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Aus: Ausgabe vom 05.03.2026, Seite 3 / Abgeschrieben

Verein Demokratischer Ärzt*innen: Fachzeitschrift »The Lancet« springt auf Zug der Militarisierung auf

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Der Verein Demokratischer Ärzt*innen (VDÄÄ) beklagte am Mittwoch, dass die renommierte britische Fachzeitschrift The Lancet sich jetzt auch dem Ziel der Kriegstüchtigkeit verschrieben hat:

Die britische Medizin-Zeitschrift The Lancet gibt es seit mehr als 200 Jahren. Sie gilt als seriöses Publikationsorgan und behauptet von sich, dass man hier the best science for better lives finde.

In der Ausgabe vom 30. Januar dieses Jahres finden wir aber eine angebliche Begründung für die sofortige Schaffung einer »Europäischen Verteidigungsgesundheitsagentur« (European Defence Health Agency – EDHA) (…). Diese soll, so die Autor*innen, nach dem Vorbild der US-Verteidigungsbehörde gestaltet sein. (…) Anstatt als Wissenschaftler*innen und Mediziner*innen erst einmal Skepsis walten zu lassen und die Begründungen für all diese Pläne streng und genau zu überprüfen – und begründet zu kritisieren –, scheinen die Autor*innen dieses Papiers einfach auf den Zug der Militarisierung aufspringen zu wollen, um ganz vorne dabei sein zu können.

»Wir erleben in einzelnen Ländern der EU – allen voran in Deutschland – schon eine massive Militarisierung der Gesellschaft und des Gesundheitswesens, die größtenteils unkritisiert durchgesetzt werden kann«, so Julius Poppel, Kovorsitzender des vdää*. »Nun werden wir mit dem nächsten Level dieser Politik konfrontiert, mit der Forderung einer EU-weiten militärischen Koordination des Gesundheitswesens. Statt die 200jährige Erfahrung und wissenschaftliche Kompetenz dafür zu nutzen, diese Bestrebungen als offensichtlich auch ökonomisch getriggerte zu entlarven und seine Stimme für Diplomatie, Abrüstung und Frieden zu erheben, macht sich der Lancet so zum Büttel der Kriegstreiber*innen«, so Poppel weiter.

Wir dagegen müssen unsere Antikriegsaktivitäten verstärken (…).

Die Deutschland-Vertretung der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien informierte am Mittwoch über einen Auftritt von hochrangigen Vertretern der Autonomieregion im Bundestag:

Auf Einladung des Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages, Bodo Ramelow, führten die Außenbeauftragte der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien, Elham Ahmad, und die Kommandeurin der Frauenverteidigungskräfte YPJ Rohilat Afrin ein überparteiliches Gespräch im Bundestag zur aktuellen Lage in Syrien.

Im Mittelpunkt standen die Krise im syrischen Übergangsprozess sowie die Umsetzung des Abkommens vom 29. Januar (Waffenstillstandsabkommen zwischen der Autonomieregion und Damaskus zur Eingliederung in syrische staatliche Strukturen, jW). Beide forderten eine internationale Beobachtergruppe zur Begleitung des Abkommens und warnten vor einer wachsenden Gefahr innergesellschaftlicher Konflikte.

Rohilat Afrin betonte: »Es gibt zu wenig internationale Unterstützung für die Umsetzung des Abkommens vom 29. Januar. Die Gefahr eines Krieges zwischen den Bevölkerungsgruppen in Syrien besteht. Als Frauen in Syrien sind wir besorgt.« Zugleich unterstrich sie, dass die Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) Teil einer neuen syrischen Armee werden müssten: »Frauen müssen sich selbst schützen, sich selbst verteidigen können. Dafür braucht es Druck auf Damaskus.«

Elham Ahmad erklärte: »Ein Neuanfang in Syrien braucht internationale Garantien, eine inklusive Verfassung und die Sicherung von Frauenrechten sowie den Wiederaufbau im ganzen Land.«

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