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Gesundheitspolitik mit Kettensäge
Ministerin Warken am Ziel: »Schwarz-rote« Koalitionsmehrheit drückt GKV-»Reform« vor Sommerpause durch. Linke sieht Menschenleben in Gefahr
Dicke Tränensäcke, tiefe Augenringe, müder Blick: Nina Warken (CDU) will sich über die Ziellinie retten – koste es, was es wolle. Und es kostet. Blechen wird aber nicht die Bundesgesundheitsministerin, blechen werden Patienten, Versicherte, Beschäftigte. Und bluten.
Denn die »schwarz-rote« Koalitionsmehrheit hat nach der Schlussdebatte im Bundestag am Freitag mittag das sogenannte GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) durchgedrückt. Im Schnelldurchgang vor der Sommerpause.
Eilanträge vor dem Bundesverfassungsgericht der Grünen und Linken, um die Verabschiedung des BStabG aufgrund des »chaotischen Gesetzgebungsverfahrens« zu verschieben, scheiterten am Donnerstag. Damit war der Weg für die Abstimmung frei geworden. Einzig der Bundesrat hätte noch eingreifen, verzögern können – mittels Anrufung des Vermittlungsausschusses. Doch eine erforderliche Zweidrittelmehrheit in der Länderkammer kam nicht zustande. Ergo: Die Gesetzesnovelle kann in Kraft treten.
Was bedeutet die »Gesundheitsreform«? Warken will vorgeblich die GKV-Beiträge »stabilisieren«, Milliardenlöcher im Etat stopfen und Kassen nur noch nach Kassenlage wirtschaften lassen. Wie soll das klappen? Indem man Leistungen streicht, Kosten verlagert und die Versorgung begrenzt.
Konkret sieht das so aus: Mit dem neuen 2,5‑Prozent‑Zuschlag für mitversicherte Ehepartner wird die beitragsfreie Familienversicherung faktisch abgeschafft – ein Systembruch, der den Einstieg in die Privatisierung familiärer Risiken markiert und Millionen Haushalte erstmals zur Kasse bittet. Nahtlos daran schließen die Kürzungen beim Zahnersatz an: sinkende Festzuschüsse, steigende Eigenanteile, eine Kopfpauschale durch die Hintertür, die Geringverdiener und Ältere besonders hart trifft.
Hinzu kommt die Ausweitung der Zuzahlungen für Medikamente, Klinikaufenthalte und Hilfsmittel – in einer Zeit, in der viele schon jetzt Behandlungen aus Kostengründen verschieben. Damit wird klar: Gesundheitsversorgung wird vom Einkommen abhängig. Parallel führt die Teilkrankschreibung dazu, dass Beschäftigte trotz Krankheit zurück an den Schreibtisch oder die Werkbank gedrängt werden – ein Risiko für Genesung und Patientensicherheit. Und schließlich werden die Vergütungen für Praxen und Kliniken gedeckelt, was die Versorgung ausdünnt: längere Wartezeiten, weniger Personal, weniger Zeit pro Patient – zuallererst spürbar im ländlichen Raum. Das weiß auch die Opposition im Bundestag.
Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann warnte im Plenum vor Krankenhausinsolvenzen, überlasteten Hausärzten und verratenen Psychotherapeuten. Oder wie Linke-Fraktionschefin Heidi Reichinnek sagte: »Sie gefährden mit diesem Gesetz Menschenleben.« Kritik, die auch vor dem Parlament lautstark kundgetan wurde.
Hunderte Menschen protestierten parallel zur Bundestagsdebatte vor Ort – vor allem aus der Pflegebranche. Aufgerufen hatten Verdi und Die Linke. Wer Personalvorgaben schleift, Pflegebudgets deckelt und Tarifsteigerungen nicht vollständig refinanziert, gefährdet gute Versorgung und treibt Kolleginnen und Kollegen weiter in die Überlastung, sagten Gewerkschafts- und Parteivertreter auf der Kundgebung. »Kranke Menschen haben ein Recht auf sichere Versorgung. Beschäftigte haben ein Recht darauf, durch ihre Arbeit nicht selbst krank zu werden.« Positionen, die etwa die Arbeiterwohlfahrt (AWO) unterstützt.
Denn tarifvertraglich vereinbarte Vergütungssteigerungen müssten vollständig als wirtschaftliche Kosten anerkannt und erstattet werden, wurde deren Präsidentin Kathrin Sonnenholzner am Freitag in einer Mitteilung zitiert. »Wer Tarifbindung politisch fordert, darf ihre Finanzierung nicht zur Verhandlungsmasse machen.«
Unter dem Strich: Das Gruselkabinett von Union und SPD ist handlungsfähig – mit allerlei Tricksereien. Das ist fatal. Anders gesagt: Unter Warkens Regie gerät die Gesundheitspolitik zu einem Kettensägenmassaker.
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Raimon Brete aus Chemnitz 12. Juli 2026 um 16:48 UhrAuf Krankenversicherte kommen Einschnitte zu Unstrittig, dass Gesundheitswesen bedarf dringend einer komplexen Neuausrichtung. Lange haben die Politiker der schwarz-roten Koalition am Gesetz gebastelt, nachdem sie jahrzehntelang im Wissen um den Handlungsbedarf nichts getan haben, dieser für die Versicherten katastrophalen Entwicklung entgegenzuwirken. Das vorliegende Ergebnis ist ernüchternd. Der vorgeblichen Beitragssicherung stehen allein eine über 50prozentige Kostenexplosion bei den Medikamentenzuzahlungen sowie Leistungseinschränkungen gegenüber. Das trifft vor allem kranke Menschen im fortgeschrittenen Alter sowie mit geringen Einkommen bzw. Renten. Ergo wird hier Geld von den am ärgsten Betroffenen eingesammelt, um eine fiktive Stabilität zu suggerieren. Die Leistungseinschränkungen sind gleichfalls ein Strafkatalog für Bedürftige. Besserverdienende können etwas für ihre Gesundheit einkaufen. Unverschämt ist die finanzielle Reduzierung für erbrachte Leistungen für die Psychotherapeutinnen und Therapeuten, wobei deren Wissen und Arbeit am Patienten immer mehr gebraucht wird. Mit der Krankschreibung vom ersten Tag, wird das Unvermögen der beschließenden Parlamentarier für echte Reformen am offensichtlichsten. Politisch konsequent wäre es gewesen, versicherungsfremde Leistungen herauszunehmen, die Verantwortung des Bundes und der Länder für die Krankenhäuser wirkungsvoll umzusetzen und ein für alle Bürgerinnen und Bürger einheitliches Versicherungs-, Beitrags- und Leistungssystem zu entwickeln und einzuführen. Ja, dafür wären andere sozialpolitisch dominierte Prämissen für die Verwendung der Steuermittel im Bundeshaushalt dringend erforderlich. Die herbeigeredete Bedrohungshysterie und fehlende friedenspolitisch bestimmte Diplomatie, unter Beachtung der mehr als schwächelnden Wirtschaft führen nur zu Niedergang des viel zitierten und beschworenen Sozialstaates. Raimon Brete, Josephinenplatz 1, 09113 Chemnitz
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Stefan H. Heuer, M.A. aus Seestadt Rostock in Mecklenburg 11. Juli 2026 um 14:43 UhrEs ist völlig eindeutig, wohin die Reise geht in der BRD, welche bekanntlich nicht Deutschland ist, sondern nur so tut, um ihren Charakter als westalliiertes Besatzungskonstrukt (vgl. Grundsatzrede von Carlo Schmid, SPD, vor dem Parlamentarischen Rat, 1948) zu tarnen. Die »Reform« ist nichts als der Raub von Versicherungsansprüchen von Beitragszahlern durch den »Staat«, der zu dieser Versicherung selbst nichts beiträgt, sich aus den Kassen der Versicherung jedoch gerne bedient, um sachfremde Leistungen zu finanzieren. Selbiges gilt auch für die Rentenversicherung und die Pflegeversicherung. Angesichts des offenen Raubzugs der fremden Interessen verpflichteten Politkaste durch die Sozialversicherungen stellt sich jene Frage, die keine unserer qualitätsjournalistischen Edelfedern zu stellen wagt (was deren Komplizenschaft beweist): Wozu braucht der Mensch einen Staat, wenn dieser nichts anderes zu leisten willens und im Stande ist, als den Menschen zu drangsalieren, zu entrechten, zu verhöhnen und systematisch auszuplündern? Das Gegreine der Partei Die Linke ist billig: Wo war deren Sorge um »Menschenleben in Gefahr«, als vor fünf Jahren eine fremden Interessen dienende Funktionärsclique die Menschen mit Lügen, Psychoterror und Verlockungen in die fatale Spritze getrieben (und damit Millionen bis hin zum Tod beschädigt) hat? Damals hatte sie geschwiegen, die tapfere »Linke«. Dann soll sie jetzt auch keine heiße Luft absondern.
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Roland Weinert aus 65366 Geisenheim 11. Juli 2026 um 09:40 UhrNeben CDU/CSU u. a. gehört die SPD zu jenen politischen, neoliberal-libertären Parteien, welche, u. a. in Verbindung mit den Genossen-Gewerkschaften, gravierendste Anschläge auf den Souverän verübt (hat): 1) »Agenda 2010« des Gerhard Schröders: Niemals zuvor in der Geschichte der BRD wurde Otto Normalarbeitnehmer mehr entrechtet und den Arbeitgebern brutalst ans Messer geliefert. 2) Gestern Verabschiedung der »Entkernung des deutschen Gesundheitswesens« durch den Deutschen Bundestag mit der SPD. Eine »Reform« i. S. von Verbesserung für alle ist das nicht. Vielmehr wird Gesundheit mehr und mehr zu einem Privileg Weniger (z. B. Beamte) auf Kosten Dritter. Auch dem liegt das neoliberal-libertäre Wirtschaftsprinzip (Raubtierkapitalismus) zugrunde. Alles dies und noch anderes wird primär begründet mit dem sog. demographischen Wandel. Ein bei näherer Betrachtung wohlfeiles K.O.-Argument. Mich wundert sehr, dass das unterm Strich einfach so als richtig und »alternativlos« akzeptiert wird. Weitere Anschläge hat BlackRock-Merz mit der SPD vorbereitet. Systematisch wird der sog. deutsche Sozialstaat weiter zerhauen. »Denn dies eben heißt Verkommenheit: nicht mehr fühlen, wie tief man gesunken ist.« (Kurt Tucholsky)
Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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