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Vereinigtes Königreich

Labour behält Manchester

Geringe Beteiligung an Nachwahl

Von Dieter Reinisch
Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire
Das ist noch mal gutgegangen: Bev Craig (l.) wird neue Bürgermeisterin von Manchester (31.7.2026)

Rückenwind für Labour und den neuen Premierminister Andy Burnham: Die Nachwahlen um das Bürgermeisteramt von Greater Manchester hat Labour-Kandidatin Bev Craig deutlich gewonnen. Es war auch eine Vertrauensabstimmung für Burnham, der zuvor neun Jahre lang den nordenglischen Großraum als »Mayor« geleitet hatte. Durch sein Antreten bei der Nachwahl Mitte Juni, die Burnham zurück ins Unterhaus brachte und damit den Grundstein für seine Wahl zum Premierminister legte, musste er sein Amt abgeben. Craig war unter Burnham Fraktionsvorsitzende im Rathaus.

In ihrer ersten Rede als Bürgermeisterin einer etwa drei Millionen Bewohner zählenden Region, kurz nach Bekanntgabe des Ergebnisses, versuchte sich Craig wie bereits Burnham als Kämpferin eines deindustrialisierten, von London im Stich gelassenen Nordens zu stilisieren: »Das Potential von Greater Manchester liegt in seiner Zukunft. Und als Westminster uns den Rücken kehrte, als wir als deindustrialisierte Stadtregion zu kämpfen hatten, waren es die Menschen hier vor Ort, die den Weg des Wiederaufbaus einschlugen«, so Craig.

Craig gewann knapp 310.000 Stimmen, wobei sowohl die Erst- als auch die Zweitpräferenzen berücksichtigt wurden, da sie bei den Erststimmen keine absolute Mehrheit erhielt. Die Auszählung dauerte am Freitag bis knapp vor Mitternacht. Die Kandidatin der extrem rechten Partei Reform UK, Sian Astley, belegte mit circa 157.000 Stimmen den zweiten Platz. Sorge bereiten sollte Craig und Labour jedoch die Wahlbeteiligung: Selbst Burnham war zuletzt nur von einem Drittel der Wahlberechtigten gewählt worden. Am Donnerstag sank der Anteil weiter. Nur noch 25 Prozent der wahlberechtigten Bewohner gingen an die Urnen.

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Craig wurde 1985 in eine protestantische Familie im Norden Belfasts geboren. Die sozial benachteiligte Arbeitergegend ist ein Gebiet, in dem loyalistische Paramilitärs dominieren. Ihre Eltern leben noch immer dort. Doch Craig, die sich mit 14 Jahren als lesbisch geoutet hatte, zog mit 18 zum Studium nach England. Sie trat Labour bei, wurde 2011 Stadträtin und 2021 Fraktionschefin. Politisch steht sie Burnham nahe, der zu den gemäßigten Rechten aus dem Kreis um Tony Blair in der Labour-Partei zählt.

Obwohl Labour am Ende klar gewann, zeigt sich eine stetige Verschiebung der Wählerpräferenzen. Bei den Wahlen 2024 hatte Burnham noch 63 Prozent der Erststimmen erhalten. Craig bekam nur noch 47 Prozent. Dagegen stieg die Zustimmung zu Reform UK stark, von acht auf 21 Prozent. Der rechte Konkurrent Restore Britain erhielt zusätzlich neun Prozent bei erstmaligem Antreten. Ebenso konnte sich der Stimmenanteil der Grünen mit 12,2 Prozent fast verdoppeln. Die niedrige Wahlbeteiligung und der Verlust von 16 Prozent werden Burnham und Labour zu denken geben, auch wenn einige Kommentatoren fälschlicherweise von einem »Burnham-Boost« sprechen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.08.2026, Seite 7, Ausland

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