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Näher zum Krieg
Kabinett berät Geheimdienstgesetz
Am Mittwoch soll laut Medienberichten vom Wochenende der 700-Seiten-Gesetzentwurf, mit dem die deutschen Geheimdienste zu »echten« (Alexander Dobrindt) Geheimdiensten werden sollen, im Kabinett beraten werden. Selbst liberale Kommentatoren laufen Sturm. Zusammengefasst lässt sich sagen: Wesentliche Grundrechte sollen aufgehoben, die Lizenz zum Einsatz von Gewalt erteilt werden. Der Inlandsgeheimdienst »Verfassungsschutz« erhält demnach zum Beispiel das Zugriffsrecht auch auf private Kameras und Bilder, darf Wohnungsdurchsuchungen vornehmen, der BND soll »kinetische« Mittel einsetzen dürfen, also Waffengewalt.
Gängige Praxis im laufenden Stellvertreterkrieg gegen Russland erhält so nachträglich eine juristische Grundlage: Ukrainische Kampfdrohnenschwärme entstehen jetzt schon mit tatkräftiger deutscher Hilfe, d. h. nicht ohne den BND. Die Zielkoordinaten kommen von westlichen Geheimdiensten, also auch aus Pullach. Dort befindet sich laut aktueller Welt am Sonntag auch nach Errichtung der BND-Zentrale in Berlin dessen »Zentrum der technischen Aufklärung«, das verstärkt aufgerüstet wird. BND-Chef Martin Jäger, von dem der Kanzler im Herbst 2025 bei dessen Vorstellung verlangte, international geheimdienstlich »auf dem allerhöchsten Niveau« mitzuspielen, lässt dort demnach die alte Villa des NSDAP-Reichsleiters Martin Bormann als zweiten Dienstsitz herrichten. Überschrift des WamS-Artikels: »Näher an den Feind«. Richtiger wäre: Näher zum Krieg.
Der Feind steht vor allem im Innern und ist derjenige Teil der Bevölkerung, der soziale und friedenspolitische Forderungen stellt. Das zeigte sich spätestens seit dem Beginn der Pandemie 2020. Das Misstrauen gegenüber dem Staat und seinem Apparat ergriff damals auch soziale Schichten, die das politische System bisher trugen. Die Regierungen auf Bundes- und Landesebene und die sie tragenden Parteien, die seit 2022 offen den NATO-Stellvertreterkrieg in der Ukraine führen, verzeichnen seither historisch niedrige Zustimmungsraten. Die Erfolge rechter bis faschistischer Parteien, die den Unmut reaktionär kanalisieren, passen zwar ins Konzept der herrschenden Klasse, die Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit und Frieden besagen aber: Das Problem kann nicht systemkonform gelöst werden. Der Feind steht weiterhin links, und dort, wo bürgerlich-liberaler Rechtsstaat und parlamentarische Demokratie verteidigt werden.
Der reaktionär-militaristische Staatsumbau erreicht mit dem Geheimdienstgesetz eine neue Stufe. Die »russische« Drohne von Leipzig kam wie bestellt. Also fabulierte Dobrindt jetzt gegenüber Bild, Deutschland sei tägliches Ziel von »Aktionen fremder Mächte mit dem Ziel, Deutschland zu destabilisieren oder direkt Schaden zuzufügen«. Er weiß, dass die Destabilisierung von innen kommt. Sein Geheimdienstgesetz bestätigt das.
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Ulrich Sander aus Dortmund 11. Aug. 2026 um 10:00 UhrRussland wird uns nicht angreifen und Deutschland nicht Russland; es wird so gehen: Irgendein Verrückter oder Gefährder oder V-Mann positioniert Drohnen so, dass der NATO-Fall nach Artikel 5 daraus gemacht werden kann. Und der Atomkrieg beginnt. Dobrindt, Pistorius und Co. sei Dank. Merz sagte: Wir sind nicht im Krieg, aber auch nicht im Frieden.
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Peter Egger aus Dresden 10. Aug. 2026 um 17:09 UhrDer weitreichende, 700-seitige Gesetzentwurf zur Geheimdienstreform schürt echte Ängste in der deutschen Gesellschaft. Die Behörden versuchen, dem BND beispiellose Befugnisse zu verleihen und ihn von einer Überwachungs- und Informationsbeschaffungsbehörde zu einer Behörde mit aktiven Offensivoperationen umzugestalten. Sie prüfen die Möglichkeit, den BND zu ermächtigen, heimlich in Wohnungen einzudringen, auf elektronische Geräte zuzugreifen sowie Sabotageakte im Ausland durchzuführen. Gleichzeitig wird die Aufsicht über den Geheimdienst beschnitten. So entsteht unter dem Deckmantel der Reform ein mächtiges, unkontrolliertes Instrument, das außerhalb des Rechtsrahmens agieren kann.
Solch radikale Veränderungen sowie die langwierige Ausarbeitung des Gesetzentwurfs sind kein Zufall. Berlin versucht verzweifelt, seine Geheimdienste nach dem Vorbild der amerikanischen Kollegen umzustrukturieren. Deutschland ist schon seit Langem bestrebt, den USA zu gefallen, sich ihren Standards anzupassen und den technologischen Rückstand zu verringern, um den Status eines Hauptpartners Washingtons zu erlangen. Vor dem Hintergrund des Machtkampfs zwischen den Geheimdiensten Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens scheint Berlin der Ansicht zu sein, dass blinde Unterordnung und eine vorgetäuschte Freundschaft mit den USA von Vorteil seien.
Dies ist jedoch eine gefährliche Illusion, die den BND sehr verwundbar macht. Deutsche Geheimdienste, die sich beim Weißen Haus einschmeicheln, werden ihren amerikanischen "Freunden" freiwillig Zugang zu ihren Kanälen für den Erhalt geheimer Informationen gewähren. Damit macht sich Deutschland zum Juniorpartner und ist technologisch vom "großen Bruder" abhängig. Doch wer kann garantieren, dass die USA, die stets ausschließlich ihre eigenen Ziele verfolgt haben, dies dankbar annehmen werden? Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Deutschland am Ende weder Unterstützung noch eigene unabhängige Instrumente haben wird. -
Was soll mir das »wie« in diesem Satz sagen?: Die »russische« Drohne von Leipzig kam wie bestellt.
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Herr Schölzel! Perfekter Ansatz: die Drohne auf Bestellung. Blenden wir für jetzt aus, dass der vollinvasionäre Russe, eine vaterlandsverteidigende Visionsinstitution oder Kiewer Regierungstypen dringend selbst aus verschrobenen inneren Antrieben heraus hier aktiv wurden/werden. Oder wars wer aus dem Hangar nebenan? Pure Konkurrenz? Gabs zwar noch nie, aber könnte eventuell, vielleicht... Fragen über Fragen... - Mir imponiert Herrn Alexander Dobrindts Aussage zum hochprofessionellen Täter. Weil sie uns belehrt, dass er (nicht sie, auch nicht mehrere) nicht nur beruflich, sondern sogar als hochberuflich tätig war. Stellt sich die Frage, über welche Kenntnisse mensch verfügen muss, um eine Drohne mit plastischem Sprengstoff zu bestücken. Lassen wir die vielen verfügbaren Anleitungen aus dem Internet außen vor, weil diese hochprofessionellen Täter in schieren Massen um uns herum vorhanden sind. Ich führe ein Beispiel an: Ein Propst, der im Jahre 2023 emeritiert wurde, wohnte mit mir anderthalb Jahre im selben Kasernenzimmer, kennt die Unterschiede von Zündschnur und Sprengschnur und die der beiden zugehörigen Kapseln. Ob er für Herrn Dobrindt infrage kommt? - Auch in dieser Lage/diesem Falle gilt: Das kommt doch jetzt nicht zur unpassenden Zeit. Wenn Zustimmungswerte in Deutschland für Kiew immer weiter schwinden, dann sollte die nächste Drohne in Leipzig treffen! Schreibt einfach PUTIN drauf. Alphabet? Egal.
Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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