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Unblock Cuba!

Gustavo Petro in Havanna

Dank für Hilfe und Appell zum Frieden

Foto: Ramon Espinosa/Pool via REUTERS
Letzte Amtshandlung: Kolumbiens erster linker Präsident Petro (M. r.) bei einer Kranzniederlegung am Denkmal für José Martí (Havanna, 31.7.2026)

Kolumbiens scheidender Präsident Gustavo Petro hat »die Menschheit zur Solidarität mit Kuba« aufgerufen. Er habe die Insel als letztes Reiseziel gewählt, weil das »angegriffene Kuba« von »entscheidender Bedeutung für die Souveränität und den Kampf ums Überleben in der Karibik« sei, erklärte Petro am Wochenende in Havanna. »Ich möchte mich von Kuba aus gegen einen Krieg in der Karibik aussprechen«, sagte er und fügte hinzu: »Weder Raketen noch eine Invasion noch die Blockade sind Lösungen für die Probleme der Menschheit.« Zugleich forderte der linke Staatschef die US-Regierung zur Aufnahme eines »Dialogs zwischen Zivilisationen« auf, »die gleichberechtigt sein müssen, obwohl sie unterschiedlich sind«.

Mit der Reise distanzierte Petro sich auch von seinem Nachfolger, dem ultrarechten Abelardo de la Espriella. Der Multimillionär hatte angekündigt, nach seinem Amtsantritt am kommenden Freitag die kolumbianische Botschaft in Kuba zu schließen und die Beziehungen zu Havanna abzubrechen. Er folgt damit den rechten Regimen in Ecuador und Costa Rica, die ihre Beziehungen zu Kuba bereits im März abgebrochen hatten und damit Trumps Plan unterstützen, die Insel wirtschaftlich zu erdrosseln und diplomatisch zu isolieren.

Während de la Espriella den Bruch mit Kuba mit der Behauptung rechtfertigte, er wolle keine »Beziehungen zu Tyranneien«, zugleich aber die Wiederaufnahme der Beziehungen zu Israel ankündigte, warnte Petro in Havanna davor, dass »das, was im Nahen Osten geschieht, der Vorbote eines weltweiten Holocausts, einer allgemeinen Barbarei sein könnte«. Er erinnerte daran, dass Kuba – im Gegensatz zu Israels Rolle beim Völkermord im Gaza – maßgeblich zur Beendigung des 52 Jahre währenden bewaffneten Konflikts in Kolumbien und damit zum Frieden beigetragen habe.

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Zum Abschluss von Petros Besuch hob das kolumbianische Außenministerium den »historischen Beitrag Kubas zur internationalen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen« hervor. Unter anderem hätten 1.367 medizinische Fachkräfte des Landes ihren Abschluss an kubanischen Einrichtungen gemacht. Derzeit werden noch 391 Studierende aus Kolumbien an der Lateinamerikanischen Medizinhochschule (ELAM) in Havanna ausgebildet. Bei einem Treffen forderte Petro sie auf, auf sich aufzupassen. »Denn Sie sind durch die Bedrohung dieses Lands von den Vereinigten Staaten offensichtlich in Gefahr«, sagte er.

Nur Stunden nach Petros Abreise meldete die Stromversorgungsgesellschaft »Unión Eléctrica de Cuba« einen erneuten Teilausfall. Ein durch die US-Energieblockade verursachter Vorfall habe zu einer Unterbrechung der Stromversorgung für Millionen von Menschen in Pinar del Río, Artemisa, Mayabeque, Havanna und Matanzas geführt, womit fünf der sechs bevölkerungsreichsten Provinzen im Westen Kubas abermals stundenlang im Dunkeln lagen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.08.2026, Seite 6, Ausland

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