Elefanten, Esel und ein Trumpel
In den USA werden am Dienstag wieder Kongresspfründe an alte und werdende Politbonzen verteilt. Bis Mittwoch morgen schieben gelackte Labertaschen auf der Wetterkarte rote Elefanten und blaue Esel hin und her, bis feststeht: Donald Trump hat’s verkackt und wird gerade deshalb der Menschheit noch mehr auf die Ketten gehen als bisher. Die Geschichte will es so, dass Tyrannen am Ende mit einem Knall verschwinden. Eine Ausnahme bildete der 40. US-Präsident Ronald Reagan, der in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit zunehmend dement und dabei easy wurde, was der Trottel im Kreml leider nicht auszunutzen wusste. Anders als Putin heute bei Trump.
Auch sonst ähneln sich Ronald und Donald wenig. Reagan wurde durch charmante Radioclips populär, in denen er den Leuten die Gehirne wusch. Trump wurde durch Fernsehauftritte groß, und nicht als Charmeur, sondern als Arschloch. Die kommenden US-Präsidenten werden nicht mehr in Radio oder TV, sondern durch »künstliche Intelligenz« der Silicon-Valley-Big-Brothers durchgesetzt. Irgendwann sogar ersetzt? Wird es in Zukunft überhaupt noch US-Präsidenten geben? Das ist eine offene Frage. Hat die Welt jemals einen US-Präsidenten gebraucht? Das ist geklärt.
Bevor wir den Rest der Woche im Fernsehen dem Amoklauf eines Wahlverlierers zuschauen, werfen wir einen Blick auf Programmalternativen im Radio. Da ist → »Der vergessene Prozess«, ein Feature über das Tokioter Kriegsverbrechertribunal (DLF 2025, Di., 19.15 Uhr, DLF). Im »ARD-Radiofeature« schaut sich der Telekom-Experte Charly Kowalczyk → »Hinter der Magentafassade« um und findet Rekordumsätze durch Arbeitshetze (SWR 2026, Di., 20.04 Uhr, MDR Kultur; Do., 16.04 Uhr, HR 2 Kultur; Fr., 15.05 Uhr, SWR Kultur; Sa., 13.05 Uhr, Bayern 2, 17.04 Uhr, SR Kultur, 18.05 Uhr, Bremen Zwei; So., 13.04 Uhr, WDR 5). → »Augustnebel« heißt eine neue Kurzgeschichte des schreibenden Mimen Michael Dangl; er liest sie in den »Radiogeschichten« (Mi., 11.05 Uhr, Ö 1).
Die Kollegen → »Im Office« meinen es gut und halten sich einen Mitarbeiter mit »Armutshintergrund«, was im Funkdrama von Elisabeth Pape nach hinten losgeht (DLF 2026, Do., 22.05 Uhr, DLF Kultur). Ein Hörspieloratorium unter Verwendung der Sterbebücher von Auschwitz hat Kai Grehn geschaffen; → »Imiona nurtu. Die Namen der Strömung« betitelt, soll es an die Novemberpogrome 1938 erinnern (Sa., 14 Uhr, Ö 1). Am Samstag abend gibt es → »Krach«, ein Hörspiel über eine Punkerjugend in den noinziger Jahren nach dem Roman von Tijan Sila (NDR 2026, 18.05 Uhr, NDR Kultur). Harmonischer fällt das Opernkontrastprogramm aus: Auf Ö 1 wird live aus der Wiener Staatsoper Donizettis → »La fille du régiment« übertragen (Sa., 19 Uhr), DLF Kultur bietet den → »Faust« von Charles Gounod, aufgezeichnet im Oktober in der Mailänder Scala (Sa., 19.05 Uhr).
»Ich bin jung und reich und gebildet; und ich bin unglücklich, neurotisch und allein«, heißt es in »Mars«, dem Bericht eines todkranken jungen Mannes, und: »Ich stamme aus einer der allerbesten Familien des rechten Zürichseeufers«; → »Zorn« ist ein wütendes Stück über seine Geschichte (SWR 1993, Sa., 20 Uhr, SRF 2 Kultur). → »A Human Struggle« ist ein KI-Thriller von Josef Maria Schäfers über einen digitalen Schauspieler mit schwerer Persönlichkeitsstörung: Er will Mensch sein (WDR 2026, So., 17.04 Uhr, WDR 5). Das »Nachspiel-Feature« ist eine Sportgeschichte mit Bums: Ronny Blaschke berichtet vom → »Spielfeld der Konflikte – Krieg, Kartelle und Fußball in Kolumbien« (So., 18.05 Uhr, DLF Kultur). Und weil der Platz noch reicht, sei auf die Reihe »Tschechische Erzähler« hingewiesen, die am Montag mit einer Geschichte des Prager Feuilletonisten Jan Neruda fortgesetzt wird: → »Der Wassermann«, eingesprochen von Hans Dieter Zeidler (HR 1990, Mo., 14.04 Uhr, MDR Kultur).
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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