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Aus: Ausgabe vom 21.04.2026, Seite 7 / Ausland
Westasien

Iran behält sich Antwort vor

Nach Kaperung von Frachtschiff durch US-Marine folgen scharfe Reaktionen aus Teheran, auch Beijing äußert sich entsprechend. Uneinigkeit über Fortsetzung von Verhandlungen
Von Ina Sembdner
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Frauenformationen der Basidsch-Einheiten demonstrieren am Freitag Entschlossenheit bei einer Parade in Teheran

Der Countdown läuft: Bevor die zweiwöchige Waffenruhe mit Iran am Mittwoch ausläuft, hat US-Präsident Donald Trump die militärische Auseinandersetzung noch einmal verschärft. Der Bericht des Wall Street Journal war kaum publiziert, da teilte die US-Marine am Sonntag abend (MEZ) mit, ein iranisches Frachtschiff aufgebracht zu haben – so wie das US-Blatt die Strategie Washingtons für die kommenden Tage dargelegt hatte. Die Reaktion aus Teheran folgte prompt: Die USA hätten mit ihren »Piratenaktivitäten« die Waffenruhe verletzt, »indem sie das Feuer auf das Schiff eröffneten, dessen Navigationssystem außer Gefecht setzten und eine Reihe ihrer terroristischen Marineinfanteristen auf das Deck des Schiffes entsandten«, zitierte Tasnim die Armeeführung der Islamischen Republik. Man werde darauf zeitnah antworten und Vergeltung üben. Laut der iranischen Agentur erfolgten daraufhin Drohnenangriffe auf US-Militärschiffe in der Gegend.

Am Montag hieß es dann in einer Erklärung aus dem Armeehauptquartier, dass die »erforderlichen Maßnahmen« ergriffen würden, wenn die Sicherheit der Crewmitglieder und deren Familienangehörigen an Bord gewährleistet sei. Nach Angaben aus Teheran habe sich der iranische Frachter auf dem Weg von China nach Iran befunden und den Hafen in Bandar Abbas angesteuert. Auf der anderen Seite berichtete das US-Militär von einer sechsstündigen Pattsituation, in der sich die Crew geweigert habe, den Maschinenraum zu räumen. Das US-Zentralkommando veröffentlichte ein Video, das zeigt, wie Marinesoldaten sich an Seilen aus Hubschraubern auf das Schiff abseilen. Daraufhin hätten die Soldaten »ein Loch in den Maschinenraum gesprengt«, erklärte Trump im Anschluss. Beijing äußerte am Montag Besorgnis über die »erzwungene Aufbringung«. »Die Lage in der Straße von Hormus ist heikel und kompliziert«, sagte Sprecher Guo Jiakun während einer regulären Pressekonferenz. Die beteiligten Parteien sollten eine weitere Eskalation vermeiden und »die notwendigen Voraussetzungen für die Wiederaufnahme des normalen Schiffsverkehrs durch die Meerenge schaffen«. Gleiches forderte Präsident Xi Jinping, der zudem mahnte, den Konflikt auf politischem und diplomatischem Wege zu lösen.

Dieses Ziel rückte nach dem Angriff weiter in Entfernung: Von US-Seite hieß es zwar unvermindert, dass sich ein Verhandlungsteam auf dem Weg in die pakistanische Hauptstadt Islamabad befinde, aus Teheran wurde entsprechenden Gerüchten jedoch eine Absage erteilt. Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei sagte am Montag: »Bislang haben wir noch keine Entscheidungen bezüglich der nächsten Verhandlungsrunde getroffen.« Er betonte, dass das Verhalten der USA nicht mit ihrer Rhetorik übereinstimme, und erklärte, diese Inkonsequenz verstärke nur das Misstrauen der iranischen Führung gegenüber dem gesamten Prozess. »Der Iran wird unter sorgfältiger Abwägung seiner nationalen Interessen die notwendigen Entscheidungen über den künftigen Kurs treffen«, fügte Baghaei hinzu.

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Ob in Gaza oder Libanon: Israelische Soldaten halten ihre Verbrechen für die Nachwelt fest (Debel, 19.4.2026)

Der Leiter der Organisation für Rechtsmedizin, Abbas Masjedi, bezifferte unterdessen am Montag die Zahl der Todesopfer des von den USA und Israel geführten Angriffskriegs gegen das Land seit dem 28. Februar auf 3.375. Der Großteil der Getöteten seien demnach Zivilisten, Kinder, ältere Menschen und in der Verwaltung tätige Personen.

Während die Bevölkerung des Iran zumindest kurzfristig aufatmen kann, setzt Israel seine Besetzung des Südlibanon ungeachtet der mit der libanesischen Regierung vereinbarten Waffenruhe militärisch durch. Am Montag veröffentlichte das israelische Militär eine Karte, die eine bis zu zehn Kilometer breite »Sicherheitszone« auf libanesischem Territorium entlang der Grenze zeigte, flankiert mit der Aufforderung an die während des jüngsten Krieges vertriebenen Einwohner, diesen Bereich nicht zu betreten. Insgesamt werden auf der Karte 50 Dörfer genannt, die zum israelischen Sperrgebiet geworden sind. Ausgenommen sind mehrheitlich christliche Orte. Aufruhr herrschte am Montag, nachdem ein online kursierendes Bild einen israelischen Soldaten dabei zeigte, wie er in einem dieser Orte, Debel, eine lebensgroße Jesusfigur mit einem Hammer zerstört. Der international gesuchte Kriegsverbrecher Benjamin Netanjahu verurteilte dies »auf das schärfste« und betonte, dass Israel »die jüdischen Werte der Toleranz und des gegenseitigen Respekts zwischen Juden und Gläubigen aller Religionen hochhält und verteidigt«.

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