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Jesiden treten irakischer Armee bei
Premier Al-Saidi: Bewaffnete Gruppen nur unter staatlicher Kontrolle
Die jesidischen Selbstverteidigungseinheiten sollen in das irakische Militär eingegliedert werden. Das erklärten Vertreter der Widerstandseinheiten der Sindschar-Region, Yekîneyên Berxwedana Şingal (YBŞ) sowie Fraueneinheiten Yekinê-yen Jinên Êzidxan (YJÊ), und Vertreter der irakischen Streitkräfte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am Montag. »Aufgrund unseres Glaubens an die territoriale Integrität und Souveränität des Irak sowie unserer Sorge um die Gewährleistung von Sicherheit und Stabilität in Sindschar haben wir mit der irakischen Bundesregierung vereinbart, den unabhängigen militarischen Status unserer Streitkräfte zu beenden«, so ein Sprecher der YBŞ auf der offiziellen Zeremonie im Sindschar-Gebirge.
Die Einheiten wurden bereits 2014 nach dem Genozid durch die Dschihadistenmiliz »Islamischer Staat« gegründet. Unterstützt durch Kämpfer der mehrheitlich kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG und YPJ, welche den Jesiden aus Syrien zur Hilfe eilten, sowie kampferprobten Verbänden der PKK-Guerilla gelang es ihnen, den Vormarsch der Islamisten zu stoppen. Weite Teile der in der irakischen Provinz Ninive gelegenen Region wurden dadurch befreit, und Selbstverwaltungsstrukturen wurden geschaffen. Im Rahmen der Pressekonferenz am Montag forderten die YBŞ die Garantie jesidischer Selbstbestimmung als Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung des Abkommens.
Vor der Pressekonferenz würdigte der irakische Regierungssprecher Sabah Al-Numan in einer Regierungserklärung die »beispiellosen Opfer, die die jesidische Gemeinschaft im Kampf gegen den Terrorismus« erbracht habe, und erklärte, dass »der Prozess im Rahmen der beschlossenen Politik zur Regulierung der Waffen unter staatlicher Kontrolle« erfolge. Anfang Oktober verkündete Premierminister Ali Al-Saidi ein Ultimatum, das die Entwaffnung aller bewaffneten Gruppen außerhalb staatlicher Kontrolle bis Juni 2027 vorsieht.
Die Einigung vor dem Hintergrund des zwischen der offiziell aufgelösten PKK und dem türkischen Staat laufenden Friedensprozesses ist brisant. Die YBŞ galten der Türkei als »verlängerter Arm« der PKK im Irak. Am 23. September hatten sich die irakische und die türkische Regierung am Rande des UN-Gipfels in New York auf ein Abkommen verständigt, welches den schrittweisen Rückzug türkischer Truppen im Nordirak an ein Ende der vermeintlichen »PKK-Präsenz« in Sindschar knüpft.
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