-
13.11.2010
- → Ausland
Massenprozeß wird ausgesetzt
Diyarbakir. Nach der fortgesetzten Weigerung der Angeklagten,
Türkisch zu sprechen, ist der seit Mitte Oktober laufende
Prozeß gegen 152 kurdische Politiker im osttürkischen
Diyarbakir bis zum 13. Januar 2011 ausgesetzt worden. Ein anderer
Gerichtshof soll prüfen, ob den Angeklagten eine Verteidigung
in ihrer kurdischen Muttersprache gestattet wird. Die zum Teil seit
18 Monaten inhaftierten Angeklagten müssen bis dahin im
Gefängnis bleiben. Die Angeklagten, darunter mehrere
Bürgermeister, werden beschuldigt, durch ihre
kommunalpolitische Arbeit die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans
(PKK) unterstützt zu haben.
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Ausland
→ mehr von
Nick Brauns