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Nahostkonflikt

Lauwarme US-Versprechungen an Beirut

Trump empfängt Libanons Präsidenten. Israel hält Besetzung im Süden des Landes aufrecht

Foto: (c) Lebanese Government press office via AP/dpa
Symbol gegen Israel: Ministerpräsident Salam hisst Flagge (Sawtar Al-Gharbija, 22.7.2026)

Nach dem Besuch des libanesischen Präsidenten Joseph Aoun bei US-Präsident Donald Trump in Washington ist die libanesische Armee nach eigenen Angaben in die erste der sogenannten Pilotzonen im Südlibanon vorgerückt. Ministerpräsident Nawaf Salam schloss sich den libanesischen Soldaten an und steckte mit ihrer Unterstützung eine libanesische Fahne in einen Trümmerhaufen.

Was aus den israelischen Besatzungstruppen wurde, die sich angeblich von dort zurückgezogen haben sollen, ist unklar. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete am Donnerstag, dass die israelische Besatzungsarmee mit Bulldozern und Armeefahrzeugen in den Ort Srebbine im Distrikt von Bint Dschbeil vorgerückt sei. Der Vormarsch sei von heftigem israelischem Maschinengewehrfeuer auf die Kleinstadt begleitet worden.

Medienberichten zufolge soll das Treffen Trumps und Aouns am Dienstag harmonisch verlaufen sein. Aoun habe Trump gebeten, mehr Druck auf Israel zu machen, die Truppen aus dem Libanon abzuziehen, und Trump habe seine Unterstützung zugesagt. Auf Reporterfragen antwortete Trump, er habe »ein gutes Gefühl beim Libanon« und ebenso bzgl. Präsident Aoun, einem »hochrespektierten Präsidenten«.

Ohne Details zu nennen, sagte Trump dem libanesischen Präsidenten später »viel Hilfe« zu. Stunden nach dem Treffen postete er auf seiner eigenen Plattform »Truth Social«, er habe seine »Regierung beauftragt, alle US-Fluglinien wieder direkt in den Libanon fliegen zu lassen, damit die Amerikaner dieses schöne Land einfacher besuchen können«. Die USA hatten den Flugverkehr nach Beirut vor 40 Jahren eingestellt.

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Der libanesische Parlamentssprecher Nabih Berri kommentierte das Treffen in Washington zurückhaltend. Entscheidend seien »die Ergebnisse vor Ort, nicht wie es zu sein scheint«. Es sei wichtig, »die Waffenruhe und den Rückzug zu festigen«, so Berri gegenüber der arabisch-englischen Tageszeitung Al-Schark Al-Awsat. Die »Pilotzone« Sawtar Al-Gharbija sei nur ein kleiner Ort und nicht wirklich von den israelischen Truppen besetzt, die sich nur in Randgebieten aufhalten sollen. »Die kriminellen Bombardements auf Wohnhäuser, auf zivile Wohnviertel und auf die zivile Infrastruktur halten an«, erklärte der Sprecher. »Auch Zivilisten, die sich außerhalb ihrer besetzten Dörfer aufhalten, werden weiter angegriffen.« Er habe dem libanesischen Präsidenten vor seiner Abreise gesagt, er solle »Ergebnisse bringen«. Das sei aber nicht geschehen. Trump hatte gesagt, dass Parlamentssprecher Berri sich dem »Friedensprozess mit Israel« anschließen werde, sobald er sehe, dass es Fortschritte gebe. Darauf angesprochen, meinte Berri: »Sieht aus, als ob Trump mich besser versteht als die Libanesen.«

Scharfe Kritik kam am Mittwoch von dem Hisbollah-Abgeordneten im Parlament Hussein Al-Hadsch Hassan. In einem Interview mit dem russischen Radiosender Sputnik sagte er, das Treffen in Washington habe »nicht mehr ergeben als die allgemeine amerikanische Rhetorik und Versprechen ohne Garantien«. Weder sei ein Zeitrahmen für den israelischen Truppenabzug ausgehandelt worden, noch habe es andere Fortschritte gegeben. Der angebliche israelische Truppenrückzug geschehe in Gebieten, die »bereits befreit« worden seien, so der Hisbollah-Abgeordnete. Die Frage, ob Verhandlungen zwischen den USA und Hisbollah möglich seien, wie Trump es angedeutet habe, verneinte der Hisbollah-Abgeordnete entschieden.

Ministerpräsident Salam erklärte bei seinem Besuch in der »Pilotzone« Sawtar Al-Gharbija am Mittwoch, die Regierung sei der vollständigen Befreiung des Südlibanons verpflichtet.

Hisbollah veröffentlichte derweil eine Auflistung der israelischen Verletzungen des Waffenstillstands zwischen dem 27. November 2024 und dem 19. November 2025. Diese umfasst 7.127 Luftangriffe und 306 Bodenoperationen durch die israelischen Besatzungstruppen. 339 Libanesen wurden getötet, und 978 wurden verletzt. 20 Personen wurden verschleppt und inhaftiert. 244 Artillerieangriffe zielten auf Zivilpersonen, 233 Häuser wurden entlang der Waffenstillstandslinie zerstört, die von der UNO markiert worden war. 64 Einsätze von Bulldozern zur Zerstörung in den Dörfern wurden registriert, 13 Häuser wurden in Brand gesetzt, und 47 Erdbarrikaden wurden errichtet, damit Kriegsvertriebene nicht in ihre Dörfer zurückkehren können.

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Erschienen in der Ausgabe vom 24.07.2026, Seite 7, Ausland

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