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Über Leichen
Während in der Ukraine der Widerstand gegen Zwangsrekrutierungen wächst, rühren NATO-Linke weiter die Trommel für die Fortsetzung des »Volkskrieges«
Linke Organisationen aus der Ukraine und westlichen Ländern liefern seit Jahren Nahrung, Güter des alltäglichen Lebens und Medikamente für notleidende Menschen und Tiere in den Kriegsgebieten. Anarchistisch auftretende Gruppen wie das Netzwerk »Solidarity Collectives« (SC), »Radical Aid Force« (RAF) und »Good Night Imperial Pride« (GNIP) unterstützen darüber hinaus das ukrainische Militär und befeuern die Propaganda der Selenskij-Regierung. Einige Aktivisten sind sogar freiwillig in die Kiewer Armee eingetreten. Unter dem Titel »Anti-Authoritarians at War« präsentiert SC in Kooperation mit RAF derzeit in einigen deutschen Städten einen PR-Dokumentarfilm.
»Ich bin Mitglied der größten antifaschistischen Organisation der Welt«, sagt ein SC-Soldat in einem Spendenwerbevideo: »Sie wird Streitkräfte der Ukraine genannt.« Das ist eine ziemlich gewagte These angesichts einer Armee und Nationalgarde, in der gegenwärtig allein die beiden von Naziführern kommandierten »Asow«-Korps eine Stärke von insgesamt 80.000 bis 160.000 Soldaten haben (die vielen anderen ultrarechten Einheiten nicht mit eingerechnet). Auch andere unpassende Realitäten werden mit unhistorischem Idealismus passend für dieses spezifische anarchistische Welt- und Geschichtsbild gemacht: Sergij Mowtschan, ein Sprecher von SC, erklärte die Operationen des von NATO-Ländern hochgerüsteten ukrainischen Militärs zum »Volkskrieg«. Einige »Antiautoritäre« wähnen sich in der Tradition der Spanien-Kämpfer gegen Franco, andere wollen einfach gegen Russland kämpfen, wie einst ihre Großeltern gegen die Sowjetunion – für sie ebenso »Besatzer« wie die deutsche Wehrmacht.
Marxistische Linke, die sich ideologischer Kriegsertüchtigung verweigern, werden von GNIP beharrlich als »Sprachrohr der faschistischen Ideologie des heutigen Russlands« und von SC als Kollaborateure »der Unterdrücker« markiert. »Sie wünschen ihnen faktisch den Tod«, klagte eine SC-Aktivistin Antimilitaristen, die sich nicht mit ukrainischen Soldaten solidarisieren wollen, im Interview mit »Radio Dreyeckland« an. Folglich wird die »Busifizierung«, die verbreitete Praxis der entführungsähnlichen Zwangsrekrutierung für die ukrainische Armee, über die inzwischen sogar westliche Mainstreammedien berichten, bestenfalls ausgeblendet oder sogar heruntergespielt.
Die militarisierten »Antiautoritären« hatten sich 2022 im »Resistance Committee« zusammengeschlossen. Einige von ihnen brachten Fronterfahrung mit: Nicht wenige Anarchokrieger haben Erfahrung in Rojava gesammelt. Andere hatten sich schon 2014 nach dem »Euromaidan«-Staatsstreich an der Strafexpedition der neuen Kiewer Regierung gegen die Aufstandsbewegung im Donbass beteiligt. Ob der Dienst in der Territorialverteidigung oder in Sabotageeinheiten des Militärgeheimdienstes (GUR), zu dem sich »Antiautoritäre« gemeldet haben (angeblich nur, um die Bevölkerung zu schützen): Was SC und Verbündete hierzulande auf ihren Spendenakquisetourneen durch für sie offene linke Zentren als »autonom« und »selbstorganisiert« verklären, stand von Anfang an unter der Aufsicht des ukrainischen Verteidigungsministeriums und Generalstabs.
Netzwerke des »anarchistischen Widerstands« tragen aber offenbar nicht nur den ukrainischen Sicherheitsapparat mit, sondern auch so manchen faulen Kompromiss: Ein von »Radical Aid Force« veröffentlichtes Foto zeigt einen von ihr mit Drohnentechnologie ausgestatteten Soldaten, der das Emblem der faschistischen Partei UNA-UNSO auf der Brust trägt. Im Oktober 2025 gab es einen Dankespost an RAF für eine Waffenzubehörlieferung von der Internationalen Legion des GUR, die mit Neonazis durchsetzt ist, darunter auch Anhänger der »Misanthropic Division«.
Der Begeisterung im linksdeutschen Unterstützermilieu tut das alles keinen Abbruch. Der »Anti-Authoritarians at War«-Film wird in den kommenden Tagen im FAU-Lokal in Berlin und im Hamburger Kulturzentrum »Rote Flora« aufgeführt. Letzteres hatte bereits 2022 eine Doku gezeigt, die im »Resistance Committee« organisierte Hooligans von FK-Arsenal-Kiew als »Antifaschisten« feierte – unter den Tisch fiel, dass ihr Anführer Vizekommandeur eines Freiwilligenbataillons des faschistischen »Rechten Sektors« war. Vom rechten Flügel der Linkspartei kommt politische und finanzielle Rückendeckung für SC und RAF, zum Beispiel aus den Landesverbänden Berlin und Sachsen, von Abgeordneten wie Michael Efler und Juliane Nagel. Ihr umtriebiger Parteifreund Artjom Stassjuk hat vergangenes Jahr auf seinem X-Kanal ein Foto von Bewaffneten des »Resistance Committee« verbreitet, die über einer Leiche, mutmaßlich ein getöteter Russe, mit einer Öko-Anarcho-Fahne und dem Slogan »Go vegan or die« posieren.
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Paulaner 19. Juli 2026 um 07:14 UhrFaschisten, die sich selbst als Antifaschisten zu tarnen versuchen. Wird die Wahrheit von dem seit 12 Jahren geführten Natostellvertreterkrieg gegen Russland jemals im Desinformationssumpf Deutschland ankommen?
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Mitter Albert aus Gmunden 17. Juli 2026 um 22:53 UhrDer Anarchismus hat schon immer eine üble Rolle gegen die Arbeiterbewegung und sozialistische Revolutionen gespielt. Aus politischer Dummheit oder bewusster Provokation die Rolle der nützlichen Idiotie des Kapitalismus gespielt. War gegen die Autorität und Disziplin, ohne die es keine Überwindung des Kapitalismus geben kann. Aber die Bezeichnung der Streitkräfte des faschistoiden Putschregimes in Kiew, das alle wirklich linken Parteien und Organisationen verboten hat, unterdrückt, als »größte antifaschistische Organisation der Welt«, ist der unüberbietbare Gipfel politischer Verblödung. Wer politische Begriffe so sinnwidrig auf den Kopf gestellt verwendet ist außerhalb jeder Vernunft. Oder wollen diese Figuren nur alle Kabarettisten und Komiker übertreffen mit Witz und Satire? Die Streitkräfte der Ukraine sind faschistisch durchsetzt und vor allem geführt. Faschistische Symbole und Abzeichen (z.B. der SS-Division Galizien) werden unbeanstandet getragen. Das Regime verherrlicht die ukrainischen Faschisten, die in Kollaboration mit Nazi-Deutschland schlimmste Verbrechen begangen haben, auch an polnischen Zivilisten, was zu Protesten in Polen geführt hat, aber den kollektiven Westen und seine anarchistischen Hofnarren keine Sekunde zum Nachdenken bringt. Wer den Krieg zur Unterdrückung des russischen Bevölkerungsdrittels zwischen 2014 und 2022 und nun den Stellvertreterkrieg für den westlichen Imperialismus als Volkskrieg bezeichnet, zeigt nur, wie man Sprache und ihre Begriffe missbrauchen kann. Russland in dem alle faschistischen Organisationen verboten sind, wo 5 Parteien von weit rechts bis ganz links im Parlament sitzen, es einen gewählten Präsidenten der Gegenkandidaten von rechts bis links hatte gibt, nennen diese Chaoten faschistisch. Die Ukraine, in der nur rechte, rechtsextreme und faschistische Parteien legal wirken können, wo faschistische Morde an Antifaschisten straffrei bleiben wie die der SA in Nazi-Deutschland antifaschistisch».
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lack aus Berlin 23. Juli 2026 um 21:32 UhrWas für eine gedankliche Akrobatik! Statt einer sachlichen Analyse servierst du billige Propaganda und eine totale Entkopplung von der Realität. Gehen wir deine Verrenkungen und Mythenbildung Punkt für Punkt durch: 1. »Russland als pluralistische Demokratie« – Wer aus einem autokratischen Regime eine Oase der Freiheit macht, hat den politischen Kompass komplett verloren. Wir sprechen von einem Staat, in dem die reale Opposition ermordet wird oder im Lager verrottet und man für ein leeres Blatt Papier ins Gefängnis wandert. 2. »Die großen Antifaschisten aus dem Kreml« – Ich weiß nicht, ob du es weißt, aber die Werke von Iwan Iljin – einem offenen Lobredner des italienischen Faschismus – sind zur offiziellen Ideologie Putins geworden. Zudem sind offen neonazistische Milizen wie die Gruppe »Russitsch« oder die Bewegung »Russkij Obras« offiziell in den Staatsapparat eingebunden und an die Front geschickt. Soviel zu deinem »Antifaschismus« in Russland. 3. Paternalistischer Unsinn über die NATO – Anarchisten in der Ukraine kämpfen weder für Kiew noch für die Geopolitik der NATO. Sie verteidigen ihr eigenes, biologisches Überleben, ihre Familien und ihr Zuhause vor einer imperialen Horde, die anrückt, um sie abzuschlachten. Man kann Antimilitarist und Befürworter von Fahnenflucht sein, aber Menschen das Recht auf Selbstverteidigung abzusprechen und Fakten zu verdrehen, ist die Spitze der Niedertracht und ganz sicher keine linke Analyse. Das ist schlichtweg eine niederträchtige Apologie des Autoritarismus und der imperialen Aggression. Das reale Problem rechtsextremer Elemente in der Ukraine nur zu instrumentalisieren, um den Überfall auf ein ganzes Land zu rechtfertigen und den Aggressor reinzuwaschen, ist nichts anderes als die Fortsetzung der alten, stalinistischen Tradition, jedem Widerstand abseits der Parteilinie das Etikett »Faschismus« aufzukleben. Glückwunsch, Tankie! Du hast 100 Rubel gewonnen.
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Herzlichen Dank für diesen erhellenden Artikel, Frau Witt-Stahl. Leider sind die herrschenden Gedanken bei vielen sogenannten »linken Denkern« handlungsleitend. Vor circa 50 Jahren war Frieden nur gemeinsam mit Anderen denkbar. Heute wird Frieden nicht mehr mit, sondern nur noch gegen einen hypostasierten Gegner durchgesetzt, weil »wir Guten« zunächst siegen müssen, damit die Menschen, an die bislang offenbar nur die Falschen denken, wahren Frieden erfahren. Der Blick von unten ist schier unmöglich und die Menschlichkeit geben wir ohne Not selbst auf.
Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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