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Gesundes Militärempfinden
Der Besuch des CIA-Chefs John Ratcliffe am Dienstag in Moskau lässt den medialen NATO-Flohzirkus auch am Freitag tanzen: Nichts Genaues weiß keiner, um so wilder ist das Geplapper. Also schreibt die in düsterer Russophobie versumpfte FAZ einfach bei Wall Street Journal und Politico ab und titelt auf Seite eins: »CIA-Direktor soll Moskau vor Angriff auf NATO gewarnt haben.« Das einschränkende »soll« ist der erreichbare Gipfel an Seriosität, hindert aber nicht am Wiederkäuen.
FAZ-Koherausgeber Berthold Kohler kommentiert trotz Faktendürre ausführlich, was die Moskaureise alles bedeuten könnte, um schließlich auf das Ergebnis zu kommen, für das er keine Tatsachen, nur den im imperialistischen Deutschland seit 1914 regelmäßig das gesunde Volksempfinden mobilisierenden Russland- und Russenhass benötigt: »Wenn Washington wirklich etwas zur Abschreckung Putins tun will, dann sollte es im Baltikum und in den anderen Frontstaaten amerikanische Soldaten in erheblicher Stärke stationieren – und die Unterstützung der Ukraine hochfahren.« Das ist für Kohlersche Verhältnisse zahm, er dachte auch schon über deutsche Atomwaffen nach.
An der Spitze aller Wissenden steht Bild: »Warum der CIA-Chef wirklich in Moskau war.« Die Zeitungssimulation hat dasselbe zu bieten wie die FAZ, verzichtet nur aufs einschränkende »soll« und hat außerdem noch ein Originalzitat des kremlastrologisch durchgeknallten Bundeswehrprofessors Carlo Masala zu bieten: »Sie schicken keinen CIA-Chef nach Moskau, wenn sie nicht die Befürchtung haben, dass Russland etwas machen könnte, was man nicht will.« Putins Kalkül sei, »die Reaktionsfähigkeit der NATO zu testen«. Bild übernimmt das gesunde Militärempfinden und kommentiert: »Wenn sogar der CIA-Chef nach Moskau reist, um Putin vor einer Eskalation gegen die NATO zu warnen, zeigt das: Wir dürfen uns keine Illusionen machen, der Westen ist gerade massiv bedroht.« Das reicht ja wohl fürs Kanonenfutter.
Den vorläufigen Schlusspunkt im CIA-Rätselraten setzt am Freitag die New York Times: Ratcliffe sei in Moskau gewesen, »um seine düstere Einschätzung zur Lage des russischen Krieges gegen die Ukraine persönlich zu übermitteln und die russische Seite zu einer Einigung zu drängen, bevor sich ihre militärische und wirtschaftliche Situation weiter verschlechtert.« Der Ratcliffe war also einfach nett und flog über den Atlantik für vier Stunden Aufenthalt, um die im Kreml über deren eigene Lage zu belehren. Woher sollen die Russen auch was wissen? Und getroffen hat Ratcliffe laut NYT auch nicht nur Sergej Naryschkin, den Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes, sondern auch Alexander Bortnikow, den des Inlandsgeheimdienstes. Letzteres immerhin war neu.
Neu ist nicht, wird aber in deutschen Medien kaum erwähnt, dass Ratcliffes Drängen mit einer Eskalation der NATO-Kriegführung nicht nur in der Ukraine verbunden ist. Darauf geht am Freitag die Neue Zürcher Zeitung ein, die sich am CIA-Raten nicht beteiligt. Sie berichtet statt dessen begeistert auf einer ganzen Seite von der »Machtdemonstration rund um Kaliningrad. Die USA und die NATO-Verbündeten reagieren mit einem Abschreckungsmanöver auf den russischen Schattenkrieg.« Mitte August übten demnach »mehrere Luftwaffen der Allianz während dreier Tage unter amerikanischer Führung, Kaliningrad notfalls aus der Luft abzuriegeln«. Diese »Gegenkonzentration« reihe »sich in die kommunikative Offensive der NATO und der amerikanischen Streitkräfte in den sozialen Netzwerken ein.« Die »Qualitätszeitungen« folgen denen aufs Wort.
Mitte August übten demnach »mehrere Luftwaffen der Allianz während dreier Tage unter amerikanischer Führung, Kaliningrad notfalls aus der Luft abzuriegeln.«
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Istvan Hidy aus Coswig bei Dresden 30. Aug. 2026 um 22:38 UhrSchon 2021 flog ein CIA-Direktor nach Moskau. William Burns sollte die russische Führung vor einem möglichen Einmarsch in die Ukraine warnen. Genützt hat es bekanntlich nichts. Russland marschierte trotzdem ein. Nun sitzt wieder ein CIA-Chef im Flugzeug nach Moskau. Nur: Moskau geht es längst nicht mehr ausschließlich um die Ukraine. Wer das immer noch nicht begriffen hat, hat die Entwicklung der vergangenen Jahre entweder nicht verstanden oder will sie nicht verstehen. Auf dem Spiel steht aus russischer Sicht eine umfassendere Neuordnung der europäischen Sicherheitsarchitektur. Kaliningrad ist dabei nur ein besonders offensichtlicher Punkt: die militärische und wirtschaftliche Lebensfähigkeit der Exklave, ihre freie Zufahrt zur Ostsee und ihre sichere Verbindung nach Russland – zu Land, zu Wasser und in der Luft. Was heute als Detail behandelt wird, kann morgen zum zentralen Bestandteil einer europäischen Nachkriegsordnung werden. Das sind wohlgemerkt noch nicht einmal zwingend die Maximalforderungen Moskaus, sondern zunächst die strategischen Mindestbedingungen, unter denen Russland seine Stellung in Europa gesichert sehen dürfte. Vielleicht sollte man deshalb weniger darüber rätseln, was der CIA-Direktor dem Kreml »mitgeteilt« hat, und sich stattdessen die wesentlich unangenehmere Frage stellen: Welche europäische Ordnung entsteht hier eigentlich gerade – und wer bestimmt ihre Bedingungen? Wer glaubt, man könne Russland nach Jahren der Eskalation mit ein paar Warnungen, Manövern und immer neuen Waffenlieferungen in die gewünschte Ordnung zurückdrohen, verwechselt politische Analyse mit Wunschdenken. Der CIA-Chef fliegt nach Moskau – die Realität bleibt auf der Strecke.
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Roland Weinert aus 65366 Geisenheim 29. Aug. 2026 um 18:24 UhrDie CIA ist doch eine der übelsten Terrororganisationen seit 1949. Ihr Motto: »Terroristen installieren ist einfacher, als diese zu deinstallieren.« Natürlich jedes Völkerrecht untergrabend, wenn u. a. Erdöl winkt, wie in Venezuela! Die deutsche Vasallen-Politiklumpenpoliteska macht mit, muss mitmachen – gegen das eigene Volk, versteht sich! Das ist doch klar wie …
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