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Klimakatastrophe

Waldbrände außer Kontrolle

Spanien ruft den Notstand aus, Russland-Sanktionen erschweren Löscheinsätze. Frankreich evakuiert Zehntausende und fordert EU-Hilfe an

Foto: Manu Fernandez/AP
Einwohner der spanischen Provinz Ávila müssen wegen der Brände in Notunterkünfte flüchten (Cebreros, 24.7.2026)

Extreme Hitze, anhaltende Trockenheit und starke Winde begünstigen derzeit schwere Waldbrände in weiten Teilen Südeuropas sowie in Nord- und Zentralafrika. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen; zahlreiche Orte sind bedroht. Die spanische Regierung hat deshalb am Freitag erstmals wegen mehrerer gleichzeitig außer Kontrolle geratener Waldbrände den nationalen Notstand für Teile der Region Madrid und der Provinz Ávila ausgerufen. Die Anordnung wurde im Staatsanzeiger veröffentlicht, wie Europa Press berichtete.

Mit der Ausrufung des nationalen Notstands übernimmt das spanische Innenministerium die Leitung des gesamten Kriseneinsatzes. Innenminister Fernando Grande-Marlaska koordiniert künftig sämtliche staatlichen, regionalen und kommunalen Einsatzkräfte. Außerdem kann Madrid zusätzliche Ressourcen aus anderen autonomen Regionen anfordern und die Militärische Notfalleinheit (UME) einsetzen. Ziel ist eine einheitliche Einsatzleitung bei Großschadenslagen, die die Möglichkeiten der betroffenen Regionen übersteigen.

In Spanien sind 2026 bereits mehr als 125.000 Hektar Wald und Buschland verbrannt – deutlich mehr als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Mit 13 Todesopfern zählt die diesjährige Saison schon jetzt zu den verheerendsten seit Jahrzehnten. Mehr als 270 Einsatzkräfte, zahlreiche Löschfahrzeuge sowie Einheiten der UME kämpfen bereits gegen die Flammen westlich von Madrid. Über 10.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, wie Reuters berichtete. In Madrid waren drei Feuer ausgebrochen, die sich ausweiteten und zu einem einzigen Flammeninferno vereinten. Es ist laut Regierung der schlimmste Waldbrand in der Geschichte der Region.

Foto: Mateo Lanzuela/Europa Press via AP Spain Wildfires.jpg
Die Waldbrände zerstören Tausende Hektar Wald und Buschland (Burgohondo, 23.7.2026)
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Spanien kämpft also mit aller Kraft, doch gibt es Probleme mit den verfügbaren Ressourcen. Die Lage wird nämlich zusätzlich dadurch erschwert, dass Spanien seine früher eingesetzten russischen Löschhubschrauber vom Typ Kamow Ka-32 infolge der EU-Sanktionen gegen Moskau nicht mehr einsetzen kann. Ersatzteile und Wartung sind seit Beginn des russischen Einmarschs in der Ukraine kaum noch verfügbar. Die spanischen Behörden mussten deshalb ihre Löschflotte in den vergangenen Jahren auf europäische Modelle umstellen und dafür viele Millionen Euro ausgeben. Zuvor hatte das linke Bündnis Sumar vergebens versucht, den sozialdemokratischen Koalitionspartner zu überzeugen, dass die Russland-Sanktionen kontraproduktiv seien, da die russischen Hubschrauber in Spanien als sehr effektiv bei der Bekämpfung von Bränden gelten.

Der Regionalminister für Umwelt, Landwirtschaft und Inneres der Autonomen Gemeinschaft Madrid, Carlos Novillo, kündigte beim Fernsehsender TVE an, dass die Regionalregierung finanzielle Hilfen für Landwirte bereitstellen werde, deren Betriebe durch die Brände zerstört oder beschädigt wurden. Für die extrem rechte Vox-Partei sind die häufigen Waldbrände übrigens keine Folge der Erderwärmung. Vielmehr entstünden sie dadurch, dass die Wälder im Winter nicht von Kleinholz gesäubert würden. Allerdings ist der Klimawandel als Hauptverursacher wissenschaftlich erwiesen.

Auch Frankreich kämpft gegen außer Kontrolle geratene Waldbrände. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa und französischer Behörden mussten inzwischen rund 63.000 Menschen ihre Häuser oder Campingplätze verlassen. Besonders betroffen sind die Atlantikküste rund um das Cap Ferret und das Becken von Arcachon, wo bereits mehr als 10.000 Hektar Wald verbrannt sind. Auch im Raum Bordeaux breiteten sich die Flammen rasch aus. Dort wurden mehrere tausend Hektar Wald zerstört und zahlreiche Häuser beschädigt oder zerstört. Rund 800 Feuerwehrleute, Löschflugzeuge und internationale Einsatzkräfte kämpfen laut Reuters gegen das Feuer. Die französische Gendarmerie begleitet die Evakuierungen und sichert die betroffenen Gebiete. Frankreich hat zudem Unterstützung über den EU-Katastrophenschutzmechanismus angefordert. Zwei Löschflugzeuge kamen daraufhin aus Kroatien und auch mehrere Hubschrauber aus Tschechien und der Slowakei. Von extremer Hitze und Waldbränden betroffen ist der gesamte Mittelmeerraum, so auch die nordafrikanischen Länder Algerien, Marokko und Tunesien, wo Temperaturen um 50 Grad im Schatten verzeichnet werden, aber auch sonst überall auf der Welt, insbesondere in Zentralafrika, sind große Flächen von den Feuern betroffen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 25.07.2026, Seite 7, Ausland

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