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23.04.20265 Leserbriefe
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Den Feind markieren
Verteidigungsminister Pistorius stellt »erste Militärstrategie« der Bundeswehr vor. Sie richtet sich vor allem gegen Russland
Zur stärksten konventionellen Armee Europas soll die Bundeswehr hochgerüstet werden. Diese Parole hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bereits im vergangenen Jahr ausgegeben. Am Mittwoch bekräftigte sein Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) diese Zielsetzung. Anlass war die Vorstellung der »ersten Gesamtkonzeption der militärischen Verteidigung« bei einer Pressekonferenz in Berlin. Zwar wurden keine genauen Aufmarschpläne oder ähnliches veröffentlicht, denn »potentielle Gegner sollen natürlich vorher nicht wissen, wie die Bundeswehr auf konkrete Bedrohungssituationen oder Angriffe reagiert und wie sie dafür aufgestellt wird«, wie Pistorius’ Ministerium erklärte.
Zu PR-Zwecken wurden allerdings doch einige Teile freigegeben. Bekannt ist, dass die genannte Konzeption zum einen aus einer »Militärstrategie« und zum anderen aus einem »Fähigkeitsprofil« besteht. Erstere definiert die »sicherheitspolitischen« Ziele der Bundeswehr, letzteres soll die Mittel zur Erreichung dieser Ziele festlegen.
Die sogenannte internationale Rechtsordnung sei so sehr in Frage gestellt wie »wahrscheinlich seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie«, behauptete Pistorius. »Die Welt ist unberechenbarer geworden und ja, man muss auch sagen, gefährlicher«, sagte der Minister weiter, meinte damit aber offenbar nicht die »Partner« USA und Israel, die mit ihren Kriegen Westasien endgültig ins Chaos stürzen wollen. Nein, die angeblich »erste deutsche Militärstrategie« (so nachzulesen auf der Website des Ministeriums) richtet sich wie alle anderen Strategien des deutschen Imperialismus der vergangenen 130 Jahre in der Hauptsache gen Osten.
Russland bereite sich »durch seine Aufrüstung auf eine militärische Auseinandersetzung mit der NATO vor« und betrachte »den Einsatz militärischer Gewalt als legitimes Instrument zur Durchsetzung seiner Interessen«. Dabei wird die Auseinandersetzung mit Russland in alter Tradition zum existentiellen Überlebenskampf Deutschlands verklärt. Die deutsche Gesellschaft sei in ihrer Gesamtheit bedroht. Mit »hybriden Mitteln« wie Spionage, Sabotageakten, Cyberangriffen und Desinformationskampagnen würde Moskau bereits heute unterhalb der Schwelle des Krieges vorgehen. Eine »Entgrenzung des Krieges« sei zu erwarten, denn Staat, Wirtschaft und Bevölkerung seien ebenfalls im Visier Russlands. »Der Gegner wird die Trennung von Heimat und Gefechtsfeld, zivil und militärisch, innerer und äußerer Sicherheit, Krieg und Frieden sowie Kombattant und Nichtkombattant gezielt unterlaufen«, heißt es.
Um also die gesamte Gesellschaft auf Kriegskurs zu trimmen, wird unter anderem der Reserve eine höhere Bedeutung beigemessen. »Wir denken Reserve neu«, so Pistorius. Denn diese sei »das Scharnier zwischen Militär und Zivilgesellschaft« und solle insbesondere als »Heimatschutz« die Nachschubwege offenhalten.
Teile der sogenannten Zivilgesellschaft ziehen allerdings andere Lehren aus der deutschen Geschichte als die Bundesregierung, etwa die Streikbewegung gegen die Wehrpflicht. Am Mittwoch riefen die jugendlichen Organisatoren zum nächsten Schulstreik am 8. Mai auf und begründeten die Wahl dieses Datums ausdrücklich mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Sie erinnerten an die Erfahrungen des Krieges, die sich in der Losung »Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!« ausdrückten. »In dieser Tradition werden wir am 8. Mai erneut auf die Straße gehen, mit allen, die kein Bock auf Wehrpflicht und den nächsten großen Krieg haben.«
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Onlineabonnent*in Torsten Andreas S. aus B. 23. Apr. 2026 um 15:47 UhrEs muss doch einen immer weiter täglichen Grund geben, dass wieder gegen Russland gekriegt werden soll, oder? Waren die schon zu Napoleons Zeiten zweifellos alles Kommunistinnen und Kommunisten? Dann die UdSSR = Föderation der rätedemokratischer Sozialistischen Republiken, leider als weltweites Vorbild bis nach München hinein nur als Startballon? 1979 waren mein Vater und ich in Masurien. Der polnische Papst war kurz vorher da. Mein Vater sagte: Ab jetzt ist es vorbei. Die erste Lüge siegt immer. Sie ist das Idealprodukt aus Historie und modernem Bewusstsein: Die Wahrheit stammt nicht aus Einsicht, Erkenntnis, Wissen, Weisheit, Erfahrung oder aus dem Wandel vom Mythos zum Logos (= Fazit), die nicht erfasst wird. Weltweit gibt’s nichts Besseres als das Verschweigen der Wahrheiten. Warum? Sie könnten verletzen. Und zwar jahrhundertelang. Was Sklaverei, Rassismus, Genozid, Apartheid, Euthanasie usw. angeht. In Fällen von Kriegen ist es vollkommen normal, nur über die Getöteten zu reden/zu berichten. Ich zum Beispiel wär schon nach drei Tagen in Gaza tot. Ohne meine sieben Tabletten am Tag. Also so weit geht weltweiter Regierungshumanismus. Morgens und abends denke ich an die vielen, denen die Tabletten fehlen, das Insulin fehlt, die Augentropfen, die Chemo, die OP. Ich hatte meinen ersten Tumor 2002 (hinterm linken Auge) mit Bestrahlung und OP. Meinen zweiten Tumor am rechten Ohr 2010, dann mein Aneurysma hinter der linken Schläfe. Ich wäre ohne Tests und Medikamente seit einem Vierteljahrhundert tot. Wer kann und will nachvollziehen, dass es in Gaza keine Krankenhäuser mehr geben darf? Die werteorientierte westliche Gemeinschaft?
Eine Frage: Wen will diese heutige Bundeswehr auf der Position eins der stärksten konventionellen Armeen Europas ablösen? Was mir seit Jahrzehnten fehlt: der eindeutige Nachweis, dass eine Invasion aus der Russländischen Föderation überhaupt möglich wäre. Auf beiden Seiten sind die Arsenale der taktischen Atomwaffen enorm groß. In den 1980er Jahren wurden die Fernaufklärer der NVA u. a. mit den Atomminenschächten der NATO an der BRD-Grenze vertraut gemacht und geschult. Es wurde klargestellt, dass sie umgangen werden sollten, um die Region nicht zu kontaminieren, also sie nicht auszulösen. Ist dieses Ausbildungsprogramm der NVA in der deutschen Geschichtsschreibung überhaupt bekannt? -
Reinhold Schramm aus 12105 Berlin 23. Apr. 2026 um 13:26 UhrDie SPD-Führung und CDU-Führung bereiten Deutschland für einen Krieg gegen Russland vor! Der kommende Nuklearkrieg hat Folgen für alle Deutschen und ganz Europa! »Zu diesem Zweck wird Deutschland eine enge Kooperation mit der Ukraine schließen.« Siehe in der Berliner Zeitung am 22.04.2026: »Deutschland bereitet sich auf Krieg vor: Der Feind ist Russland«.
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Reinhard Hopp aus Berlin 29. Apr. 2026 um 22:30 UhrWir dürfen uns diesem irren Kriegstreiben doch nicht einfach devot unterwerfen; wir haben doch eine Verantwortung für die Generationen, die noch nach uns kommen werden, für die Millionen von Kindern und Enkeln, nicht nur hierzulande, sondern auch in Russland und im Rest der Welt, die ein Recht auf Leben, auf ihr Leben haben.
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Reinhard Hopp aus Berlin 29. Apr. 2026 um 11:20 UhrAlte, inkontinente Männer, die auf martialischen Panzern hinter riesigen erigierten Kanonenrohren vor laufenden Kameras verantwortungslos Steuergelder verballern, bedenkenlos die Luft verpesten, rücksichtslos die Umwelt zerstören sowie skrupellos den Frieden gefährden. Was dieses Land dringend braucht, um sich vor diesen geschichtsdementen Bellizisten zu schützen, ist ein Gesetz, das verpflichtend bestimmt, dass jede(r) die/der den Krieg bejaht, unabhängig von Alter und Geschlecht, als erste(r) an die vorderste Front muss. Da die Herrschenden und ihre saturierten, feigen parlamentarischen Handlanger natürlich niemals freiwillig ein solches Gesetz beschließen werden, kann dies nur die Jugend bewirken. Jugend auf die Straße! Kriegstreiber an die Front!
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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Gerstenmaier, der damalige Bundespräsident, versucht, die Weltgemeinschaft zu beruhigen
und betont am 24. April 1961 auf dem 10. CDU-Bundesparteitag: »Kein Deutscher, der seine fünf Sinne beieinander hat, wird auch nur davon träumen, die außerhalb der deutschen Reichsgrenzen von 1937 gelegenen deutschsprachigen europäischen Länder oder
Landesteile – am Ende noch mit Zwang – in das Reich ›heimzuholen‹.« Wenige Wochen
später wurde ein militärisches Eingreifen durch die Bundesregierung nicht ausgeschlossen. »(Es) muß eine Explosion in der DDR herbeigeführt werden. Hierzu bedarf es entsprechender politischer, psychologischer, propagandistischer und nicht zuletzt auch organisatorischer und subversiver Vorbereitungen des Westens.« (Alfons Dalma im Münchner Merkur, 24.6.1961) Erforderlich ist: »daß sich die freie Welt instandsetzen muß, alle Mittel des Krieges, des Nervenkrieges und des Schießkrieges anzuwenden. Dazu gehören nicht nur die herkömmlichen Streitkräfte und Rüstungen, sondern auch die Unterwühlung, das Anheizen des inneren Widerstandes, die Arbeit im Untergrund, die Zersetzung der Ordnung, die Sabotage, die Störung des Verkehrs und der Wirtschaft, der Ungehorsam, der Aufruhr (…).« (Robert Ingrimm in der Bonner Rundschau, 9.7.1961)
Die Bundesregierung: Russlands Lehrmeister. »Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß, und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!« (Bertolt Brecht) Wie viele seiner Vorgänger wird der »kalte Krieger« Pistorius ein »heißer Krieger«.