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03.06.2026
- → Antifaschismus
»Gestapo-Greg« als Stargast
Portugal: Prominente Faschisten und andere Rechte beim »Remigrationsgipfel« 2026
Europas Faschisten treten immer selbstbewusster auf. Im Gegensatz zur vom Postmodernismus geistig entwaffneten Linken beweisen sie das deutlich feinere Gespür für die Sorgen großer Teile der Bevölkerung. Und zweifellos beschäftigt die Frage der massenhaften Zuwanderung der letzten Jahre viele Menschen. Die Antworten, die die Faschisten auf diese Frage bieten, führen allerdings ebenso ins Leere wie die linksliberalen Vorstellungen von »offenen Grenzen« und »Bleiberecht für alle«.
Ein aktuelles Beispiel lieferte der diesjährige »Remigrationsgipfel«, zu dem sich am vergangenen Sonnabend zahlreiche Rechte aus Europa und Nordamerika im portugiesischen Figueira da Foz nahe Porto einfanden. Das abgeschirmte, fast schon klandestin organisierte Event konnte mit einer prominent besetzten Rednerliste aufwarten. Und anderem der Österreicher Martin Sellner, der »Godfather der Remigration«, wie ihn der Deutschlandkurier vorstellte, die Niederländerin Eva Vlaardingerbroek, die sich als »Schildmaid der Ultrarechten« bezeichnet, und der französische Ideologe Jean-Yves Le Gallou hatten ihren Auftritt. Auch portugiesische, spanische und britische Faschisten waren zu Gast. Aus der BRD waren mehrere AfD-Vertreter angereist, darunter der Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk und die brandenburgische Abgeordnete Lena Kotré, die offenbar sogar eine Rede hielt – und das, obwohl die Parteiführung die »Empfehlung« ausgegeben hatte, keine gemeinsamen Veranstaltungen mit Sellner durchzuführen.
»Überraschungsgast« der Konferenz war kein Geringerer als Gregory Bovino, der Ende Januar als »commander-at-large« der US-amerikanischen Border Patrol abgesetzt wurde, nachdem seine Truppe in Minneapolis zwei US-Bürger erschossen hatte. Der wegen seines martialischen Auftretens in liberalen Medien als »Gestapo-Greg« bezeichnete Nachfahre italienischer Einwanderer hat sich mit seinen Großrazzien gegen vermeintlich und tatsächlich illegal Eingereiste zu einem Liebling der US-Rechten gemacht. Auf der Konferenz wollte er seine Expertise in der Menschenjagd einbringen, um »unseren europäischen Brüdern und Schwestern zu helfen«, wie er zuvor in einem Interview mit dem ultrarechten Voxeurope Herald darlegte. Dabei lobte er auch den Nazigeneral Erwin Rommel, den FBI-Chef J. Edgar Hoover und den Agenten des britischen Imperialismus T. E. Lawrence, besser bekannt als »Lawrence von Arabien«, als sozusagen von der Vorsehung auserkorene »große Führer«.
Seine europäischen Kameraden warnte er: »Gib deine Mitbürger und deine Kultur niemals zugunsten derer auf, denen es völlig egal ist, wer Lawrence von Arabien war oder ob Alexandre Dumas ›Der Graf von Monte Christo‹ geschrieben hat.« Den nichtwestlichen Zuwanderern sei es »egal, ob dein Großvater im Ersten Weltkrieg gekämpft hat und im Wald von Belleau gefallen ist oder ob Heinrich IV. ein großer König war«. Für Bovino ein Skandal, der »jedem Europäer in Europa eine Heidenangst einjagen« sollte. Er geht davon aus, dass 100 Millionen illegale Einwanderer in den USA leben, die seiner Meinung nach alle außer Landes gebracht werden müssten.
Damit ist Bovino unbestritten ein passender Gast auf der »Remigrationskonferenz« gewesen. Auf deren Internetauftritt wird das Konzept »Remigration« vorgestellt als »eine Antwort auf jahrzehntelange Austauschmigration und Multikulturalismus, die unsere Nationen bis zur Funktionsunfähigkeit zersetzt haben« (als ob das nicht der neoliberale Kapitalismus besorgt hätte). Es handele sich dabei »um einen demokratischen, rechtmäßigen und langfristigen Prozess (20 bis 30 Jahre)«, mit dem erklärten Ziel, »illegale Einwanderer und schädliche legale Migranten zurückzuführen und Druck auf die nicht assimilierten Parallelgesellschaften auszuüben, um die Nation kulturell wieder in Einklang zu bringen«. Es gehe dabei nicht um »einen plötzlichen Schock, sondern um einen kontinuierlichen Prozess« der Ausweisungen und Vertreibung durch »finanzpolitische, kulturelle, wirtschaftliche, soziale, politische und logistische Maßnahmen«. Die Feindgruppe wird dabei in drei Kategorien eingeteilt: »A. Illegale Einwanderer, Asylsucher und Flüchtlinge«, »B. Legale Einwanderer« und »C. Nicht assimilierte, eingebürgerte Einwanderer in Parallelgesellschaften«.
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