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29.04.2026
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Irans Vorschlag liegt auf dem Tisch
US-Führung sondiert Angebot, das schrittweise Verhandlungen vorsieht
US-Präsident Donald Trump, der so unverfroren Lügen in die Welt setzt wie kein zweiter, soll Zweifel an der Aufrichtigkeit der iranischen Führung haben. Er habe den Vorschlag aus Teheran zwar nicht direkt abgelehnt, aber er sei skeptisch, berichteten das Wall Street Journal und die New York Times am Montag (Ortszeit). Hochrangige iranische Regierungsvertreter bestätigten gegenüber Reuters derweil, dass der von Außenminister Abbas Araghtschi am Wochenende nach Islamabad übermittelte Vorschlag schrittweise Verhandlungen vorsehe.
Zunächst müssten der Krieg beendet und Garantien gegeben werden, dass die USA ihn nicht wiederaufnehmen könnten. Anschließend solle die Seeblockade der US-Marine aufgehoben und über das Schicksal der Straße von Hormus entschieden werden, die der Iran unter seiner Kontrolle wieder freigeben wolle. Erst danach stünden andere Themen wie das Atomprogramm auf der Agenda. Die Regierung in Teheran bestehe aber auf ihrem Recht, Uran anzureichern.
US-Außenminister Marco Rubio erklärte zumindest am Montag abend gegenüber dem US-Sender Fox News: Die von Teheran vorgeschlagenen Bedingungen seien »besser, als wir gedacht hatten«. Aber Rubio, der in Personalunion auch Trumps Nationaler Sicherheitsberater ist, verstieg sich ebenso zu der Aussage, dass die Straße von Hormus »im Grunde eine wirtschaftliche Atomwaffe« sei, »die sie versuchen, gegen die Welt einzusetzen – und sie geben damit an«. In Umkehrung der Realitäten als Nuklearmacht, die einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg begonnen hat, sagte er: »Stellen Sie sich vor, wenn diese Leute Zugriff auf eine Atomwaffe hätten, dann würden sie die ganze Region als Geisel nehmen.«
Schiffsdaten zufolge wurden in den vergangenen Tagen mindestens sechs mit iranischem Öl beladene Tanker durch die US-Blockade zur Rückkehr in den Iran gezwungen. Das Außenministerium in Teheran verurteilte zudem die Beschlagnahmung von Tankern mit Iran-Bezug durch die USA als »offene Legalisierung von Piraterie und bewaffneten Raub auf hoher See«. Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani sagte am Dienstag, der Iran habe sich bereits vor den US-Präsidentschaftswahlen 2024 auf eine Seeblockade vorbereitet. Es gebe »keinen Grund zur Sorge«. Teheran nutze seine nördlichen, östlichen und westlichen Korridore, um die Auswirkungen der Blockade auszugleichen.
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