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Technik

Hauptsache, er funktioniert: Revolver

Foto: KHARBINE-TAPABOR/IMAGO
Wer denkt noch an Revolverzitate?

»Wenn ich das Wort ›Experte‹ höre, ziehe ich meinen Revolver. Wenn er ›herausragend‹ ist, drücke ich ab.« Mit diesen nicht ganz ernstgemeinten, aber anschaulichen Worten hat der früh verstorbene Umweltschützer Pierre Fournier (1937–1973) seine Ablehnung der beginnenden Expertokratie zum Ausdruck gebracht. Fournier war Atomgegner der ersten Stunde und hat mit La Gueule Ouverte auch Frankreichs erste Umweltzeitung herausgebracht. Die Deutschen denken bei Revolverzitaten an ihren einzigen und einzigartig widerlichen Propagandaminister, der behauptete, jedesmal seinen Schießprügel zu entsichern, wenn er das Wort ›Kultur‹ höre.

»Der Vorteil eines Revolvers gegenüber der Selbstladepistole«, das ist die mit dem Magazin, »besteht darin, dass er auch bei seltenem Gebrauch zuverlässig funktioniert«, weiß die Wikipädie. Keine Ladehemmung und großes Drohpotential also beim Zücken der Knarre: Passen Sie auf, was Sie sagen! Fournier schrieb angesichts der rücksichtslos durchgesetzten Nuklearisierung des »süßen Frankreichs« (wie Charles Trenet 1943 noch sang) aus Notwehr, Goebbels drohte bitterernst mit der Überheblichkeit und Kälte des mit Minderwertigkeitskomplex geschlagenen Emporkömmlings.

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Ihren Namen hat die Drehpistole vom lateinischen Wort für das Umwälzen, deren Ergebnis als Revolution bekannt ist. Daran dachten zweifellos auch die Beatles, als sie ihr siebtes Studioalbum von 1966 »Revolver« nannten. Nach dem ebenfalls trefflich benannten Haschalbum »Rubber Soul« waren sie nun eindeutig bei LSD angekommen. Und Heidewitzka, hier wird die Popmusik umgewälzt: Rückwärtseinspielungen, Timothy-Leary-Zitate, verrückte Anzähler, Stimmverzerrung, Sitar! George Harrisons kompositorische Selbstfindung, Klaus Voormanns Cover, die reine Vielfalt von Schnulz über Sesamstraßenkinderlied und Indien bis ­Psychedelic … Mit einem Revolver kann ein Schwächling dem Stärkeren oder Klügeren für einen Moment seinen Willen diktieren, mit dem Album in den Ohren kann man eine LP-Länge darauf pfeifen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 14.08.2026, Seite 11, Feuilleton

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