismus« und »Kommunismus«. Anmerkung: Personen und vorgeblich linke Gruppierungen befinden sich bei ihrer Verehrung für den Islam auf der Schleimspur des Antikommunismus. Die Bourgeoisie ist ihnen zum Dank verpflichtet.
        • Onlineabonnent*in Ulf G. aus H. 30. Juli 2026 um 11:21 Uhr
          Religion wird sicher auch zur Herrschaftsabsicherung missbraucht. Und der reine Marxismus ist seiner Religionsfeindlichkeit wegen mit dem Islam eher wenig vereinbar. Gleichwohl hat es bis in die 1970er Jahre viele Überlegungen zu einem islamischen Sozialismus gegeben. Das kann nicht verwundern, wo die Sowjetunion ein starker Förderer des Selbstbestimmungsrechts der Völker war und der arabische Nationalismus sich von der osmanischen Kolonialherrschaft befreien wollte und konnte. Die in Syrien und im Irak lange Zeit dominante Baath-Partei sah sich z.B. nicht nur als nationalististisch, sondern auch als sozialistisch. Und der schon genannte Gaddhafi schreibt in seinem Grünen Buch, einem Gegen- oder Kompromissentwurf zu Kapitalismus und Sozialismus: »Die Wohnung ist sowohl für das Individuum wie für die Familie ein grundlegendes Bedürfnis. Deshalb sollte sie nicht Eigentum anderer sein. […] Wenn der Besitz an Land erlaubt ist, so gilt das nur für diejenigen, die dort leben.« Das klingt nicht gerade feudalistisch. Der Koran schreibt nicht wirklich eine Wirtschaftsordnung vor (Link der Google-KI: https://www.welt.de/print-welt/article242894/Bremst-der-Islam-das-Wirtschaftswachstum.html). Es scheint mir eher so zu sein, dass der Koran nur Regeln vorgibt, wie man in der als gegeben vorgefundenen Wirtschaftsordnung (damals eben eine gewisse Marktfreiheit) gottgefällig sein kann. Das Verbot von Zins, Wucher, Spekulantentum und Ausbeutung negiert den Raubtierkapitalismus. Abseits davon ist vieles möglich. Was dann tatsächlich Fakt ist, mag etwas anderes sein. Trotz islamischen Rauschgiftverbots konnten die Amerikaner den von den Taliban rigoros abgewürgten Mohnanbau in Afghanistan wieder zu voller Blüte entfalten. Dass dann nach dem Abzug des Westens eben dieser Westen von den Taliban ultimativ wieder eine Einschränkung des Mohnanbaus forderte, steht auf einem anderen Blatt. Ebenso, dass Araber nicht den osmanischen Kolonialherren durch einen jüdischen eintauschen wollten.
  • B.S: aus Ammerland 28. Juli 2026 um 09:32 Uhr
    Cui bono? Die Tat ist zu verurteilen und meine Gedanken sind bei den Opfern. Aber, was völlig unverständlich ist, nach bereits erfolgten Anschlägen – wie konnte es so weit überhaupt kommen? Nach jeder Tat wurde aufgerüstet, in neue Absperrmaßnahmen investiert, bei solchen Veranstaltungen wurde mehr Polizei eingesetzt als sonst. Aber es nutzt scheinbar nichts! Stellt sich die Frage: Ist die Polizei dümmer als die Täter? Oder versagen die »Schnarchlappen vom LfV/BfV« einmal mehr? Oder ist es ganz anders? Die letzten drei Anschläge geschahen immer gut 3–4 Monate vor Wahlterminen und der Aufschrei nach Verschärfung von Gesetzen hallte durch die Republik. Und noch eines fiel auf: Der Attentäter wurden bei einem Polizeieinsatz liquidiert. Ende der Sendung. Keine Frage mehr zu ihm bzw. er kann sich dazu nicht mehr äußern, wenn er es denn wollte. Über diejenigen, die hier versagt haben und Verantwortung tragen, kein Wort! Das Drehbuch für den »Starken Staat« kann weitergeschrieben werden.
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