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23.05.20262 Leserbriefe
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Israel hat nur Platz für ein Volk
Zerstörungen und Vertreibungen in Khan Al-Ahmar, Silwan, Bab Al-Silsila
Die kleine Beduinensiedlung Khan Al-Ahmar auf halber Strecke zwischen Jerusalem und Jericho steht seit langem auf der Liste der zionistischen Kolonisten mit Minister Bezalel Smotrich an der Spitze. Sie wollen, dass die Beduinen endlich von dort verschwinden. Auch das Dorf Silwan, südlich der Jerusalemer Altstadt gelegen, soll vollständig unter die Kontrolle der Kolonisten der Organisation Elad gelangen. Die palästinensischen Bewohner müssen Platz machen für jüdische Israelis. Und in der Altstadt selbst bildet inzwischen Bab Al-Silsila das Zielobjekt der Bewegung »Ateret Kohanim« – 1978 gegründet mit dem Ziel, »jüdisches Leben im Herzen des alten Jerusalem wiederherzustellen«.
Ehe es Neuwahlen gibt, wollen Premier »Bibi« Netanjahu und seine illustren Minister – inzwischen mehrheitlich vom Internationalen Strafgerichtshof angeklagt – Nägel mit Köpfen machen. »Erez Israel« ist der jüdische Nationalstaat »from the river to the sea«. Platz für Palästinenser gibt es da nicht. Das gilt für Khan Al-Ahmar ebenso wie für eine ganze Reihe von Beduinenansiedlungen im Jordantal, aus denen die Bewohner schon vertrieben wurden. Betroffen sind auch die Dörfer ganz im Süden der Westbank, in Masafer Jatta. Dort wird ein Dorf nach dem anderen so lange von Kolonisten angegriffen, bis die Menschen flüchten und mit ihren Familien einen sicheren Ort suchen – solange sie noch einen finden können. Aus den Flüchtlingslagern im Norden und Nordwesten, aus Dschenin und Tulkarem, wurden schon Zehntausende hinausbombardiert. »Leere Flüchtlingslager«, das heißt aus Sicht der extremistisch-zionistischen Regierung, dass es kein Flüchtlingsproblem mehr gibt.
Deshalb wurde zuerst die UN-Flüchtlingsorganisation UNRWA verboten und als Terrororganisation abgestempelt. Das UNRWA-Hauptquartier in Jerusalem wurde geräumt und teilweise zerstört. Jetzt soll es einem Militärstützpunkt Platz machen. Proteste der UNO werden daran nichts ändern, solange sie, wie alle Proteste des »zivilisierten Westens«, immer nur verbal bleiben.
Jerusalem, die »ewig unteilbare Hauptstadt des jüdischen Staates«, so die Deklaration nach dem Junikrieg 1967, rückt heute zusehends in den Mittelpunkt. Aus Scheich Dscharrah wurden schon viele Palästinenser vertrieben, und ihre Häuser wurden von zionistischen Extremisten übernommen. Weitere Projekte sind dort in Planung, unter anderem eine Jeschiwa – eine Toraschule – mitten in einem palästinensischen Stadtteil. Silwan, an die Stadtmauer angrenzend und überragt von der Aksa-Moschee, wird seit Monaten direkt attackiert: Aus einem Haus nach dem anderen werden von Polizei, Grenzpolizei in Armeeuniform und den neuen Kolonialherren der Siedlergruppe Elad die Palästinenser vertrieben. Danach übernehmen die Kolonisten ihre Häuser. Das gesamte Viertel soll letztlich ein jüdisch-zionistisches Wohngebiet werden, für das auf den Trümmern palästinensischer Häuser gleich noch ein Erholungspark vorgesehen ist.
In Bab Al-Silsila wollten die neuen Herren des Landes direkt nach Eroberung der Jerusalemer Altstadt und dem Beginn der Besatzung 1967 ganze Häuserreihen an einem für sie strategischen Ort übernehmen: Von dort überblickt man die Klagemauer und hat eine direkte Verbindung zum Jaffa-Tor und nach Westjerusalem. Sie entwickelten einen detaillierten Plan zur Vertreibung der muslimischen Jerusalemer, die dort seit Jahrhunderten leben. Dieser Plan wird heute wiederaufgegriffen. In Bab Al-Silsila liegt die uralte Khalidi-Bibliothek mit ihrem unermesslichen Schatz an Büchern und Manuskripten. Sie soll – zusammen mit mehreren Häusern, die im Besitz der Khalidi-Familie sind – von den Extremisten von »Ateret Kohanim« übernommen werden.
Palästinensische Organisationen, kritische jüdisch-israelische Organisationen wie »Ir Amim« und »Bimkom« sowie internationale Aktivisten gehen auf die Barrikaden. Ohne die längst überfälligen harten Sanktionen gegen den rassistischen Apartheidstaat Israel werden sie sich aber nicht durchsetzen können. Den Palästinensern bleibt heute nur die Hoffnung, untermauert von ihrem unbeirrten Festhalten an ihrer Heimat und der Erwartung einer neuen Intifada.
→ Helga Baumgarten ist emeritierte Professorin für Politik der Universität Birzeit und schreibt wöchentlich ihre Kolumne »Brief aus Jerusalem«
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Reinhold Schramm aus Berlin 25. Mai 2026 um 16:16 UhrInfolge des 7. Oktober 2023 gibt es keine Zukunft für einen arabisch-palästinensischen Staat im Nahen Osten! Allenfalls eine Umsiedlung auf das Territorium der Golfmonarchien! Wer 240 Milliarden Dollar für die Fußball-WM verschleudern konnte, der kann auch die Umsiedlung von fünf Millionen Menschen finanzieren! PS: 13 Millionen Deutsche machten am Kriegsende die dauerhafte Erfahrung mit ihrer Umsiedlung nach Westdeutschland und wurden erfolgreich in die bürgerliche Gesellschaft integriert.
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B.S. aus Ammerland 26. Mai 2026 um 10:36 UhrEine Wunschvorstellung und die Ursache wären nicht gelöst. Die Eingliederung hat Jahre gedauert und bis heute Vorurteile nicht beseitigt. Aber eine typisch deutsche Sichtweise!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
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