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Friedrich, »isch over«

Foto: Lehtikuva/IMAGO

Die SPD benötigte einige Jahrzehnte, um bundesweit bei etwas mehr als zehn Prozent Zustimmung zu landen. Friedrich Merz lässt nach 16 Monaten Kanzlerschaft seine Partei in Mecklenburg-Vorpommern vor den fünf Prozent schlottern. Die Steigerung Feind, Todfeind, Parteifreund zelebrieren die Bürgermedien genüsslich.

So höhnt das Handelsblatt: »Donald Trump und Friedrich Merz haben nicht viel gemein. Nur die Beliebtheitskurven beider gleichen in etwa einem Sack Kartoffeln, den man aus dem zweiten Stock wirft.« Der Sauerländer könne sich aber vom New Yorker inspirieren lassen und es mit einer Wahlprämie versuchen. Trump habe jedem Erwachsenen 5.000 US-Dollar versprochen: »Warum die Mecklenburger nicht mit lebenslangem Freibier locken, sollte die CDU stärkste Fraktion im Schweriner Landtag werden?« Trump habe ein goldenes Zeitalter angekündigt: »Damit könnte Merz doch gleich am Sonntag nach den Wahlen beginnen.«

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Bild schlagzeilt: »Kanzlertausch? Plötzlich fällt auch der Name Dobrindt« In seiner Onlineausgabe lässt die Zeitungssimulation zudem Harald Schmidt mitfühlend über Merz’ Versuch, »empathischer zu wirken«, witzeln: »Es sei schwierig, wenn man Empathie ›nicht wirklich hat, ich weiß, wovon ich rede‹«. Und Die Welt ätzt: »Die CDU kurz vor dem Aussterben«. Es sei »zu spät, jedenfalls für diesen Kanzler«. Ähnlich urteilt die Neue Zürcher Zeitung: »Merz und die CDU haben nur noch schlechte Optionen«. Weder in Berlin noch in den Landesverbänden der Union ließen sich »Parteifreunde auftreiben, die auf Friedrich Merz’ politische Zukunft noch mehr als ein paar Pfifferlinge wetten.« Nun gebe es vier Möglichkeiten: Rücktritt, wegen seiner »Unberatbarkeit«, stur bleiben und alles schlecht weitergehen lassen, drittens die Bundestagsfraktion treibt Merz in den Rücktritt oder: »Die neun amtierenden Ministerpräsidenten der Union treffen sich unter strikter Geheimhaltung, um in diesem hochkarätigen Kreis gemeinsam einen Merz-Nachfolger zu bestimmen.« Dem in der Konkurrenz zwischen Hendrik Wüst und Markus Söder unterlegenen Landeschef käme es dann zu, »es« dem Kanzler zu sagen, vielleicht mit den Worten des verstorbenen Wolfgang Schäuble: »Friedrich, ›isch over‹.«

Nur die etwas schwachsinnige Süddeutsche Zeitung findet die CDU zwar chaotisch, ansonsten aber top: In Niedersachsen habe die CDU bei den Kommunalwahlen landesweit ungefähr so viele Prozente bekommen wie bei der Bundestagswahl: »Stadträte, die sich einfach um die Gemeinde kümmern, das gefällt vielen Wählern. Es steckt noch Regierungsschnurren in der CDU.« Die Liberalen kuscheln mit jeder neuen Aufrüstungsmilliarde. (as)

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Erschienen in der Ausgabe vom 16.09.2026, Seite 2, Ansichten

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