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Odessa dicht
Ukraine: Seewege abgeschnitten, Anschlag in Moskau
Der ukrainische Export auf dem Seeweg über Odessa ist nach tagelangen russischen Angriffen auf Schiffe und Infrastruktur praktisch zusammengebrochen. Diese Aussage des ukrainischen Landwirtschaftsministers von vor etwa zwei Wochen wird inzwischen von immer mehr Marktteilnehmern bestätigt. Das Überangebot auf dem ukrainischen Markt drücke die Preise teilweise unter die Selbstkosten der ukrainischen Agrarkonzerne, berichtet das Portal Strana.news. Besonders betroffen sei der Export landwirtschaftlicher Produkte wie Raps, Weizen und Sonnenblumenöl, aber auch die Ausfuhr von Eisen-, Buntmetallen und Stahl. Mehrere Erzgruben hätten den Betrieb eingestellt, viele Agrarbetriebe fürchten den Bankrott, und im Gefolge drohe womöglich eine Bankenkrise. Alternative Transportwege gebe es nicht, sie seien nicht leistungsfähig genug oder so teuer, dass sich das Geschäft nicht mehr lohne.
Unterdessen wandte sich Präsident Wolodimir Selenskij in dramatischen Worten an die westlichen Unterstützer. Die Ukraine brauche dringend Raketen für ihre »Patriot«-Batterien. Wer solche Raketen jetzt noch in seinen Lagern horte, sagte Selenskij an die Adresse der westeuropäischen »Patriot«-Besitzer, der mache sich mitschuldig am Tod von Ukrainern.
Parallel dazu berichtet die Ukraine allerdings von neuen Angriffen auf militärische und Infrastrukturziele tief im Inneren Russlands. So seien am Wochenende eine Raffinerie in Saratow an der Wolga und der Stützpunkt strategischer Bomber in der Nachbarstadt Engels auf dem östlichen Wolgaufer angegriffen worden, außerdem drei Treibstofflager in Baschkortostan noch weiter östlich.
Nicht offiziell bekannt hat sich die Ukraine zu einem Anschlag in einem Moskauer Restaurant am Sonnabend. Die Explosion tötete drei Besucher des Lokals und verletzte mindestens 17 weitere. Nach unbestätigten ukrainischen Medienberichten soll dort der Kommandeur der russischen Weltraumstreitkräfte, General Alexander Tschaiko, seinen Geburtstag gefeiert haben. Angeblich soll eine Frau versucht haben, den Sprengsatz in das Lokal hineinzubringen, und vom Sicherheitspersonal daran gehindert worden sein. Anschließend sei das Paket explodiert. Die Ukraine hat in der Vergangenheit schon mehrfach Anschläge auf hohe russische Offiziere verübt.
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