Minijobber des Tages: Constantin Schreiber
Nachdem der ehemalige »Tagesschau«-Sprecher und Klaviervirtuose Constantin Schreiber jüngst angekündigt hatte, seine journalistische Karriere beim ägyptischen Sender Azhari TV mit der Sendung »Islam Talk« fortzuführen, ist nun ein neues Jobangebot ins Haus geflattert: Die BSW-Fraktion in Sachsen hat ihn am Mittwoch für Platz vier der Kandidatenliste nominiert, um in der Bundesversammlung zur Wahl des neuen Bundespräsidenten im Januar 2027 das Bundesland zu vertreten.
Die Gründe dafür sind offensichtlich und unzählig: Schreiber ist ein Mann fürs Rampenlicht, und noch dazu einer, der keine falsche Bescheidenheit kennt. Wortgewandt und in makellosem Hochdeutsch (»Sprachgelehrte« haben ihm eine zu 94 Prozent korrekte deutsche Aussprache bescheinigt) sagt er, was ist – und schreckt auch nicht vor kontroversen Meinungen zurück. Dass seine Kritiker weniger von »kontrovers« als von »grobschlächtig« und »reaktionär« sprechen – geschenkt. Denn Schreiber weiß genau, vor welchen zentralen Herausforderungen die BRD und der Wertewesten stehen. Aufrüstung, sinkende Reallöhne, Wehrpflicht, explodierende Mieten? Weit gefehlt. Es sind der Islamismus, das Palästinensertuch und die reale Ausgestaltung der Hufeisentheorie. Und wie gut wäre es, wenn endlich mal jemand diese Probleme in die Bundesversammlung tragen könnte?
Ebenfalls gut ist, dass nur über das nächste Staatsoberhaupt und nicht etwa über die deutsche »Staatsräson« abgestimmt werden soll. Da käme der bedingungslose Israel-Fürsprecher Schreiber den Standpunkten des BSW, nähme man es beim Wort, womöglich in die Quere. Aber was soll’s, zurück zu den wichtigen Fragen: Wird es der meistbedrohte Deutsche zur Veranstaltung ohne Polizeischutz schaffen? Wir können nur hoffen.
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