Aufgewärmte Sportfreunde des Tages: Bundeskabinett
Der Hof teilt mit: Schon gegen 6.15 Uhr setzten sich am Mittwoch Vizekanzler Lars Klingbeil und Umweltminister Carsten Schneider (beide SPD) am Schloss Neuhardenberg in Brandenburg auf ihre Rennräder. Erlaucht Klingbeil zu Bild: »Ich habe bei mir in der Familie gelernt, dass man jede Mark oder jetzt jeden Euro umdreht. Es gibt aber Bereiche, wo ich schwach werde. Gerade habe ich mir ein neues Rennrad gekauft. Da gucke ich nicht drauf, ob es ein paar Euro mehr sind oder weniger.« Nach einer Stunde und 45 Minuten, »standen 26 Kilometer auf dem Tacho (was einem Schnitt von knapp 15 Kilometern pro Stunde entspricht)«, so die rechnende FAZ. Dpa zitierte Hochgeboren Schneider mit: »Das ist ein altersgerechter Schnitt im Gelände.« Sowie: »Zwischendurch blieb auch noch Zeit, den herrlichen Mischwald und einen See mit leider zu geringem Wasserstand in Augenschein zu nehmen.«
Den Protokollanten entging nicht: Durchlaucht Johann Wadephul und Hoheit Carsten Linnemann (beide CDU) drehten zwischen 6.30 und 7.10 Uhr eine Runde am Schloss. Dpa-Erläuterung: Sie haben sich »mit Sport warmgemacht«.
Es folgten wärmende Worte von Hochwohlgeboren Wolfram Weimer um 8.30 Uhr in der Schinkel-Kirche an der immer noch so heißenden Karl-Marx-Straße zu Neuhardenberg (dessen kommunistische Benennung Marxwalde ist vorschriftsmäßig getilgt): »Hardenberg und Stein hatten es viel schwerer als wir, aber sie haben es auch geschafft. Das sollte uns motivieren.« Sowie: »Das Land konzentriert zu reformieren, war Hardenbergs Herzenssache. Das sollte uns inspirieren.« Anschließend, heißt es im Protokoll, habe laut Ministerin Bär und Kanzler Merz »gute Stimmung« geherrscht. Die Exzellenzen geruhten, »optimistisch« und »zuversichtlich« aufs deutsche »Zukunftsbild« zu schauen. Glückliches Land, das Zukunft mit ihnen hat.
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