Brückenbauer des Tages: Kanada und Trump
Kanada ist Eishockeyland. Und was steht mehr für die Freundschaft mit dem Nachbarland als Eishockey? Aber die USA sind Trump-Land. Den Olympia-Finalsieg des US-Teams gegen die kanadische Auswahl im Februar hatte der Präsident folglich als seinen eigenen Verdienst aufgefasst, und sich prompt qua KI-Video gegen den kanadischen Kader aufs Eis gestellt. Den US-Spieler Brady Tkachuk ließ das Weiße Haus via KI zudem sagen, er müsse diesen »ahornsirupfressenden Arschlöchern eine Lektion erteilen«.
Trump will Lektionenerteiler sein, kein Brückenbauer. Kanada schon. Für 4,7 Milliarden US-Dollar hat das Land eine Brücke zwischen der kanadischen Stadt Windsor und der US-Metropole Detroit bauen lassen. Was wiederum heißt: Trump ist doch Brückenbauer! In der Leistung anderer erkennt der Milliardär Eigenleistung, machte geltend, das Bauwerk solle »mindestens« zur Hälfte den USA gehören. Entgangen ist ihm, dass Ottawa sogar mit der Namenswahl auf Freundschaft aus ist: Benannt ist die Brücke nach dem legendären kanadischen Hockeyspieler Gordie Howe, der 25 Jahre bei den Detroit Red Wings verbrachte. Das Weiße Haus teilte nun mit, 50prozentige Zölle auf kanadische Waren zu verhängen. Darunter: Hockeyschläger. Ein Schritt zu weit für das Eishockeyland. Das hat die gemeinsame Eröffnungsfeier abgesagt, wie Bauminister Robertson am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Der »Meilenstein« werde an diesem Freitag »unter Kanadiern« gefeiert.
Was Trump wirklich stört, hatte er schon im Februar via »Truth Social« offengelegt: »Premierminister Carney will ein Abkommen mit China schließen – das wird Kanada regelrecht verschlingen.« Was ihn noch mehr stört: »Wir bekommen dann nur noch die Reste!« Nebeneffekt: »Das Erste, was China tun wird, ist, jegliches Eishockey in Kanada zu verbieten und den Stanley Cup endgültig abzuschaffen.« Kommt bald ein KI-Video von Xi Jinping, wie er die Ahornsirupfresser mit einem Hockeyschläger vermöbelt?
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