US-Plan für die Dominanz auf See
Die US-Marine hat ihren Plan zum Ausbau der Flotte veröffentlicht. Der Konkurrent ist klar: China
Es ist ihre Vision zum »Ausbau der maritimen Dominanz«: Die US-Marine hat den Schiffbauplan für das Haushaltsjahr 2027 der Vereinigten Staaten vorgestellt. Zugleich dient der Fahrplan Industrie und Beschaffung für das Konzept der »Goldenen Flotte« der Regierung und leitet das Programm für das atomgetriebene Lenkwaffenkriegsschiff der Trump-Klasse als zentrales Kernstück ein. Mit der neuen Schiffsklasse sollen die Überwasserflotte um eine Plattform für atomwaffenfähige Marschflugkörper erweitert und darüber hinaus auch nichtnukleare Hyperschall-Angriffsflugkörper als Offensivwaffen eingesetzt werden können.
Die »Goldene Flotte« ist eng mit einer langfristigen, auf 30 Jahre angelegten Schiffbaustrategie verknüpft, die den Ausbau von Produktionskapazitäten, die Stabilisierung von Lieferketten, die Gewinnung von Fachpersonal und die Steigerung der Werftleistung zum Ziel hat. Ausgangspunkt sind die anhaltenden Probleme der US-Marine, Schiffe termingerecht und innerhalb des Budgets fertigzustellen. Allerdings dürfte die Einführung einer neuen nuklear betriebenen Schiffsklasse die bestehenden Kapazitätsengpässe der Werften für den Bau atomgetriebener Schiffe zusätzlich verschärfen. Daher ist fraglich, ob die Pläne in der vorgesehenen Form umsetzbar sind oder sich zu einem weiteren kostenintensiven Großprojekt entwickeln.
Obwohl China nicht namentlich genannt wird, verweist US-Marineminister Hung Cao im Vorwort auf Gegner, die »Flotten in einem Tempo aufbauen, wie es seit Generationen nicht mehr gesehen wurde«. Der Plan ist damit klar als Reaktion auf den Aufstieg der Marine der chinesischen Volksmarine zu verstehen. Grundlage hierfür ist Chinas dominante Schiffbauindustrie, die rund 55 Prozent der weltweiten Produktion ausmacht, während die USA auf weniger als ein Prozent kommen.
Der Militäretat der Jahre 2027 bis 2031 umfasst für den Schiffbau- und Modernisierungsplan Investitionen von rund 305,7 Milliarden US-Dollar, etwa 65,8 Milliarden US-Dollar pro Jahr für Neubauten und Modernisierungen. Geplant ist die Beschaffung von rund 75 Kampfschiffen sowie der Ausbau industrieller und werftseitiger Kapazitäten. Im Zentrum steht die Weiterentwicklung der »Goldenen Flotte« mit einer dreistufigen Architektur, deren Spitze ein künftiges Lenkwaffenkriegsschiff der nächsten Generation bildet. Dieses soll als hoch vernetzter Kommandoknoten mit großen Waffenmagazinen, moderner Sensorik und integriertem Nuklearantrieb fungieren.
Die erhöhte Energieerzeugung ermöglicht Einsätze über das gesamte elektromagnetische Spektrum, etwa durch elektronische Kriegführung und Hochleistungslaser, wodurch die Abhängigkeit von Einwegmunition reduziert werden soll, sobald diese Systeme ausreichend entwickelt sind. Für das erste Schiff sind die Auftragsvergabe im April 2028, der Baubeginn im August 2028 und die Auslieferung im August 2036 vorgesehen, danach ist ein Zweijahresrhythmus geplant. Die erwarteten durchschnittlichen Kosten liegen bei 14,5 Milliarden US-Dollar pro Schiff, beim Führungsschiff bei 17,4 Milliarden US-Dollar. So ergeben sich rund 217,6 Milliarden US-Dollar reine Beschaffungskosten. Zusätzliche Ausgaben für Betrieb, Wartung, Reaktorinstandhaltung, Modernisierung und Infrastruktur könnten mehrere hundert Milliarden US-Dollar zusätzlich anfallen. Ergänzt wird dies durch einen »High–Low-Mix« aus Fregatten, Korvetten und modularen Kampfschiffen sowie durch unbemannte Über- und Unterwassersysteme als dritte Ebene für Aufklärung, Täuschung, zusätzliche Waffeneffekte und geringeres Personalrisiko.
Flankiert wird die Struktur durch konkrete Erweiterungsprogramme: die Fortsetzung der Beschaffung von 12 »Columbia-class«-U-Booten als Kern der nuklearen Abschreckung sowie fünf weiteren Einheiten. Bei den »Virginia-class«-U-Booten sind zwei Einheiten für 2027 und insgesamt zehn bis 2031 vorgesehen. Im Überwassersektor sieht der Budgetplan zusätzlich elf neue Kampfschiffe vor, darunter sieben Zerstörer der »Arleigh-Burke«-Klasse sowie vier Fregatten der »Constellation«-Klasse. Ergänzt wird dies durch die Fortführung amphibischer Programme (»America«- und »San-Antonio«-Klasse) sowie den schrittweisen Einstieg in leichte amphibische Kriegsschiffe, die langfristig über 20 Einheiten erreichen sollen. Parallel dazu erfolgt ein deutlicher Ausbau unbemannter maritimer Systeme.
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