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Anlass des Tages: Tag der Demokratie

Foto: Bihlmayerfotografie/IMAGO
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Auf den Tag-des-mit-Creme-gefüllten-Donuts am 14. September folgt am 15. der womöglich noch gewichtigere internationale Tag der Demokratie. Der verhieß dem vermeintlichen Souverän auch 2026 kein Freibier vor dem Rathaus und erst recht keinen Einfluss auf die Machenschaften darin, sondern ostentative Projektionen unerfüllter Bedürfnisse auf die perfekte Form bürgerlicher Herrschaft samt interessierter Werbung für letztere.

Demokratie ist demnach: eine »Unterrichtsstunde« unter dem Motto »Mitdenken, Mitreden, Mitmischen« für »eine 6. Klasse der Grundschule in der Kleinen Gartenstraße aus Brandenburg an der Havel«, angeleitete durch Ulrike Liedtke (SPD), Präsidentin des Brandenburgischen Landtags, derer Verdienste sich selbiger am Dienstag schmückte; oder eben, so gleichentags Daisuke Motoki, Geschäftsführer der International School of Management, »verlässliche Infrastruktur« für Konzerne, die als »politische Verantwortung« in die »Managementausbildung« der »Führungskräfte für eine globalisierte Wirtschaft« eingehen müsse; ferner »für Ärztinnen und Ärzte weit mehr als eine Staatsform«, nämlich »auch eine verlässliche Daseinsvorsorge« als Garant der Menschenwürde, wie Susanne Johna, Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, zu bedenken gab.

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Gemessen an diesen Ansprüchen hätte von Demokratie in der BRD keine Rede sein können, wäre der Vizepräsident des Deutschen Bundestags, Oberdemokrat Omid Nouripour (Bündnis ­90/Die Grünen), nicht zu Hilfe geeilt, um das Gegeneinander unerfüllter Hoffnungen wohlgefällig in ein abstraktes Miteinander aufzulösen: »Demokratie lebt von Widerspruch – aber auch vom Willen, das Gemeinsame zu suchen.« Im Klartext: Räsonniert soviel ihr wollt, aber gehorcht. Dem werden wir es schon zeigen: Wer gegen den Tag der Demokratie ist, melde sich jetzt!

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Erschienen in der Ausgabe vom 16.09.2026, Seite 3, Ansichten

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