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Kai Wegner des Tages: Stefan Evers

Stefan Evers

Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
Der Neue und der Alte: Stefan Evers (l.) und Kai Wegner im Berliner Abgeordnetenhaus (18.6.2026)

Wegner sollte weg, und bald isser wech. In seiner Abschiedsrede formulierte der Nicht-mehr-­Spitzenkandidat der Berliner CDU am Freitag die Conditio sine qua non, mit der sein Nachfolger in den Wahlkampf gehen soll. Sinngemäß: Alles gegen links, bitte kein links, alles außer links, links, links, links. Er will erstens, dass die Union »ein Linksbündnis unter Führung der Linkspartei« verhindert; zweitens, »dass eben nicht Linksextremisten die Führung in dieser Stadt übernehmen«; drittens aber, »dass wir ein Linksbündnis verhindern können«; viertens, »dass wir kein Linksbündnis in dieser Stadt bekommen«; und fünftens, »dass wir keine Regierung unter Führung der Linkspartei bekommen«, denn bei der Wahl am 20. September gehe es darum: »Wird die Linkspartei das Rote Rathaus übernehmen oder bleibt die CDU stärkste Kraft?« Der Tennisbürgermeister dürfte übersehen haben, dass die AfD mit 18 Prozent in Umfragen etwa gleichauf mit Die Linke und der Union liegt.

Das Racket reicht Wegner an Stefan Evers weiter, der am Montag offiziell als Spitzenkandidat bestätigt wurde. Zudem soll er kommissarischer Landeschef werden. Aufschlag bereits am Sonntag in der FAZ: »Und ich werde alles tun, eine linksgrüne Regierung in Berlin zu verhindern.« Fließender Übergang: »Ich finde, wer staatliche Leistungen erhält und arbeiten kann, sollte der Gemeinschaft auch etwas zurückgeben – zum Beispiel, indem er dabei hilft, Berlin sauber zu halten.« Linke unschädlich machen, Arme die Stadt putzen lassen – ein Orator redet sich in Rage. Er kann vom eigenen rhetorischen Repertoire zehren. Als »widerwärtiges Gesindel« und »Nest von Linksfaschisten«, das man »ausräuchern« sollte, hatte Evers 2017 auf Facebook die Menschen im Kiez rund um die Rigaer Straße bezeichnet, die angeblich Polizisten angegriffen hatten. Die Linkspartei sei der »verlängerte Arm der Hausbesetzer«, wusste er schon damals.

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Wegner ist weg, aber im Geiste isser noch da. Die Union züchtet solche Leute.

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.07.2026, Seite 3, Ansichten

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